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DLRG warnt
Schwimmen in Flüssen gefährlich: Überschätzt euch nicht, Leute!

FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Ein 19-Jähriger wollte bei Trier die Mosel überqueren – vermisst! Lebensretter warnen vor den Gefahren. In diesem Jahr sind bereits zehn Menschen in Rheinland-Pfalz ertrunken. wie/siko/bla

Den ganzen Tag über suchten Feuerwehr und Polizei die Mosel in Trier nach einem vermissten Schwimmer ab. Der 19-Jährige hatte am Sonntag versucht, mit einem Freund den Fluss zu durchqueren. In der Mitte der Mosel sei er dann untergegangen. Sein Freund kam unversehrt am anderen Flussufer an.

Über 30 Hilfskräfte waren am Montag mit drei Booten im Einsatz. Auch der Uferbereich wurde intensiv abgesucht. Am Nachmittag wurde eine Drohne eingesetzt, die den betreffenden Moselabschnitt am Trierer Barbara-Ufer aus der Luft inspizierte. Freunde des 19-Jährigen organisierten über das soziale Netzwerk eine Suchaktion. Kurz nach 17 Uhr beendeten die professionellen Helfer ergebnislos die Suche nach dem jungen Mann.

Kurz davor wurde die Trierer Berufsfeuerwehr erneut zu einem Einsatz in der Mosel gerufen. Anrufer hatten gemeldet, dass im Bereich der Jugendherberge mehrere Jugendliche in der Mosel seien und einer wohl am Ertrinken sei.

Laut Polizei war ein zu einer Reisegruppe gehörender Jugendlicher, der geistig beeinträchtigt ist, ohne Kenntnis der Betreuer in die Mosel gestiegen, um zu schwimmen. Erst später wurde er von einem Betreuer in der Mosel entdeckt. Der Versuch, den Jugendlichen wieder an Land zu geleiten, schlug fehl. Daraufhin informierte der Betreuer Polizei und Feuerwehr.

Ein mit Tauchern besetztes Feuerwehrboot, das in unmittelbarer Nähe im Einsatz war, war zügig vor Ort. Zwei Taucher nahmen vom Wasser aus Kontakt mit dem Jugendlichen auf, um ihn ans Ufer zu bringen. Durch zusätzlich eintreffende Polizeibeamte konnte der Junge mit vereinten Kräften ans Ufer gezogen und zu einem bereitstehenden Rettungswagen geführt werden. Er wurde in ein Trierer Krankenhaus gebracht.Im Einsatz waren die Polizei Trier mit mehreren Streifen, die Wasserschutzpolizei, ein RTW und das Rettungsboot mit Tauchern der Berufsfeuerwehr Trier.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt davor, in Flüssen zu schwimmen. Auch wenn oberflächlich das Wasser ruhig zu sein scheint, könnte es unter der Oberfläche zu gefährlichen Strömungen kommen, die für ungeübte Schwimmer schnell zu einer Gefahr werden könnten, sagte der Sprecher des DLRG Rheinland-Pfalz, Marco Vogt, unserer Zeitung. Es sei nahezu unmöglich, gegen die Strömung zu schwimmen. Die Schwimmer bekämen dann Panik, verlören irgendwann die Kraft und gingen unter. Vogt rechnet damit, dass die Zahl der Badetoten  in rheinland-pfälzischen Gewässern weiter steigen wird. Zehn Menschen seien in diesem Jahr bereits in unbeaufsichtigten Naturgewässern gestorben. Im gesamten vergangenen Jahr habe es insgesamt 17 Tote gegeben. Gerade bei heißem Wetter suchten die Menschen überall nach Abkühlung, eben auch in Flüssen oder unbewachten Baggerseen. „Der sicherste Ort dafür ist das Schwimmbad“, sagt Vogt. Wenn einen die Kraft beim Schwimmen verlasse, sei man in der Regel schnell am Rand und es gebe eine Aufsicht.

Ausdrücklich verboten ist das Schwimmen in Flüssen nicht. Allerdings rät das Umweltministerium davon ab. „In Rheinland-Pfalz ist kein Fluss oder größerer Bach als Badegewässer ausgewiesen“, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Gründe dafür seien eine Infektionsgefahr durch Bakterien, Gefahren durch Schiffsverkehr und die zum Teil starke Strömung.

Seit Donnerstag wird am Rhein bei Bingen ein Schwimmer vermisst. Die Suche nach dem Mann gestaltet sich laut Polizei schwierig. Es sei unklar, ob der von einem Fährführer beobachtete Mann ertrunken oder ans Ufer geschwommen ist. Im Rhein sind vergangene Woche drei Schwimmer ums Leben gekommen. Am Sonntag ist in einem Badesee im luxemburgischen Remerschen ein 53-Jähriger ertrunken. Einen Monat zuvor hat es dort bereits einen tödlichen Badeunfall gegeben.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“