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Schwitzen, liegen, schweigen

Freuen sich auf ihre Gäste im neuen Ruhehaus des Trierer Saunagartens im Stadtbad: das Saunateam Elisabeth Müller, Günter Maier, Vivianne Hübner und Christina Loosen (von links). TV-Foto: Christiane Wolff
Freuen sich auf ihre Gäste im neuen Ruhehaus des Trierer Saunagartens im Stadtbad: das Saunateam Elisabeth Müller, Günter Maier, Vivianne Hübner und Christina Loosen (von links). TV-Foto: Christiane Wolff
Trier. Ein Kaminzimmer, einen Raum der Stille und 14 Wasserbetten zum Träumen: Das neue Ruhehaus im Saunagarten des Bads an den Kaiserthermen hat eröffnet. Die Stadtwerke haben 400 000 Euro in den Bau investiert.

Trier. Nicht nur im Urlaub, auch in der Sauna frönen die Deutschen ganz gerne einer ihrer bekanntesten Unarten: Liegen per Handtuchauflegen in Beschlag nehmen und möglichst nicht mehr freiräumen - egal, ob man den Ruheplatz nutzt oder nicht. An besucherstarken Tagen war die Kapazität des bisherigen Ruheraums im Saunagarten des Trie rer Stadtbads da schnell ausgereizt. Das zusätzliche neue Ruhehaus schafft Abhilfe: Zwei neue Liegeräume sind im frisch eröffneten, zweistöckigen Bau entstanden.
Im Raum der Stille gibt\'s 14 Rattanliegen, im Raum der Träume noch mal 14 Spa-Betten mit schwubbeligen Wasserkern-Matratzen. "In beiden Räumen darf nicht gesprochen werden", betont Stadtbad-Leiter Werner Bonertz. Wer zwischen den Saunagängen lieber plaudern als schweigen möchte, kann dies im mit lauschigen Sesseln und Sofas eingerichteten Kaminzimmer tun.
Ebenfalls auf den 200 Quadratmetern der zwei Etagen des neuen Ruhehauses zu finden: Drei Massage- und Kosmetikkabinen. Betrieben wird der Wellnessbereich von Sandra Kossel, die auch im alten Saunahaus schon ein kleines Studio hat.
400 000 Euro haben die Stadtwerke in den Bau des Ruhehauses und andere Neuerungen im Saunagarten investiert. Die Terrasse des Bistros wird von einem neuen Glasdach überspannt. Die Aufguss-Sauna hat zwar nicht wie geplant eine vierte Sitzbank erhalten. "Dafür war leider doch kein Platz", bedauert Sauna-Leiter Bonertz. Dafür ist der Kamin von der Außenwand in die Raummitte gerückt worden. "So kann sich die Aufguss-Hitze viel besser in der ganzen Sauna verteilen", sagt Saunameisterin Christina Hübner.
Vergrößert wurde außerdem die Freifläche vor der Aufguss-Sauna, auf der es insbesondere nach dem beliebten Salzaufguss in der Vergangenheit oft eng wurde. Neu sind auch die vier flachen Heizkörper, an denen Handtücher zum Trocknen aufgehängt werden können.
"Wir wollten die Aufenthaltsqualität für unsere Gäste verbessern", sagt Saunaleiter Bonertz.
Weitere Ausbauideen gibt es bereits: Unter dem Schwimmbad-Parkplatz erstreckt sich ein großer Gewölbekeller. "Es gibt Überlegungen, diesen für eine Saunaerweiterung zu nutzen, etwa für Wellness, eine Eis-Grotte oder eine weitere Sauna-Kabine", verrät Bonertz. woc
Extra

Die Sauna des Trierer Bads an den Kaiserthermen schreibt schwarze Zahlen, das dazugehörige Schwimmbad wird dagegen mit öffentlichen Mitteln subventioniert. Rund eine Million Euro schießt die Stadt pro Jahr zu Betriebs- und Personalkosten dazu. Der Gewinn aus dem Saunabetrieb fließt in den Gesamtbäderbetrieb ein. Im Bundesdurchschnitt erwirtschaften ähnliche öffentliche Bäder rund 40 Prozent ihrer Kosten selbst, beim Bad an den Kaiserthermen liegt dieser Kostendeckungsgrad bei 67 Prozent. Die Stadtwerke hatten den Saunabereich 2009 um den nun rund 1800 Quadratmeter großen Außenbereich erweitert. Hatte die Sauna vor der Ausweitung rund 20 000 Besucher pro Jahr, steigerte sich diese Zahl 2013 auf 46 000 Gäste. woc