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4300 Besucher bei 12. Trierer Museumsnacht
Wenn es nachts marxt

Mit ganz unterschiedlichen Angeboten locken die Trierer Museen ihr Publikum an. Das wird von Tausenden, in den Museen verteilten Besuchern fleißig genutzt.
Mit ganz unterschiedlichen Angeboten locken die Trierer Museen ihr Publikum an. Das wird von Tausenden, in den Museen verteilten Besuchern fleißig genutzt. FOTO: TV / Katja Bernardy
Trier. Rund 4300 Besucher während der 12. Trierer Museumsnacht – Karl Marx war die Hauptfigur.

Das wünscht sich jedes Museum: Besucher stehen Schlange.  Pünktlich zu Beginn der Museumsnacht um 18 Uhr strömen Gäste ins Karl-Marx-Haus.  Die Leiterin persönlich, Elisabeth Neu, führt unter dem Motto „Eine Leben wie ein Roman – in 15 Minuten“ in die Biografie des berühmten Trierers ein, während Paula Kolz ein paar Räume weiter in die Rolle von  Jenny Marx geschlüpft ist und die Frage „Zwischen William und Karl?“ beantwortet. Der Mann, der in diesem Haus geboren wurde, dort 17 Monate lebte und insgesamt 17 Jahre in Trier verbrachte,  steht im Mittelpunkt der Museumsnacht.

Auch im Städtischen Museum Simeonstift. Besucher nutzen die Chance, mit und ohne Führung die Landesausstellung zu sehen oder den zum Jubiläumsjahr entworfenen Marx-Mantel der Designerin Dorothee Follmann. Nicht mehr wegzudenken aus dem Programm: der Besucherchor. In diesem Jahr singt, wer Lust dazu hat, Lieder der Arbeiterbewegung, angeleitet von Amei Scheib. Beliebt für jede Menge Selfies ist die Marx-Figur, platziert auf einem Stuhl in Nähe des Marktkreuz-Originals. Auch Karl-Heinz Jüngels aus Bescheid nutzte die Gelegenheit.

Ein paar 100 Schritte weiter, im Museum am Dom in der Windstraße, gibt es viel Lob für die Ausstellung „LebensWert Arbeit“ und einen Grund zum Feiern: Das dortige Museum existiert seit  exakt 30 Jahren. Der damalige Architekt Alois Peitz erinnert an die Herausforderungen, aus einem Gefängnisbau einen Musentempel zu machen.  Während Führungen wird die Stammmannschaft, Objekte, die nicht aus diesem Museum wegzudenken sind, ebenso vorgestellt wie spektakuläre Neuzugänge.  „Mir reicht die Zeit heute nicht, ich werde mir diese tolle Ausstellung zum Thema Arbeit noc hmal in Ruhe ansehen“, sagt eine Besucherin beim Rausgehen. Ihr nächstes Ziel? „Landesmuseum!“

Unter „@work mit Marx“ haben die Initiatoren im Rheinischen Landesmuseum ihr nächtliches Programm gestellt.  Sehr interessant finden viele Besucher die Präsentation der Robotix-Academy des Umwelt-Campus Birkenfeld. „Wir zeigen, wie das Zusammenspiel zwischen Mensch und Roboter funktioniert“, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter Florian Schäfer.  Vor allem die Frage, wo Roboter eingesetzt würden, beschäftige die Leute.

Silvia Holstein und Joachim Schmitt haben sich vorab das Karl-Marx-Haus unter dem Aspekt, was nach der Renovierung anders ist, angesehen. Im Landesmuseum wollen sie mehr über Marx erfahren. Ihr Fazit: „Eine erstaunlich kurzweilige und abwechslungsreiche Ausstellung.“ Joachim Schmitt hat übrigens einen besonderen Bezug zu Triers berühmtem Sohn, genauer gesagt zur Statue. Er hat die Karl-Marx-Statue mit enthüllt, im Hintergrund. „Also das rote Tuch weggezogen“, sagte er lachend.

Eine Premiere gibt es in der Weberbach. Die Schatzkammer der Stadtbibliothek zeigt erstmals das Trierer Gregorblatt, das den gleichnamigen Papst zeigt.

Neben viel geistiger Nahrung und Musik bieten die Museen auch Kinderprogramme und Kulinarisches: Im Karl-Marx-Haus etwa gab es Currywurst, im Simeonstift  Speisen, Wein und Sekt auf dem Kreuzgang.

Viel Beifall für die Marx-Ausstellungen  sowie das Zusatzprogramm bestimmen das Stimmungsbild der Museumsnacht, aber es gab auch Wermutstropfen. Elke Hardt aus Trier ist sauer, weil ihre Karl-Marx-Karte, ein Kombiticket, um die Marx-Ausstellung in den Museen zu besuchen, nicht in der Museumsnacht gilt. „Wegen des Zusatzprogramms“, habe man ihr erklärt. Eine Besucherin beklagt sich über die „Rauskehr-Atmosphäre“ ab 23 Uhr im Landesmuseum, „obwohl die Veranstaltung bis 24 Uhr dauern soll“, und für Rollstuhlfahrerin Alina Borscheid aus dem Ruwertal endet die Museumsnacht erst einmal vor dem Karl-Marx-Haus. In den vier anderen Museen kann sie teilhaben.

Zum Vormerken: Der Termin für die 13. Trierer Museumsnacht steht bereits fest: Sie findet am 7. September 2019 statt.