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Stadtrat Trier: CDU und Grüne könnten bald enger zusammenarbeiten

Alte Hasen - wie Hermann Kleber und Christiane Probst (im Bild vorne links) - und Neulinge gehören zum aktuellen Trierer Stadtrat, der am Dienstag das erste Mal zusammengekommen ist.
Alte Hasen - wie Hermann Kleber und Christiane Probst (im Bild vorne links) - und Neulinge gehören zum aktuellen Trierer Stadtrat, der am Dienstag das erste Mal zusammengekommen ist. FOTO: Hans Krämer
Trier. Kommt es im Trierer Stadtrat zur engen Zusammenarbeit zwischen CDU und Grünen? Sympathiebekundungen der Parteispitzen gibt es. Bei der Mitgliederversammlung der Grünen heute Abend werden Weichen gestellt. Von unserem Redakteur Rainer Neubert

Die klare Sympathiebekundung der Grünen-Parteivorsitzenden Petra Kewes für die Oberbürgermeisterkandidatin der CDU (TV vom Dienstag) haben die Spekulationen um eine sich anbahnende engere Zusammenarbeit mit der CDU angeheizt. Am Tag danach betont Kewes zwar, das sei ihre persönliche Meinung gewesen. Die Hinweise auf intensive Vorbereitungen für eine Kooperation im Trierer Stadtrat verdichten sich allerdings. "Wir werden am Mittwochabend erste Ergebnisse unserer Gespräche beim Parteitag vorstellen und beraten", sagt Wolf Buchmann, gleichberechtigter Vorstandskollege von Petra Kewes. Zu den Details will er sich im Gespräch mit dem TV zwar nicht äußern. "Aber es wird darum gehen, wie es mit den Sondierungen weitergehen soll."

Gesprächspartner wird aller Voraussicht nach nicht die SPD sein. Deren Vorsitzender Sven Teuber bestätigt zwar einen Kontakt zu den Grünen. "Uns wurde aber signalisiert, dass man auf die CDU setzt." Deren Vorsitzender Bernhard Kaster bestätigt zumindest, dass es nach mehreren Gesprächen mit SPD und Grünen über die Zusammenarbeit im Stadtrat größere Fortschritte mit der einstigen Öko-Partei gegeben habe. "Wir haben in einem erweiterten Vorstandskreis am Montagabend über einen ersten Entwurf der Zusammenarbeit diskutiert, sind aber noch nicht zu einer Entscheidung gekommen."

Die CDU, so Kaster, strebe keine feste Koalition an. Es gehe auch nicht um eine Empfehlung für die Oberbürgermeisterwahl, sondern um die Zusammenarbeit und Mehrheit im Stadtrat.
Besonders wenn es um das Thema Verkehr und die Zukunft der Dezernenten geht, liegen die Positionen von CDU und Grünen teilweise sehr weit auseinander. Aber auch viele Parteimitglieder der Umweltpartei werden nicht ohne weiteres den Schulterschluss mit den Christdemokraten suchen.

SPD-Vorsitzender Sven Teuber hofft auch deshalb weiter auf eine enge Zusammenarbeit mit der CDU. "Mit vielen in der CDU kann man gut zusammenarbeiten. Zudem wäre es unklug, wenn sich die beiden großen Fraktionen im Rat gegeneinander ausspielen." Auch die SPD will Mehrheiten ohne Koalitionszwang. "Wir gehen davon aus, weitere Gespräche zu führen", sagt Teuber. "Bei acht Fraktionen und Parteien im Rat lassen sich sicherlich weiterhin große Bündnisse schmieden."

Die Mitgliederversammlung der Grünen Trier beginnt heute um 19 Uhr im Café Balduin, Christophstraße 1.

KOMMENTAR

Mainz blickt mit Interesse auf Trier

Rainer
Neubert

Nicht nur wegen der Oberbürgermeisterwahl haben die Parteigewaltigen in Mainz derzeit ein besonderes Interesse an Trier. Denn es geht auch im Rat der Stadt darum, wie die politischen Mehrheiten geschmiedet werden können.
CDU-Vorsitzende Julia Klöckner würde mit Blick auf die Landtagswahl 2016 jubeln, käme es an der Mosel zu einer engen Zusammenarbeit zwischen ihrer Partei und den Grünen.
Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, sofern es den Beteiligten in Trier gelingt, das Thema Moselaufstieg auszuklammern und bei der Diskussion um die Besetzung und Zuschnitte der Dezernentenposten einen Kompromiss zu finden.

r.neubert@volksfreund.de