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Stadtentwicklung
Brubacher Hof: Vorentscheidung vertagt

Im Stadtrat geht es heute nur um den Flächennutzungsplan. Die Verwaltung verschiebt den Beschluss zur Entwicklungssatzung.
Roland Morgen

Trier Der ganz große Druck dürfte erst  einmal weg sein: Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch (17 Uhr großer Rathaussaal) nicht darüber entscheiden, ob in Sachen Brubacher Hof bereits erste Pflöcke eingeschlagen  werden. „Der Baudezernent wird dem Stadtrat vorschlagen, den Tagesordnungspunkt 17 – den Satzungsbeschluss zur Förmlichen Festlegung des Städtebaulichen Entwicklungsbereichs Am Brubacher Hof – von der Tagesordnung abzusetzen“, kündigt Rathaus-Sprecher  Michael Schmitz an. Ein Vorschlag, den der Rat nicht ablehnen wird, denn die Idee dazu kam aus eigenen Reihen. In der Sitzung des Baudezernatsauschusses am 6. März  hatten Redner mehrerer Fraktionen darum gebeten, „nichts übers Knie zu brechen“ (der TV berichtete). Baudezernent Andreas Ludwig signalisierte Entgegenkommen.

Tagesordnung 16 bleibt auf dem Programm. Die Verwaltung erbittet den Segen des Rates zum überarbeiteten Entwurf des Flächennutzungsplans (FNP) 2030 und für eine dritte öffentliche Auslegung. Es soll eine „Auslegung light“ werden. Dauer: drei Wochen  – nur noch halb so lang wie die erste –, und es geht ausschließlich um geänderte Planinhalte. Das bedeutet: Der Brubacher Hof wird nicht mehr zur öffentlichen Debatte stehen. Prognosen zum Ausgang der Abstimmung im nominell 56-köpfigen Gremium sind schwierig. Das Stimmungsbild ist eindeutig: Sozialdemokraten (15 Ratsmitglieder) und Liberale 2) sind nach den Worten  ihrer Fraktionschefs Sven Teuber (SPD) und Tobias Schneider (FDP) geschlossen dafür. Bei der CDU (20) gibt es einige erklärte Gegner einer Brubacher-Hof-Bebauung, aber die wollen, wie der ebenfalls dazu gehörende Fraktionsvize Thomas Albrecht erklärt, sich der Stimme enthalten. Auch bei der  Unabhängigen Bürgervertretung Trier (UTB, 4 Sitze) läuft es auf Enthaltung hinaus; weil, wie die Fraktionsvorsitzende Christiane Probst betont, nicht das Gesamtprojekt FNP blockiert werden soll. Der Rest des Rates (Grüne, Linke, AfD und eine Piratin) dürften mit Nein votieren. Das könnte rein rechnerisch für einen weiteren Schritt auf dem langen Weg  zum Flächennutzungsplan reichen. Aber: auch unter Ratsmitgliedern grassiert die Grippewelle. Es dürften heute nicht alle an Bord sein. Die Grünen kündigen zudem einen Änderungsantrag an. Sie wollen, dass der Brubacher Hof im FNP-Entwurf nicht als Wohnbaufläche ausgewiesen wird.

Vor der Sitzung wird wieder demonstriert – diesmal auch pro Brubach: Junge Liberale und Jusos wollen zeigen, „dass sich die Debatte um die Baulandausweisung in Trier deutlich vielseitiger darstellt, als der einseitige Protest rund um die Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariahof vermuten lassen könnte“ (siehe Meldung rechts).