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Sonne spendet Strom für 250 Haushalte

Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke weiht gemeinsam mit Oberbürgermeister Klaus Jensen (links) und Treneg-Vorstandsmitglied Gerhard Dehen die erste freistehende Solaranlage auf dem Petrisberg in Trier ein. TV-Foto: Katja Bernardy
Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke weiht gemeinsam mit Oberbürgermeister Klaus Jensen (links) und Treneg-Vorstandsmitglied Gerhard Dehen die erste freistehende Solaranlage auf dem Petrisberg in Trier ein. TV-Foto: Katja Bernardy
Trier. Die Photovoltaikanlage auf dem Petrisberg ist offiziell in Betrieb gegangen. 4200 Solarmodule produzieren jährlich eine Million Kilowattstunden Strom - das entspricht einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 250 Haushalten. Mit dem Solarpark trägt die erst im Mai gegründete Trierer Energiegenossenschaft (Treneg) zur regionalen Energiewende bei. Katja Bernardy

Trier. Die rund 1,7 Millionen teure Photovoltaikanlage hat neuerdings einen Namen: Sonnenenergie Petrisberg. Gemeinsam enthüllten die rheinland-pfälzische Ministerin für Energie, Eveline Lemke, Oberbürgermeister Klaus Jensen sowie Treneg-Vorstandsmitglied Gerhard Dehen das Namensschild. Lemke hatte viel Lob für das Gemeinschaftsprojekt übrig, das auf Bürgerbeteiligung statt auf Abhängigkeit von profitorientierten Investoren setzt.
Neben Vertretern aus Politik und regionaler Wirtschaft waren auch viele der bis heute 130 Genossenschaftsmitglieder anwesend. "Man muss alles tun, was man kann gegen die Kernkraftwerke", erklärte eine Genossin ihre Motivation mitzumachen. Neben dem Idealismus winkt auch die Aussicht, dass die Mitglieder von einer Rendite in Höhe von vier Prozent ausgehen können. Für einen Genossenschaftsanteil von mindestens 500 Euro konnten und können sich Bürger und Einrichtungen beim Treneg-Solarpark, der vom Bürgerservice geplant und aufgebaut wurde, einkaufen. Rund 20 Prozent der Gesamtkosten der rund 1,7 Millionen Euro teuren Anlage stammen aus Eigenkapital der Genossenschaft, der Rest ist Fremdkapital. Die Einspeisevergütung liegt bei 18 Cent. Sogar eine erste Bilanz konnte gezogen werden, da die Anlage schon seit Mitte August läuft: "Im ersten Monat haben wir mehr Strom produziert als erwartet", sagte Dehen. Bernd Hamm, Mitglied im Treneg-Aufsichtsrats, sprach gar von "einem Paradigmenwechsel, vor dem wir stehen". Nachhaltige Entwicklung sei auf dem Weg, eine Bürgerbewegung zu werden. Treneg kooperiere mit den fünf weiteren lokalen Energiegenossenschaften, deutschlandweit gibt es derzeit 500.
Die Stadt als Verpächter des Geländes profitiert in mehrerlei Hinsicht: Der Solarpark trägt dazu bei, die politische Vorgabe des Stadtrats, in acht Jahren mindestens die Hälfte der in Trier benötigten Energie aus regenerativen Quellen zu produzieren, zu erfüllen. "Und wenn wir Gewinne erzielen, zahlen wir der Stadt zusätzlich zur Mindespacht entsprechend mehr", sagt Treneg-Vorstandsmitglied Marc Steinert.