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Bildung
Schüler der Treverer-Förderschule müssen noch länger warten – Neubau zu teuer

So soll der Foyerbereich von Treverer-Schule und Grundschule Schweich einmal aussehen. Der Landesrechnungshof hat das Projekt geprüft und unter anderem bemängelt, dass die Klassenräume und Flure zu groß dimensioniert seien.
So soll der Foyerbereich von Treverer-Schule und Grundschule Schweich einmal aussehen. Der Landesrechnungshof hat das Projekt geprüft und unter anderem bemängelt, dass die Klassenräume und Flure zu groß dimensioniert seien. FOTO: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin
Trier/Schweich. Der Landesrechnungshof will fünf Millionen Euro beim Neubau der Treverer-Förderschule und der Grundschule Schweich sparen. Bildungsministerin Hubig und Landrat Schartz führen ein Krisengespräch. Von Albert Follmann
Albert Follmann

Nächster Dämpfer für das integrative Schulprojekt in Schweich: Der Landesrechnungshof hat die Pläne für den Neubau der Treverer-Förderschule und der Grundschule Schweich geprüft und hat einen langen Mängelbericht verfasst.

Tenor ist: Die Zwillingsschulen, die unweit des Baugebiets Ermesgraben in Schweich gebaut werden sollen, sind zu teuer. Nach Auffassung der Prüfer ergibt sich bei dem auf 41 Millionen Euro taxierten Vorhaben ein Einsparpotenzial von fünf Millionen Euro.

Zu breite Flure, zu große Klassenräume. Das sind dem Vernehmen nach zwei Hauptkritikpunkte in dem Papier des Landesrechnungshofs, das derzeit noch nicht öffentlich einsehbar ist. Das Prüfergebnis wurde dem Bildungsministerium mit der Bitte um Stellungnahme bis zum 5. November zugestellt. Am gleichen Tag treffen sich Bildungsministerin Stefanie Hubig und Landrat Günther Schartz, um die Prüfergebnisse zu erörtern und das weitere Vorgehen zu besprechen.  Abends ist die Stellungnahme des Rechnungshofs Thema im Kreisausschuss (ab 17 Uhr, Sitzungssaal der Kreisverwaltung). Am 13. November befasst sich der Verbandsgemeinderat Schweich mit dem Bericht der Landesprüfer.

Schartz ist Vorsteher des Zweckverbands Integratives Schulprojekt Schweich. Der Zweckverband soll die beiden Schulen bauen und betreiben. Ihm gehören Vertreter der Schulträger an. Das ist die Verbandsgemeinde Schweich für die Grundschule und der Kreis für die Förderschule.

Der Rechnungshof kritisiert fehlende Vorgaben des Landes. Es läge kein Rahmenraumprogramm vor, der Flächenbedarf werde nicht hinreichend analytisch ermittelt. Das größte Einsparpotenzial sehen die Prüfer bei den sogenannten Verkehrsflächen. Flure und Klassenräume seien zu groß dimensioniert. Hier könnte durch eine Umplanung 3,14 Millionen Euro gespart werden.

Weitere 750 000 Euro brächte eine kleinere Sporthalle. Der Rechnungshof hält eine Zweifeldhalle für ausreichend. Geplant ist eine Dreifeldhalle mit den Maßen 45 mal 27 Meter.  Diese hatte auch die Aufsichtsbehörde ADD dem Ministerium empfohlen. Auch die Schulplaner vom Berliner Büro Numrich Albrecht Klumpp, die durch den Gewinn eines Architektenwettbewerbs an den Auftrag für die Planung der Schweicher Schulen gekommen sind, halten eine kleinere Halle von 22 mal 45 Meter Größe für ausreichend. Nach deren Rechnung beträgt das Einsparpotenzial der kleineren Halle 350 000 Euro.

Auf eine große Halle drängen die Schweicher ballsporttreibenden Vereine Mosella und HSC. Sie benötigen dringend neue Räume für ihren Trainings- und Spielbetrieb.

Eine weitere Million könnte nach Ansicht des Rechnungshofs der Verzicht auf einen Eisspeicher bringen. Der Eisspeicher dient der Wärme- und Kälteregulierung im künftigen Schulzentrum. Er ist ein großer, unterirdisch verbauter Betonkubus, der mit Wasser gefüllt wird. Im Behälter sind Wärmetauschersysteme eingebaut. Eine Wärmepumpe produziert im Winter Wärme und sorgt im Sommer für die Klimatisierung der Räume.

Auch das Brandschutzkonzept wird von den Rechnungshof-Prüfern kritisiert. Sie verweisen auf eine andere Förderschule, die über ein internes Rampensystem verfügt, über das im Brandfall Rollstuhlfahrer aus dem Gebäude gebracht werden können.

Den Prüfbericht des Rechnungshofs hat der Rioler Landtagsabgeordnete Arnold Schmitt (CDU) zum Anlass genommen, eine Kleine Anfrage an die Landesregierung zu stellen. Schmitt möchte unter anderem wissen, wie die Landesbehörden ADD und SGD in die Planungen eingebunden waren, wie sie und das Ministerium die Unterlagen geprüft haben, bevor es der Rechungshof tat, und welche Konsequenzen dieses Prüfergebnis hat.

Außerdem will der Abgeordnete wissen, wie die Regierung die schwierige Situation der Grundschule Schweich angesichts der Raumnot und wachsender Schülerzahlen sieht.