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Verkehr
Regionalbahn West für Trier und Umland kommt frühestens Ende 2021

Ein Güterzug passiert auf der sogenannten Westtrasse den Bahnübergang in Trier-Zewen. Die Strecke soll künftig auch wieder für Personenzüge genutzt werden - doch das wird noch länger dauern als erwartet.
Ein Güterzug passiert auf der sogenannten Westtrasse den Bahnübergang in Trier-Zewen. Die Strecke soll künftig auch wieder für Personenzüge genutzt werden - doch das wird noch länger dauern als erwartet. FOTO: Friedemann Vetter / Medienhaus Trierischer Volksfreund
Trier. Dezernent Andreas Ludwig (CDU) beantwortet im Trierer Stadtrat eine SPD-Anfrage dazu. Grund der Verzögerung: Das Bundesamt braucht mehr Zeit. Von Roland Morgen
Roland Morgen

„Im Westen viel Neues – Regionalbahn ab 2017“ titelte der TV in seiner Trier-Ausgabe vom 20. Juni 2014. Die frohe Botschaft von der Reaktivierung der Weststrecke für Personenzüge hatte damals der Mainzer Infrastrukturminister Roger Lewentz in einer Pressekonferenz im Trierer Rathaus verkündet und sich wie der damalige OB Klaus Jensen sehr optimistisch gezeigt.

Doch es kam anders. Das Projekt Regiobahn West, das Trier neue Mobilitätsperspektiven verschaffen und für weniger Autos auf den Straßen sorgen soll, steckt immer noch im Planungsstadium.  2018, 2020 – immer wieder wurde das Startdatum weiter nach hinten verlegt. Den aktuellen Stand der Dinge referierte auf Anfrage der SPD-Fraktion Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) am Mittwochabend in der Stadtratssitzung:  „Die Inbetriebnahme der Weststrecke Trier für den Schienenpersonennahverkehr verschiebt sich voraussichtlich auf Ende 2021.“

Ludwig berief sich auf aktuelle Informationen der Deutschen Bahn. Demnach dauert die Vorprüfung zum Planfeststellungsverfahren durch das Eisenbahn-Bundesamt noch an; und zwar seit 17 Monaten – elf über dem kalkulierten Soll. Weil anschließend noch die Öffentlichkeitsbeteiligung und die Beschlussfassung durch das Bundesamt anstehen, werde das gesamte Feststellungsverfahren statt 24 „mindestens 36 Monate“ dauern.

Aber es gibt noch eine weitere Unbekannte in der Rechnung: Nach bisherigen Planungen sollen die Bahnsteige 55 Zentimeter hoch werden, entsprechend dem deutschen Standard von 2011. Nun sieht das Bahnsteighöhenkonzept von 2017 eine bundesweit einheitliche Höhe von 76 Zentimeter vor, um Barrierefreiheit zu gewähren. Über diesen „Knackpunkt“ (SPD-Mobilitätssprecher Rainer Lehnart), der zu Mehrkosten und weiteren Verzögerungen führen könnte, und „wegen der Komplexität des Gesamtthemas“ will Ludwig demnächst ausführlich im Baudezernatsausschuss informieren.

Die Verwaltung ist nach den Worten des Dezenenten dabei, ihren Part so zu erledigen, „dass die Umsetzung der städtischen Maßnahmen erfolgt sein soll“, wenn die Regiobahn West startet. An den fünf Haltepunkten in Trier ist die Stadt für die Umfeldgestaltung (Zuwegung, Bushaltestellen, Parkplätze, Beleuchtung, Begrünung etc.) zuständig. Die Kosten würden in die Doppelhaushalte 2019/20 und 2020/21 eingeplant, Ludwig: „Unsere Planungen werden so weiterbetrieben, dass nach Fertigstellung der Haltepunkte direkt die städtischen Umfeldmaßnahmen realisiert werden können.“ Derzeit laufe der Grunderwerb (zum Beispiel für den Park+Ride-Platz am Haltepunkt Euren). Am weitesten sind die Planungen beim Haltepunkt West nahe der Römerbrücke: „Dort sind alle Maßnahmen bereits im Zuge des Stadtumbaus West eingetaktet.“