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Jubiläum
Jubiläum und Segnung: Rotes Kreuz feiert doppelt

DRK-Stadtverbandsvorsitzender Adolf Lorscheider (Dritter von links) zeigt seinen Gästen die neue Residenz des Roten Kreuzes im Eurener Pi-Park. Wer will, kann dort freitags vorbeischauen.
DRK-Stadtverbandsvorsitzender Adolf Lorscheider (Dritter von links) zeigt seinen Gästen die neue Residenz des Roten Kreuzes im Eurener Pi-Park. Wer will, kann dort freitags vorbeischauen. FOTO: LH
Trier. Einige Gratulanten bringen Schecks mit, der OB sich selbst – das größte Geschenk aber macht sich der Stadtverband selbst.

Die Trierer waren ganz schön flott bei der Gründung ihres Roten Kreuzes, das als „Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Stadt und den Bezirk Trier“ am 11. November 1867 ins Leben gerufen wurde. Flott deshalb, weil der erste Rotkreuzverein auf deutschem Boden überhaupt erst 1863 gegründet wurde. Ziel: die Not der leidenden Bevölkerung zu lindern.

Engagiertes und freiwilliges Helfen, wenn auch auf einem ganz anderen Feld als damals, habe sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt, unterstrich der erste Vorsitzende des DRK-Stadtverbandes Trier, Adolf Lorscheider, bei dem Festakt zum 150-jährigen Bestehen am ­Samstag. Gleichzeitig wurden die neuen Räume im Eurener Gewerbegebiet eingeweiht – sozusagen ein Geburtstagsgeschenk des Stadtverbands an sich selbst. In der ehemaligen Panzerhalle dort hat das Rote Kreuz eine neue Heimat gefunden. „Endlich“, freut sich der zweite Vorsitzende Helmut Bonerz.

Viele Gratulanten waren vor Ort, darunter OB Wolfram Leibe. Anders als viele andere zauberte er keinen Scheck aus dem Jackett.  „Nehmen Sie mich als Geschenk“, sagte er und hatte zumindest die Lacher damit auf seiner Seite.

Dass das DRK segensreiche Arbeit leiste, könne nicht oft genug betont werden, sagte der aus Daun angereiste DRK-Bezirkspräsident Herbert Schneiders.

Eine Jahreszahl war Adolf Lorscheider bei seinem Rückblick in die Geschichte des Trierer DRK-Stadtverbands sehr wichtig: Das „Schweizer Dörfchen“ von 1956 auf dem Augustinerfreihof, in dem Care-Pakete an die Bevölkerung verteilt wurden. „Ja, es herrschte Not in Trier noch Jahre nach dem Krieg.“

Markant in der DRK-Geschichte war auch das Jahr 2009, als durch Zusammenschlüsse der DRK-Stadtverband entstand. Eine Fusion, die beim Jubiläum von allen Seiten als überaus gelungen gelobt wurde. Kosteneinsparungen und Synergieeffekte ohne Einschnitte beim DRK-Engagement seien die Folge gewesen.

An der neuen Unterkunft im Eurener Pi-Park, die Pfarrer Franz-Josef Hohn segnete, sind auch Fahrzeuge und Großgeräte untergebracht.

Dem zweiten Vorsitzenden Bonerz zufolge hat der Stadtverband rund eine Million Euro in die ehemalige Militärhalle investiert. „Alles eigenfinanziert ohne Zuschüsse.“ Mit einem guten Gefühl blicke man in die Zukunft, sagen die DRK-Verantwortlichen. Sie verweisen auf ihr Engagement nicht nur bei Notfällen, sondern auch bei Sportveranstaltungen oder den Evakuierungen der letzten Jahre etwa bei Bombenfunden.

Zum Jubiläum, bei dem der Musiverein Trier-Euren und die Pratzbähnt spielten, waren die Türen der neuen DRK-Residenz weit geöffnet. Wer die Aktivitäten näher kennenlernen möchte, kann freitags in der Zeit von 19 Uhr bis 22 Uhr oder beim Jugendrotkreuz von 17 Uhr bis 19 Uhr vorbeischauen. Die Adresse ist: Im Pi-Park 4, Telefon 0651/75399.