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Gesellschaft
Schulprojekt in Trier: Jugendliche kochen zusammen mit Rentnern

Zusammen zum Menü: Schüler und Senioren kochen beim Projekt Interfood.
Zusammen zum Menü: Schüler und Senioren kochen beim Projekt Interfood. FOTO: Christian Thome
Trier. Beim Projekt Interfood kochen Schüler und Senioren gemeinsam. Dabei steht nicht nur die Zubereitung der Gerichte im Vordergrund. Jugendliche der Trierer Kurfürst-Balduin-Realschule plus haben es ausprobiert. Von Christian Thome

Hand in Hand arbeiten Schüler Chamy und Seniorin Annegret bei der Zubereitung einer Tomatensuppe zusammen. Sie kochen nicht nur, sondern erzählen Geschichten, lachen und tauschen sich über die doch sehr unterschiedlichen Kochkenntnisse aus. Die beiden wirken sehr vertraut; es scheint, als würden sie sich schon Jahre kennen. Kennengelernt haben sich der Neuntklässler und die Rentnerin allerdings erst vor zwei Stunden. Sie sind Teilnehmer am Projekt Interfood, das drei Lehramtsstudenten der Universität Trier ins Leben gerufen haben. Friederike Küpper (26), Dario Costa (22) und Leonard Schüngel (25) bringen in ihrer Initiative Jugendliche und Senioren an der Kurfürst-Balduin-Realschule in Trier-West zusammen. Die Schüler sind zwischen 14 und 16 Jahre alt, die Rentner haben sich über das Seniorenbüro Trier zusammengefunden. Neben Kennenlernspielen und dem gemeinsamen Zubereiten von verschiedenen Gerichten stehen auch Referate der Schüler zum Thema Nachhaltigkeit und FairTrade auf dem Programm. Das Hauptaugenmerk liegt für alle Teilnehmer jedoch auf dem Kochen. Auf dem Speiseplan stehen Tomatensuppe, selbst gebackene Brötchen, Burger und Mousse au Chocolat. Ausgesucht haben die Gerichte die Schüler – dass Burger und Mousse auf dem Menüplan stehen, ist also kaum verwunderlich.

Wenngleich die Senioren durch ihre jahrelange Kocherfahrung mehr Fachwissen haben, sind auch die Schüler keine absoluten Neulinge auf diesem Gebiet. „Die Schüler sind teilweise seit zwei Jahren Mitglied der Hauswirtschafts-AG“ betont Lisa Molter, die betreuende Lehrerin dieses Projektes.

Friederike Küpper betont, dass mit Interfood gleich mehrere Ziele verfolgt werden. Einerseits wolle man „zwei Generationen verbinden“, gleichzeitig stehe aber auch die „Sensibilisierung für Lebensmittel“ im Vordergrund.

Man habe mehrere Schulen angefragt, doch die Kurfürst-Balduin Realschule habe sich besonders wegen der Räumlichkeiten und der Vorbildung durch die Hauswirtschafts-AG angeboten. Laut Mitorganisator Leonard Schüngel wolle man „Theorie und Praxis in der Realität beim Kochen verbinden“. Das Interfood-Projekt weckt Begeisterung – nicht nur bei den Veranstaltern. Schüler Sven Woithe, 16, findet: „So was sollte man wirklich öfter machen.“ Auch die Senioren sind überzeugt: „Die Jugendlichen sind begeistert bei der Sache“, stellt Petra Wagner (64) fest. Sie sei „ganz froh, dass sie das einmal erleben dürfe“. Am Ende des Tages steht ein fertiges Menü, das alle 20 Teilnehmer zusammen genießen dürfen. Dieser Termin in der Schule war nur der erste von zweien, am Dienstag treffen sich Chamy, Annegret und die übrigen Teilnehmer wieder – diesmal im Seniorenbüro. Die Entscheidung über die Gerichte treffen dann die Senioren, sie stellen den Jugendlichen ihre Lieblingsgerichte vor.

FOTO: Christian Thome