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Rekord statt Durchhänger

Eine von vielen Trier-Spezialitäten: Toga-Führungen durch die Altstadt. TV-Foto: Roland Morgen
Eine von vielen Trier-Spezialitäten: Toga-Führungen durch die Altstadt. TV-Foto: Roland Morgen
TRIER. Unverhofft kommt öfter: Auch im nahezu Groß-event-freien Jahr 2006 steuert Trier auf eine weitere Tourismus-Rekordbilanz zu. Die ersten sechs Monate schlugen mit einer neuen Halbjahres-Bestmarke von 312 000 Übernachtungen zu Buche. Und die traditionell fetten Monate der Saison stehen noch aus. ARRAY(0x2b44c7ac8)

Sekt statt Selters. Der Kesselstatt-Riesling brut, den die Tourismus-Strategen bei der Pressekonferenz im "Weinhaus" kredenzen ließen, unterstrich das Feiernswerte des Anlasses: Auch im vermeintlichen Durchhängerjahr 2006 weist die Fremdenverkehrsbilanz der ältesten deutschen Stadt Rekordwerte auf. 170 000 Besucher (plus 5,9 Prozent) buchten 312 258 Übernachtungen (plus 4,8 Prozent) - so viele wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Überproportionalen Anteil hatten ausländische Gäste: 52 000 Besucher (plus 9,6 Prozent), 93 000 Übernachtungen (plus 7,4 Prozent). Für Branchenkenner hatten 2005 und 2006 als "Problemjahre" für Triers Tourismus gegolten: Landesgartenschau 2004 vorbei, Konstantin-Großausstellung noch ante portas (2007) - da dürfe man nicht allzu viel erwarten. Doch die vermeintliche Durststrecke entpuppt sich als Überholspur. 2005 war Triers bislang erfolgreichstes Tourismus-Jahr. Nun deute alles darauf hin, dass auch 2006 unterm Strich neue Bestmarken bringen werde, orakeln Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch und Hans-Albert Becker, Leiter der Tourist-Information Trier (TIT). Eine begründete Annahme, denn die fetten Monate mit international wirksamen Zugnummern wie der OMV-ADAC-Rallye und dem Weihnachtsmarkt liegen im zweiten Halbjahr. In Jahreshälfte eins samt und sonders im Plus auch die Stadtführungs-Angebote der TIT: Weiter besonders stark im Kommen sind die Erlebnis-Führungen mit Gladiator Valerius (Amphitheater), Tribun Mallobaudes (Kaiserthermen) und dem Zenturio (Porta). Wer nun glaubt, Trier habe sich als Selbstläufer etabliert und könne sich getrost auf dem Lorbeer ausruhen, liege aber völlig falsch, warnt Dezernentin Horsch: "Wir haben unseren Erfolg in Kooperation mit der Region hart erarbeitet, müssen aber weiterhin um die Gunst der Gäste werben. Die kommen nicht von alleine. Tourismus ist ein ganz hartes Geschäft." Und die Potenziale noch gewaltig: Insbesondere als Tagungs- und Kongressstadt könne sich die Römer- und Riesling-Wiege weiter profilieren. Einen Beitrag dazu will die TIT mit ihrem stark ausgeweiteten Internetangebot leisten ( www.kongresse-trier.de). Knapp 4400 Betten bieten Triers 58 gewerbliche Beherbergungsbetriebe - in Boom-Monaten eindeutig zu wenig, insbesondere für Familien und im Niedrigpreis-Bereich. Christiane Horsch buhlt weiterhin um Hotel-Investoren: "Wir bieten attraktive Standorte und schnelles Planrecht."