| 16:43 Uhr

Party
Rhythm & Wine: Weinprobe, Singlebörse und Party in einem

Weinkennerinnen bei der Verkostung: Yvonne Mesenbrink, Anne Longen, Susanne Ziltz und Katharina Conrad.
Weinkennerinnen bei der Verkostung: Yvonne Mesenbrink, Anne Longen, Susanne Ziltz und Katharina Conrad. FOTO: Karin Pütz
Trier. Rhythm & Wine in der Orangerie des Nells Park Hotels Trier findet großen Zuspruch bei jungen Menschen. Von Karin Pütz

Bereits zu Beginn der als Weinprobe deklarierten Veranstaltung tummeln sich 400 vor allem unter 35-jährige Gäste in der Orangerie, am Ende werden es noch einmal so viele sein, die sich auch die anschließende Party mit der Band „Soulfamily“ nicht entgehen lassen wollen. Doch zunächst stehen sie in kleinen und großen Gruppen an den 18 Verkostungsständen der  „Moseljünger“, die jeweils drei Weine zum Probieren anbieten. Mit Namen wie „Steiles Stück“ oder „Helden“ will die Jungwinzervereinigung das in vielen Köpfen noch immer angestaubte Image der Weißweintrinker verbessern.

Eine gendergerechte Namensgebung als Alternative zu „Moseljüngern“ ist hingegen kein Thema. „Den Quatsch machen wir nicht mit“, lautet die knappe Stellungnahme von Matthias Meierer, einem der Vorstandsmitglieder der Moseljünger, dazu. Auch die 29-jährige Katharina von Canal, die als neues Mitglied der Vereinigung zum ersten Mal ihr Weingut bei Rhythm & Wine vertritt, hat sich „darüber noch gar keine Gedanken gemacht“. Die studierte Winzerin und Oenologin hat an diesem Ostersamstag beim Ausschank ihrer Weine alle Hände voll zu tun.

An den Ständen wird gekostet, geplaudert und geflirtet. „Ein bisschen ist das ja auch eine Singlebörse hier“, meint eine junge Besucherin, die mit ihren Freundinnen nicht das erste Mal bei Rhythm & Wine ist, namentlich aber nicht genannt werden möchte. Auch eine andere „Mädelstruppe“, bestehend aus Stephanie, Anna, Joëlle, Selina, Katja und Sarah aus dem Raum Trier, sind quasi Wiederholungstäterinnen: „Für uns ist das immer der persönliche Auftakt zur Weinsaison in Trier. Der Ostersamstag ist fest gebucht“, sagt eine von ihnen lachend. Dass die Veranstaltung auch Weinfreunde fernab der Region Trier anzieht, beweisen Sabine Turek und Gerhard Holbach, die aus dem bayerisch-schwäbischen Landreis Günzburg (Krumbach) angereist sind. „Wir decken uns bei unseren Besuchen in Trier mit Wein ein und haben alle unsere Freunde schon dazu bekehrt“, erzählt Sabine Turek begeistert.

Inzwischen leuchtet draußen der Vollmond, und die in der Orangerie aufgestellten roten Kerzen bestrahlen nun die Schilder mit den Hinweisen auf das österliche Tanzverbot – nicht zu Unrecht: Die „Soulfamily“ animiert mit ihrer Musikrichtung nicht gerade dazu, die Füße stillzuhalten. Die Besucher halten sich dennoch daran. Doch sollte ausgerechnet jemand, der Wasser zu Wein verwandelte, etwas gegen ein bisschen Rhythmus zum Getränk gehabt haben?