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Seit 40 Jahren mittendrin: Die Feuerwehr im Trier-Eurener Ortsteil Herresthal

Dieses Einsatzfahrzeug steht seit 2010 im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Herresthal. Foto: Feuerwehr
Dieses Einsatzfahrzeug steht seit 2010 im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Herresthal. Foto: Feuerwehr FOTO: (h_st )
Trier. Die Feuerwehr im Trier-Eurener Ortsteil Herresthal hält das Dorf zusammen. Und feiert am Wochenende nach Kräften. Viola Merten

Marko Petry strahlt erwartungsvoll, wenn er vom kommenden Wochenende spricht. Und das hat auch einen Grund: Der Löschzugführer bereitet in diesen Tagen das Fest zum vierzigjährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Herresthal vor, das dieses Jahr an die Stelle des traditionellen Pfingstfestes tritt.
Angefangen hat alles 1977, als die zehn Gründungsmitglieder der Truppe gewährleisten sollten, dass auch in dem Ort mit weniger als 200 Einwohnern Hilfe innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen acht Minuten zur Stelle ist. Die technische Ausrüstung beschränkte sich damals auf einen Tragkraftspritzenanhänger, der noch von einem Traktor gezogen werden musste.

Den Höhepunkt der vierzig Jahre Herresthaler Feuerwehrgeschichte schildert der heutige Löschzugführer Petry so: "Zu Beginn war die Feuerwehr in einem privaten Schuppen untergebracht, aber mit dem Bau eines eigenen Gerätehauses ab 1988 haben wir uns einen Traum erfüllt. Natürlich steckt da auch jede Menge Eigenleistung drin." Genau dieses Bürgerengagement war es, das den gelernten Zimmermann zur Feuerwehr brachte. "Es hat noch eine Treppe gefehlt, und da konnte ich helfen." Doch die Mitgliedschaft in der Feuerwehr hat in Petrys Familie auch Tradition: Seine drei älteren Brüder waren ebenfalls im Löschzug bis vor kurzem aktiv. Einer von ihnen war 17 Jahre lang Petrys Vorgänger als Löschzugführer, bis dieser das Amt 2005 übernahm.

Aktuell gibt es in Herresthal neun aktive Feuerwehrleute und fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr. "Die Situation wird gerade in einem so kleinen Ort nicht einfacher, aber ich bin trotzdem zuversichtlich. Unsere Jugendfeuerwehr steht jedem ab zehn Jahren offen - Junge, Mädchen, ganz egal." Petrys älteste Söhne sind bereits Teil der Jugendfeuerwehr, die vom Löschzug Zewen ausgebildet wird. Die Aufgaben der Herresthaler Feuerwehr sind vielfältig: "Seit der Gründung mussten wir nur zwei oder drei Brände löschen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich in Übungen für den Fall der Fälle fit zu halten." Außerdem sind Vertreter der Feuerwehr Herresthal regelmäßig im Rahmen der Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen im Theater Trier oder der Arena präsent. "Natürlich helfen wir auch in anderen Stadtteilen", ergänzt Petry, "zum Beispiel bei Hochwasser."

Doch im beschaulichen Herresthal hat die Feuerwehr noch weitere Aufgaben; den direkten Dienst am Bürger gewissermaßen. "Das Aufstellen des Maibaums oder das Martinsfeuer sind in unserer Gemeinschaft wichtige Anlässe, und da spielt die Feuerwehr immer eine ganz zentrale Rolle." Außerdem werden häufig Gäste aus der Nachbarschaft in Übungen einbezogen. Ein anderes Indiz für die gute Atmosphäre im kleinen Ort über den Dächern der Stadt ist der offensichtlich große Zusammenhalt - gerade in der Feuerwehr -, denn Marko Petry ist erst der dritte Löschzugführer in vierzig Jahren.

Die Feier zum vierzigjährigen Bestehen der Feuerwehr Herresthal beginnt am Samstag mit einer Messe um 18.30 Uhr. Es folgen die Eröffnung, Beförderungen der Mitglieder und ein Auftritt der Band Out of Control. Am Sonntag folgen Frühschoppen, Mittagstisch, öffentliche Übungen und ein Kinderprogramm mit Strohburg, unterbrochen von Livemusik (13 Uhr Felix, 19 Uhr Sudden Deafness).