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Rathaus
Schneller und möglichst ohne Schlangen: Das neue Trierer Bürgeramt

Das neue Bürgeramt wird ab dem 11. Dezember offen sein. Nicole Lauer vom Presseamt Trier präsentiert stolz die neuen Räumlichkeiten und das Werbeplakat, illustriert vom Trierer Karikaturisten Johannes Kolz.
Das neue Bürgeramt wird ab dem 11. Dezember offen sein. Nicole Lauer vom Presseamt Trier präsentiert stolz die neuen Räumlichkeiten und das Werbeplakat, illustriert vom Trierer Karikaturisten Johannes Kolz. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Nach einem Umbau über neun Monate präsentiert die Stadt ihr neues Bürgeramt am Augustinerhof. Triers besucherstärkstes Amt hat sich verändert. Das Ziel: mehr Komfort, mehr Service und geringere Wartezeiten. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Reisepass und Personalausweis, Führungszeugnis, die An-, Ab- oder Ummeldung eines Wohnsitzes und noch vieles mehr – das Bürgeramt der Stadt Trier bietet eine Masse an Dienstleistungen an einem Standort an. Dieser ist deshalb sehr gefragt und war in der Vergangenheit an manchen Tagen mit mehr als 400 Besuchern auch mal überlastet. Die Konsequenzen: lange Schlangen aus dem Rathauseingang bis auf den Parkplatz und lange Wartezeiten.

Der Umbau Die Stadt Trier hat das Bürgeramt im Rathaus deshalb Mitte März geschlossen und seitdem  für 520 000 Euro komplett umgebaut. Während der Bauphase wurde ein Provisorium in der Jägerkaserne in Trier-West eingerichtet (der TV berichtete). Doch dessen Zeiten sind bald vorbei. Die Stadt will ihr modernisiertes Bürgeramt am Dienstag, 11. Dezember, in Betrieb nehmen und am Samstag, 15. Dezember, feierlich und offiziell eröffnen. Der TV hat es sich angesehen.

Decken und Wände Das neue Bürgeramt hat eine Akustikdecke. Diese soll den Lärmpegel reduzieren, so dass sich die Mitarbeiter und Besucher an den elf Arbeitsplätzen besser verständigen können. Da es in diesen Gesprächen auch um sehr private Dinge gehen kann, stehen ab sofort Trennwände zwischen den einzelnen Schreibtischen.

Barrieren Das gesamte Bürgeramt ist barrierefrei. Alle Arbeitsplätze, Türen und Wege sind rollstuhlgerecht.

Der Informationsschalter Wer in den letzten beiden Jahren die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle in der Trierer Thyrsusstraße besucht hat, kennt diesen Schalter. Noch bevor der Besucher zum Warten Platz nimmt, überprüft ein Mitarbeiter, ob er alle für sein Anliegen notwendigen Unterlagen auch tatsächlich dabei hat. Diesen Schalter hat in Zukunft auch das Bürgeramt, er ist  die erste Anlaufstelle eines Besuchers. Hier meldet er sich an, nennt sein Anliegen, zeigt seine Unterlagen und Dokumente vor  und kann schon mal grundsätzliche Fragen klären.

Der Wartebereich Apropos Wartezeit – die musste ein Besucher des Bürgeramts bisher im Stehen verbringen. Das ändert sich: Das neue Bürgeramt hat einen Wartebereich mit 30 Sitzplätzen sowie eine Fläche für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen. Eine Wand trennt ihn von den Schaltern – wieder grüßt der Datenschutz. Hier hängt auch der Bildschirm mit Infos aus der Stadtverwaltung und Veranstaltungstipps.

Der Terminservice Neue Räume sind ja gut und schön, aber wie will die Verwaltung effektiv die Wartezeiten verkürzen? Zum Beispiel durch einen Terminservice, wie ihn auch die KFZ-Stelle schon seit längerer Zeit anbietet. Sowohl im Internet auf www.trier.de/buergeramt als auch telefonisch über die Behördenhotline 115 kann der Besucher einen Wunschtermin reservieren.

Die Aufrufanlage soll sicherstellen, dass die Wartenden geordnet und fair drankommen. Wer ohne Termin beim Bürgeramt erscheint, erhält am Infoschalter oder über einen Ticketdrucker einen Zettel mit einer Nummer, zum Beispiel B 100. Dann muss er warten, bis diese Nummer in Verbindung mit dem dafür gedachten Arbeitsplatz auf dem Bildschirm erscheint.

Das Terminal Im Eingangsbereich des neuen Bürgeramts steht ein Automat. Wer will, kann schon hier wichtige Dinge erledigen, beispielsweise Fingerabdrücke erfassen lassen, seine Unterschrift abgeben und sogar biometrische Passfotos machen. All das kann man aber auch an den Schaltern erledigen. Das Terminal ist lediglich ein Angebot, keine Pflicht.

Die Öffnungszeiten Triers neues  Bürgeramt wird montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein, dienstags und mittwochs von 7 bis 13 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr und donnerstags von 10 bis 18 Uhr, wobei danach noch eine weitere Stunde bis 19 Uhr angehängt wird, die aber ausschließlich für vereinbarte Termine reserviert ist. Es hat deshalb keinen Sinn, ohne Termin innerhalb dieser Zusatzstunde im Bürgeramt zu erscheinen.

Sicherheit im Rathaus Zum Bürgeramt haben Besucher natürlich während der Öffnungszeiten jederzeit freien Zugang. Zum Rest des Rathauses allerdings nicht, denn dort gelten ab sofort strenge Sicherheitsrichtlinien. Wer die Verwaltungsgebäude eins und zwei betreten will, muss sich an einem Schalter anmelden und ausweisen. Nur dann erhält er einen Besucherausweis und darf rein. „Es ist eine Testphase“, sagt Oberbürgermeister Wolfram Leibe. „Wir wollen nicht warten, bis ein Besucher, der sich in einer sozialen oder finanziellen Ausnahmesituation befindet, überreagiert und dann etwas Schreckliches passiert.“