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Sparkasse stellt Verkauf der amtlichen Abfallbeutel ein - Müllentsorger sucht Alternativen

FOTO: Friedhelm Knopp (f.k.) ("TV-Upload Knopp"
Trier. Mit dem flächendeckenden Verkauf seiner amtlichen Abfallsäcke hat der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) bald ein Problem: Die Sparkasse Trier schließt zum Jahresanfang 2016 ihre 87 Verkaufsstellen. Auch die Volksbank macht ihre sechs Verkaufsstellen dicht. Friedhelm Knopp

Trier. Wenn die Mülltonnen schon überquellen und es noch Tage bis zum nächsten Abfuhrtermin dauert, werden die amtlichen Abfallsäcke - im Volksmund "roter Müllsack" genannt - für Kunden des ART zum Retter in der Not. 2,70 Euro kostet so ein Sack. Mit diesem Preis zahlt der Käufer nicht den geringen Materialwert der Plastikhaut, sondern eine Müllgebühr, die den Abtranstransport des gefüllten Sacks garantiert.
Lange nach einer Verkaufsstelle suchen müssen die Kunden bisher nicht - der Weg führt meist zur nächsten Sparkassenfiliale. Die Kooperation zwischen ART und Sparkasse hatte vor über 40 Jahren begonnen. Sie sichert die flächendeckende Versorgung mit den Plastiktüten in Trier und im Kreis Trier-Saarburg. Laut ART betreibt die Sparkasse 67 Verkausfsstellen. Auch sechs Volksbankfilialen im Raum Hermeskeil/Kell sind derzeit noch am Verkauf beteiligt. Jährlich werden über die Verkaufsstellen rund 67 000 Säcke gegen eine Stück-Provison ausgegeben. Doch dieser Tage kam die Mitteilung aus der ART-Zentrale an der Trierer Löwenbrückener Straße, dass zum 1. Januar 2016 diese kundenfreundliche Zuammenarbeit zwischen Bank- und Abfallwirtschaft beendet sei.
Nadine Büdinger, Assistenz ART-Geschäftsführung, sagt auf Anfrage: "Völlig unerwartet und ohne Abstimmung teilt uns die Sparkasse mit, dass der Verkauf der Abfallsäcke in den Geschäftsstellen zum 31. Dezember 2015 eingestellt wird. Als Grund werden ,interne Begebenheiten' genannt. Nahezu zeitgleich hat auch die Volksbank das Aus für den Abfallsackverkauf in einigen ihrer Filialen angekündigt." Trotz Nachfragen des ART bleibe die Sparkasse bei ihrer Haltung. Nun müsse der ART in kürzester Zeit ein alternatives und ebenso bürgerfreundliches Verkaufsnetz auf die Beine stellen.Am Jahresende ist Schluss


Inzwischen seien über das ART-Abfalltelefon auch Beschwerden eingegangen, dass es in einzelnen Sparkassengeschäftsstellen schon heute keine Abfallsäcke gebe, weil der Vorrat verbraucht sei und keine Nachlieferung mehr bestellt werde. Büdinger: "Der ART bemüht sich im Kontakt mit der Sparkasse, den Verkauf wenigstens bis Jahresende zu sichern."
Warum die Sparkasse den Verkauf einstellt, erklärt auf Anfrage deren stellvertretender Vorstandsvorsitzender Peter Späth: "Wir sind bestrebt, unser Angebot so kundenfreundlich und günstig wie möglich zu gestalten. Zudem versuchen wir, den Aufwand unserer Geschäftsabläufe zu reduzieren, um den Kunden einen schnellen und unkomplizierten Service bieten zu können. Dies fällt wegen der steigenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen immer schwerer."
Späth nennt in dem Zusammenhang ein technisches wie rechtliches Problem: Der Verkauf von Ware gegen Bargeld über den Banktresen. "Gemäß der Unfallverhütungsvorschrift (UVV-Kassen) für Betriebsstätten mit Bargeldverkehr ist in einem Teil unserer Geschäftsstellen die Aufbewahrung von Banknoten im direkten Zugriff durch die Mitarbeiter(innen) untersagt. Bargeldverkehr darf dort ausschließlich über Automaten erfolgen", erklärt Späth. Hinzu komme, dass der Verkauf der amtlichen Müllsäcke mit hohem verwaltungstechnischen Aufwand verbunden sei.
Die Antwort von VolksbankSprecher Carsten Frank: "Die Säcke wurden nur in sechs Filialen der Regionaldirektion Hermeskeil verkauft. Allerdings war die Nachfrage dort seit Jahren Rückläufig. In den Filialen Trier, Saarburg und Schweich gibt es schon seit zehn Jahren und länger keinen Verkauf mehr."Extra

Der 70-Liter-Sack für 2,70 Euro ist noch bis 31. Dezember bei Sparkassen und einigen Volksbanken in Hochwald erhältlich. Die weiter bestehenden Verkaufsstellen: Trier: Bürgeramt der Stadt Trier, Rathaus am Augustinerhof. ART-Zentrale Löwenbrückener Straße 13/14 Trier und ART-Wertstoffhof Metternichstraße 35. Kreisverwaltung Trier-Saarburg, Willi-Brandt-Platz 1 und Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land, Gartenfeldstraße 12. Kell am See: Verbandsgemeindeverwaltung, Rathausstraße 1. Konz-Oberemmel: Wikeha, Karlsbergstraße 3. Langsur: Bäckerei Lutz, Mesenicher Straße 17. Mehring: Raiffeisenbank Mehring-Leiwen, Neustraße 20. Mertesdorf: ART-Entsorgungszentrum Mertesdorf an der B 52. Pluwig: Gemeindeverwaltung, Auf Steinisch 14. Saarburg: Verbandsgemeindeverwaltung, Schloßberg 6. Thörnich: Raiffeisenmarkt Mehring-Leiwen, Leiwener Weg. Trittenheim: Winzermarkt Görgen, Moselweinstraße 83. Waldrach: Verbandsgemeindeverwaltung Ruwer, Untere Kirchstraße 1 und Haus + Gartenmarkt, Bahnhofstraße. f.k.