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Kommunalpolitik
Stadt will neues Parkleitsystem – und mehr Kontrolleure

Parken in Trier kann zum Stress für alle Beteiligten werden – wenn man es so macht wie der Fahrer dieses Wagens, der den kompletten Bürgersteig blockiert.
Parken in Trier kann zum Stress für alle Beteiligten werden – wenn man es so macht wie der Fahrer dieses Wagens, der den kompletten Bürgersteig blockiert. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Karl Marx und die Sommersaison stehen vor der Tür, es droht der tägliche Parkfrust. Die Stadt kündigt moderne Technik an, will aber den Falschparkern auch öfter auf die Finger klopfen. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Wie oft pro Jahr sind die sieben innerstädtischen Parkhäuser, die von den Stadtwerken Trier (SWT) betrieben werden, wirklich voll? Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) liefert in der Stadtratssitzung gestern Abend aktuelle Zahlen. „Nur an 75 Stunden liegt die Auslastung über 95 Prozent“, sagt der Verwaltungschef. 75 von insgesamt 8760 Stunden eines Jahres oder 8784 Stunden eines Schaltjahres – das ist ein mathematischer Beweis der Tatsache, dass die legalen und zentralen Parkplätze der Trierer Innenstadt nur sehr, sehr selten wirklich komplett besetzt sind.

Dennoch herrscht täglich Frust und Ärger, da viele Fahrer die Parkhäuser als zu teuer ablehnen, deshalb gar nicht erst ansteuern und auf der Suche nach einem kostenlosen Platz für ihr Vehikel durch die engen Trierer Straßen rollen. Frustvermeidung hat zurzeit eine hohe Priorität, da man den Besuchern der Karl-Marx-Ausstellung und generell den Gästen der Stadt Trier während der Freiluftsaison ein angenehmes Erlebnis bescheren will. Dieses Ziel geht die Stadt Trier auf zwei Ebenen an.

Ebene Nummer eins: mehr Konsequenz gegenüber den Falschparkern. Ordnungsdezernent Thomas Schmitt (CDU) will den Verkehrsüberwachungsdienst, der zurzeit 26 Stellen hat, personell verstärken und die Kontrollen ausweiten. Die Pläne existieren, das bestätigt auch Stadt-Sprecher Michael Schmitz auf Anfrage des TV. Doch noch seien sie nicht spruchreif, da die Verhandlungen mit dem Personalrat noch nicht abgeschlossen sind.

Ebene Nummer zwei: mehr Information und Komfort auf den Trierer Straßen. Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) kündigt in der Beantwortung einer Anfrage der CDU-Fraktion eine komplette Erneuerung des mittlerweile 17 Jahre alten Parkleitsystems an. Das alte System leide unter seinem Alter und einem ständig wachsenden Instandhaltungsaufwand, erläutert Ludwig. „Ersatzteile sind nur noch als Sonderanfertigungen lieferbar. Ein Aus- oder Umbau ist unter diesen Umständen weder sinnvoll noch möglich.“ Das neue System, bezahlt und betrieben von den Stadtwerken, werde neue LED-Parkleitwegweiser bieten, die an mehreren Standorten als Stadtinformationssystem dienen und auch auf Park-and-Ride-Angebote hinweisen, um den Parksuchverkehr drastisch zu reduzieren. „Eine Vorlage dazu soll im zweiten Quartal dem Stadtrat und den Gremien der Stadtwerke vorgelegt werden“, kündigt Ludwig an.

Wie ein modernes Parkleitsystem aussehen kann, soll ein Pilotprojekt zeigen – und zwar noch in diesem Jahr. „Die Stadtwerke werden in Kooperation mit der Stadt Trier den innerstädtischen Parkplatz am Palastgarten mit 70 intelligenten Parksensoren ausrüsten“, kündigt Ludwig an. Diese Sensoren melden ihren aktuellen Zustand – frei oder besetzt – an Parkleitschilder und über eine offene Internetschnittstelle an die Onlineangebote der SWT auf der Homepage www.parken-in-trier.de und die „Äppes“-App für Smartphones. „Die Umsetzung des Projekts soll bis September erfolgen“, sagt Triers Baudezernent.

Die Parkhäuser Hauptmarkt, City, Ostallee, Basilika, Europahalle, Viehmarkt und Konstantin berechnen zwischen 7 und 22 Uhr bis zu einer Stunde Parkzeit 1,70 Euro, bis zu zwei Stunden 3,40 Euro und bis zu drei Stunden 5,10 Euro. Der tägliche Höchstbetrag liegt bei 15,30 Euro.

Der Verkehrsüberwachungsdienst des Ordnungsamts lässt im Schnitt drei Fahrzeuge pro Tag wegen Falschparkens abschleppen. 40 Falschparker pro Tag entgehen dem Abschlepper nur wegen der sogenannten Halterfeststellung – die Kontrolleure rufen ihn an. Wenn der Abschlepper kommt, wird es teuer. Die Rechnung des Unternehmers beginnt bei 75 Euro, die Stadt verlangt Verwaltungsgebühren bis 80 Euro. Dazu kommt noch die Verwarnung für den Parkverstoß zwischen 10 und 35 Euro.

Unsere Redakteurin Christiane Wolff berichtet per Live-Ticker direkt aus der Sitzung über die wichtigsten Themen und Beschlüsse: