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Staustufe Trier: Die ganze Nacht durchbetoniert für eine neue Bodenplatte

Betonpumpen-Maschinist Michel Stein steuert eine der Pumpen und lässt den Beton in die Baugrube fließen.
Betonpumpen-Maschinist Michel Stein steuert eine der Pumpen und lässt den Beton in die Baugrube fließen. FOTO: Friedemann Vetter
Trier.. Seit gestern laufen an der Trierer Staustufe die Betonpumpen auf Hochtouren. Dort wird die Bodenplatte der zweiten Schleusenkammer betoniert. Etwa 40 Bauarbeiter in zwei Schichten sind dafür nötig. Sebastian Grauer

Christian Kanther ist Projektleiter bei der Firma Hochtief. Derzeit koordiniert er einen Teil des Ausbaus der Trierer Staustufe. Die wird um eine zweite Schleusenkammer erweitert, und zurzeit wird dort die Bodenplatte betoniert. "Wir verarbeiten hier insgesamt 2200 Kubikmeter Beton." Das entspricht einer Menge, die für die Bodenplatten von ungefähr 44 Einfamilienhäusern gebraucht würde. Für die komplette Kammer samt Seitenwänden werden insgesamt etwa 45.000 Kubikmeter verbaut, also soviel wie bei 900 Einfamilienhäusern.

Eine solche Masse an Beton stellt die Experten der Baufirma vor große Herausforderungen. So dürften zum Beispiel keine Fugen zwischen den einzelnen Betonschichten entstehen. "Das sieht das Bauteil nicht vor. Die Sohle muss in einem ganzen Stück hergestellt werden." Die unterste Schicht dürfe nicht getrocknet sein, bevor die zweite und dritte folge. Genau aus diesem Grund könnten die Arbeiten zwischendurch nicht unterbrochen werden. "Wir betonieren 24 Stunden am Stück. Die Zeit haben wir berechnet aus der Leistung der Pumpen und der Größe der Sohle."
Die Arbeit erfordert viel Logistik, denn der Beton müsse ununterbrochen fließen. Deswegen würde er direkt in der baustelleneigenen Mischanlage vor Ort angerührt und dann mit etwa vier Fahrmischern zu den beiden Betonpumpen gefahren.

Diese führen dann den Beton mit einem 50 Meter langen Arm in die rund sieben Meter tiefe Baugrube. Dort stehen die Arbeiter bereit und verteilen den Beton in den Gittermatten. Etwa 40 Arbeiter sind damit beschäftigt. Sie arbeiten in zwei Schichten von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.

"Damit das alles so funktioniert, braucht man genügend Leute. Außerdem muss, falls die Pumpen oder die Mischanlage ausfallen, gleich Ersatz her. Einen Plan B brauchen wir", gibt Kanther zu. Raymund Mertes vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Trier überwacht die Baumaßnahmen an der Schleuse. "Wir gehen davon aus, dass wir Mitte bis Ende 2018 den Probebetrieb aufnehmen und Mitte 2019 dann den regulären Betrieb starten können." Der veranschlagte Kostenrahmen von etwa 70 Millionen Euro werde eingehalten. "Die Schleuse in Trier ist anspruchsvoller von der Infrastruktur her. Deswegen ist der Ausbau hier teurer als der bei den Schleusen in Zeltingen-Rachtig und Fankel." Der Ausbau der Trierer Staustufe sei notwendig, weil mit der Zeit die Schifffahrt auf der Mosel zugenommen habe und die Kapazitätsgrenze erreicht worden sei, erklärt Mertes.

Die Betonarbeiten an der Kammer laufen noch bis heute Morgen um zehn Uhr. Dann soll die Bodenplatte der zweiten Schleusenkammer der Trierer Staustufe fertig sein, sagt Projektleiter Christian Kanther von Hochtief.
Danach würden dann noch weitere große Betonagen anstehen, unter anderem die der Seitenwände.Extra

Schleusenausbau
Nach dem Ausbau der Staustufe in Zeltingen-Rachtig (2009) und Fankel (2013) ist die Staustufe in Trier die dritte von insgesamt zehn Schleusen von Koblenz bis Trier, die bis 2036 um eine zweite Schleusenkammer erweitert werden sollen. Spatenstich in Trier war im Jahr 2014. Nach der Trierer Kammer soll der Ausbau der Staustufen in Lehmen, Wintrich, Müden, Detzem, Enkirch, Sankt Aldegund und Koblenz folgen. In Lehmen laufen derzeit die Ausschreibungen. Insgesamt investiert der Bund in den Ausbau etwa 600 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 70 Millionen Euro auf den Ausbau in Trier.
Laut Wasser- und Schifffahrtsamt Trier wurden die Investition und der Ausbau nötig, weil die Kapazitätsgrenze der bestehenden Staustufen erreicht gewesen sei.