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Shopping in Trier: Stadt proppenvoll - Handel will verkaufsoffenen Sonntag im Advent

Mantelsonntag 2017: Die Trierer City ist proppenvoll. Hier die Grabenstraße in Blickrichtung Hauptmarkt. TV-Fotos (2): Roland Morgen
Mantelsonntag 2017: Die Trierer City ist proppenvoll. Hier die Grabenstraße in Blickrichtung Hauptmarkt. TV-Fotos (2): Roland Morgen FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"
Trier. Vorgeschmack aufs Weihnachtsgeschäft: Der Mantelsonntag in Trier lockt die Massen und weckt Begehrlichkeiten. Die City-Initiative nimmt Stellung zu einer Sonderlösung für Heiligabend. Roland Morgen

Trier 15 Uhr in Trier: Die City ist proppenvoll, die Geschäfte ebenfalls. Was treibt Menschen zum Mantelsonntag? Christine Jöricke, die aus Trier stammt und in Heidelberg wohnt und arbeitet, hat eine eigene Antwort: "Ich verbinde den Besuch bei Familie und Freunden mit dem Einkaufen. Trier bietet in dieser Hinsicht mehr als viele andere Städte und der Online-Handel. Erlebnis eben." Ein Spruch wie aus einer Werbebroschüre, aber: "Ich meine das ganz ernst", beteuert die 41-Jährige, "Und als Trier-Fan freut mich, dass es heute richtig rund geht."

Der Mantelsonntag 2017, das zeichnet sich bereits am späten Vormittag ab, wird ein Erfolg. Die öffentlichen Parkhäuser und Tiefgaragen füllen sich zusehends, obwohl die Geschäfte erst um 13 Uhr öffnen. BIT, WIL, SAB, DAU - Fahrzeuge aus der ganzen Region rollen heran. Auch das Saarland und Luxemburg sind stark vertreten. Oberbürgermeister Wolfram Leibe beobachtet den Andrang "mit einem lachenden und weinenden Auge. Das unterstreicht einerseits natürlich die Attraktivität Triers, andererseits zeigt sich aber auch: Wir haben für Ereignisse wie dieses zu wenig Parkplätze."

3200 in den Großgaragen sind es, weitere rund 1000 kommen auf städtischen und privaten Parkflächen hinzu. Diesmal reichen sie nicht aus. Das Ordnungsamt verteilt reichlich Knöllchen an Falschparker, von denen einige ihre Autos zum Teil ziemlich dreist in verkehrsberuhigten Straßen oder auf Radwegen abgestellt haben.

Nach fünf Stunden schließen die Geschäfte wieder. Jetzt wird's in Restaurants und Pizzerien eng.

Benno Skubsch (36), der Vize-Vorsitzende der City-Initiative Trier (CIT), zieht auf Anfrage des TV eine überaus positive Bilanz: "Wir sind sehr zufrieden. Der Mantelsonntag war der stärkste aller vier offenen Sonntage dieses Jahres und ist aus Sicht des Handels auch besser angenommen worden als der des Vorjahres." Allein das Einkaufszentrum Trier-Galerie, dessen Manager Skubsch von Beruf ist, habe mehr als 20 000 Besucher verbucht. Besonders gefragt: "Mode, aber auch schon erste Weihnachtsgeschenke."

Erstaunlich: Schon am Samstag brummte es in den Geschäften, was für den Vortag des traditionellen Mantelsonntags eher ungewöhnlich ist.

Die Antwort liegt in den besonderen kalendarischen Konstellationen dieses Jahres. Dem Mantelsonntag folgt nach einem Werktag ein einmaliger Doppel-Feiertag: Morgen Reformations-Jubiläum, am Mittwoch Allerheiligen. Und er war der letzte Shopping-Sonntag dieses Jahres in Trier. Was der CIT-Vize "sehr bedauert. Ich finde, es müsste den Händlern in Rheinland-Pfalz möglich sein, am ersten Advent zu öffnen, auch wenn der im Dezember liegt." Eine Sonderöffnung der Geschäfte an Heiligabend, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt (siehe Info), hält Skubsch nicht für notwendig.

Allem Andrang um Trotz: Gravierende Verkehrsprobleme gab es am Mantelsonntag nicht. "Die Straßen waren voll, aber im Großen und Ganzen verlief alles in geordneten Bahnen", hieß es bei der Polizeiinspektion.

Der Mantelsonntag (letzter Sonntag im Oktober) geht mit der Allerheiligenmesse einher. Die Kirmes auf dem Viehmarktplatz dauert bis einschließlich Sonntag, 5. November.Extra: NEIDVOLLE BLICKE ÜBER LANDESGRENZE

Sonntagsshopping in Trier - das ist für dieses Jahr passé. Der Mantelsonntag war der letzte der vier verkaufsoffenen Sonntage. Mehr lässt das rheinland-pfälzische Ladenöffnungsgesetz nicht zu. Weil der Dezember tabu ist, gibt es bis 2020 (erster Advent am 29. November) keinen offenen Sonntag im Advent mehr.
In anderen Bundesländern ist das anders. Zum Beispiel im Saarland. Am ersten Advent dieses Jahres (3 Dezember) sind die Läden unter anderem in Saarlouis, Ottweiler, Neunkirchen, Merzig, Losheim und Homburg geöffnet. Saarbrücken legt am 9. Dezember mit einer "langen Einkaufsnacht" nach. In Aachen, wo es in diesem Jahr neun offene Sonntage (in unterschiedlichen Stadtteilen), davon zwei im Dezember. Dort denkt der Handel derzeit sogar laut darüber nach, eine Sonderöffnungsmöglichkeit an Heiligabend (der 24. Dezember ist ein Sonntag) bis 14 Uhr zu beantragen. So könnte der am 23. Dezember drohende Mega-Andrang auf die Geschäfte entzerrt werden.
In der Region Trier gibt es am 5. November die letzten offenen Sonntage unter anderem in Konz, Schweich, Hermeskeil und Wittlich.

Das Einkaufszentrum Trier-Galerie mit seinen 70 Läden zieht binnen fünf verkaufsoffenen Stunden mehr als 20 000 Besucher an.
Das Einkaufszentrum Trier-Galerie mit seinen 70 Läden zieht binnen fünf verkaufsoffenen Stunden mehr als 20 000 Besucher an. FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"