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Seit Jahrzehnten in Familienhand

Traditionsreich: der "Eurener Hof", hier mit Geschäftsführer Simon Haag und "Oma" Maria Haag.Foto: Birgit Pfaus
Traditionsreich: der "Eurener Hof", hier mit Geschäftsführer Simon Haag und "Oma" Maria Haag.Foto: Birgit Pfaus
TRIER-EUREN. Der "Eurener Hof" ist wohl jedem Eurener ein Begriff. Als traditionsreicher Familienbetrieb prägt der Gasthof seit fast 100 Jahren den Ortskern von Euren. Unserer Mitarbeiterin <br>BIRGIT PFAUS

Am Anfang war die Kartoffel: Ende des 19. Jahrhunderts verkauften Johann und Katharina Haag die nahrhafte Knolle nämlich im damals noch nicht nach Trier eingemeindeten Euren an die kaiserliche Garde.Bald kamen sie auf die Idee, die Kartoffeln nicht nur als rohes Produkt, sondern in zubereiteter Form unters Volk zu bringen.So eröffneten die Haags im Jahre 1906 einen Gasthof - mit Gaststube, Café-Terrasse und einem Festsaal für 300 Personen, den die Eurener für Versammlungen und Feste rege nutzten.Seither hat sich viel verändert im und am "Eurener Hof", doch immer noch und mittlerweile in der vierten Generation ist der traditionsreiche Gasthof fest in der Hand der Familie Haag: Alle Familienmitglieder, die im Eurener Hof mitarbeiten, haben eine Ausbildung im Gastronomie-Bereich.Gab es zu Beginn nicht viel Auswahl auf der Speisekarte, und wurden die Zimmer nach dem Krieg noch "auf Pump" an Übernachtungs- und Dauergäste vermietet, steht heute ein schmuckes Hotel in der Eurener Straße 171, das vor allem Gäste ansprechen will, die auch mal etwas tiefer in die Tasche greifen für gehobenes Ambiente, umfassenden Service und ein vielfältiges Wellness-Angebot.Insgesamt 86 Zimmer gibt es im "Eurener Hof" - vom "normalen" Einzelzimmer bis zur Suite im Dachgeschoss mit eigener Dachterrasse. "Pro Jahr übernachten bei uns rund 23 000 Gäste", überschlägt Geschäftsführer Simon Haag. Zu den Kunden zählen weniger Geschäftsreisende als vor allem Städtereisende und Gäste, die bis zu zwei Wochen in Trier Urlaub machen. Außerdem werden auch Langzeit-Appartements vermietet.Ein neuer Anziehungspunkt ist sicherlich der Wellness-Bereich, den die Haags im Jahr 2000 fertiggestellt haben und der, zusammen mit der Waschküche, der Tiefgarage, der Küche und den Räumen für die Angestellten, im neuen Anbau liegt. Hier finden auch Erholungsbedürftige, die nicht im Hotel übernachten, neben den "Wellness-Klassikern" Schwimmbad, finnische Sauna und Solarium unter anderem ein "Lakonium", wo man auf warmen Sitzflächen und in einer Raumtemperatur von 45 Grad auf sanfte Weise den Körper entschlackt, Liegen und Badewannen, auf und in denen man diverse Schlamm- Algen- und andere Packungen genießen kann, und ein im orientalischen Stil erbautes "Serail-Bad", wo Schlämmkreiden in die Haut einmassiert werden und der Körper mit Aromen bedampft wird. Im Schönheits- und Wellness-Bereich arbeiten zwei Kosmetikerinnen und zwei Masseure.Insgesamt 100 Mitarbeiter sind im "Eurener Hof" rund ums Essen beschäftigt. Die traditionelle "Eurener Lauchsuppe" ist ein Fixpunkt auf der Speisekarte, den es schon seit Jahrzehnten gibt. Ansonsten wechselt die Karte mit den Jahreszeiten. "Theoretisch und praktisch bereiten wir aber alle Speisen zu, die von den Gästen gewünscht werden", versichert der gelernte Koch Simon Haag.Jeden Tag um 11.30 heißt es für das Personal: "Essen-fassen". Die beiden Gerichte, die die Mitarbeiter im "Eurener Hof" bekommen, stehen auch in der günstigen Mittagskarte. Arbeiter aus dem Industriegebiet essen hier Bratkartoffeln neben den Gästen, die sich bretonische Crevetten und Kalbsfilet mit Basmatireis bestellen.Ganz in Vergessenheit geraten sind die "erdigen" Wurzeln des Eurener Gasthofs also noch nicht. Morgen in unserer Stadtteilserie: Ein Bunker für die Koobengarde.