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Standing Ovations bei Film-Premiere von "City Royale - Wei is pillo!" (Video/Liveblog)

Trier. Seit Monaten war sie ausverkauft, am Samstagabend war es endlich so weit: Die Premiere von "City Royale - Wei is pillo!" begeisterte das Publikum in der Trierer Arena. Volksfreund.de berichtete live und nennt die acht Gründe, warum man den Film sehen sollte. Jörg Pistorius

Sieben Jahre nach ihrem großen Erfolg mit dem Hobbyfilm "Freck langsam" haben die Berufsfeuerwehrmänner Jürgen Becker und Michael Schu wieder zugeschlagen. Die Dreharbeiten ihres neuen Films "City Royale - Wei is pillo!" (Trierer Platt für: Jetzt reicht es aber!) stehen kurz vor dem Abschluss, am 30. September ist Premiere in der Arena. Lohnt es sich, ihn anzusehen? Definitiv. Aus diesen Gründen.

Weil der Film ein Riesenprojekt ist: Die Drehzeit von "Freck langsam" lag bei 210 Stunden, 70 Darsteller spielten mit. In "City Royale" stecken bisher 600 Stunden, 200 Darsteller sind dabei.

Weil er keine Fortsetzung ist: Ein Film war einigermaßen erfolgreich? OK, dann machen wir einfach dasselbe nochmal und nennen es Teil zwei. So läuft die Sache vielleicht immer mal wieder in Hollywood, aber nicht in Trier. "City Royale" ist eben kein "Freck langsam 2", sondern ein völlig neuer Film - auch wenn es wieder um Gangster geht, die ihren Lebensstil durch krumme Dinger finanzieren. Viele Darsteller des ersten Films sind wieder dabei, aber in neuen Rollen. Ein Beispiel: Dirk Bares, der geniale Inspektor aus "Freck langsam", ist in "City Royale" der Oberböse.

Weil Trierer Mundart witzig ist: Die Wortgefechte in "Freck langsam" gehören zu den Höhepunkten des Films. Jeder Darsteller benutzt seine Version des Trierer Platt. Das Ergebnis sind zum Brüllen komische Szenen wie Dirk Bares' legendäre Verkehrskontrolle des Gangsterautos mit einer Leiche im Kofferraum. Drehbuchautor Jürgen Becker hat diesen Wort- und Situationswitz wieder mit reingepackt, das zeigt schon der dreiminütige Trailer. "Wir haben die Witze bewusst noch nicht im Trailer verballert, sondern aufgehoben", sagt Becker. "Ich selbst mache mich auch wieder zum Clown." Becker spielt einen Computernerd.

Weil ein Boxkampf darin vorkommt: Ali, Frazier, Henry Maske und die Klitschkos - Boxen kommt immer gut. Der Boxkampf in "City Royale" ist ein zentrales Element des Films, die Kämpfer heißen "Die Made" Paul Boa - eine Hommage an die von Sylvester Stallone erschaffene Filmikone Rocky Balboa - und "Klapper De Zänn".

Weil ganz Trier mitspielt: Gut, nicht ganz Trier, das ist eine leichte Übertreibung. Aber wie auch schon in "Freck langsam" konnten sich Michael Schu und Jürgen Becker über jede Menge Unterstützung freuen. Firmen, Vereine, Behörden - sie alle stellten Drehorte oder Fahrzeuge zur Verfügung, weil sie einfach dabei sein wollen. Als die Macher Statisten für eine Party-Szene suchten, erhielten sie fast 600 Anfragen. So wird aus "City Royale" ein Film von Trier aus Trier über Trier.

Weil man ja schließlich mitreden möchte: "Freck langsam" begann als kurzer Clip auf Youtube. Wie eine zu Tal rasende Lawine wurde das Projekt rasend schnell bekannter. Am Ende hatten mehr als 8000 Besucher die Parodie im Broadway-Kino gesehen. Alle 22 000 produzierten DVDs gingen über die Ladentheken. Der Film über Gangster, die den Heiligen Rock stehlen, ist bis heute ein Gesprächsthema in Trier. In welchem Trierer Kino "City Royale" laufen wird, steht noch nicht fest. DVDs werden in einer Startauflage von 25 000 Stück produziert.

Weil Michael Schu eine neue Kamera hat: Der Erfolg von "Freck langsam" hat es dem Team ermöglicht, eine neue Kamera für den Regisseur Michael Schu zu kaufen. "City Royale" läuft in hoher Auflösung und sieht nicht mehr wie ein Hobbyfilm aus.

Weil es noch eine Überraschung gibt: Der Moderator des Boxkampfs ist noch geheim. Jürgen Becker: "Er ist ein echtes Trierer Mundart-Original."

Jürgen Becker (links) und Michael Schu zeigen das Plakat von „City Royale“. Foto: privat
Jürgen Becker (links) und Michael Schu zeigen das Plakat von „City Royale“. Foto: privat
FOTO: Mandy Radics