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Stille, Gebete und Kerzen für Syrien im Trierer Dom

Bischof Stephan Ackermann und Triers Bürgermeisterin Angelika Birk zünden im Trierer Dom nach einem Friedensgebet Opferkerzen für Syrien an. Foto: Roland Morgen
Bischof Stephan Ackermann und Triers Bürgermeisterin Angelika Birk zünden im Trierer Dom nach einem Friedensgebet Opferkerzen für Syrien an. Foto: Roland Morgen
Trier. Großes Mitgefühl mit den Kriegsopfern in Syrien: Mehr als 500 Menschen haben am Mittwochnachmittag im Trierer Dom an einer zweifachen Form von Solidaritätsbekundung teilgenommen. Roland Morgen

Trier. Anteilnahme am Schicksal der Menschen in Syrien: Im Trie-rer Dom begann gestern das Gedenken mit einer Schweigeminute, zu der Ministerpräsidentin Malu Dreyer landesweit aufgerufen hatte. Das Bistum Trier schloss ein Friedensgebet daran an. Bischof Stephan Ackermann wurde sehr deutlich: "Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass dieser mörderische und immer erbarmungsloser geführte Krieg auch nach fünf Jahren noch kein Ende gefunden hat."
In der syrischen Stadt Aleppo säßen 200 000 Menschen "abgeriegelt in der Falle" und könnten von Hilfstransporten nicht erreicht werden, sagte der Bischof. Medizinische Einrichtungen, sofern überhaupt noch in Betrieb, und Schulen würden gezielt bombardiert. In dieser ausweglos scheinenden Situation gelte es erst recht, auf die Kraft des Gebetes zu vertrauen, um die Herzen der Aggressoren zu bekehren und auch diejenigen, die "zynisch zusehen". "Wir beten auch dafür, dass unsere eigenen Herzen nicht abstumpfen", sagte der Bischof.
Finaler Akt der Syrien-Solidaritätsbekundung: Ackermann und Triers Bürgermeisterin Angelika Birk zündeten Opferkerzen an. In einer Presseerklärung lädt der Trierer Oberhirte alle Gläubigen im Bistum zur Beteiligung ein: "Jedes Gebet, jedes Innehalten ist wichtig. Ein Entwurf für ein Friedensgebet ist auf der Homepage www.bistum-trier.de ebenso zu finden wie der Aufruf "Stille für Syrien - Solidarität mit den Opfern von Krieg und Verfolgung", der geteilt und weiterverbreitet werden kann.Extra

Die Zahl der Toten und Flüchtlinge in der umkämpften nordsyrischen Großstadt Aleppo steigt dramatisch. Durch Kämpfe in den Rebellenvierteln der Metropole und Luftangriffe wurden allein in den vergangenen Tagen fast 70 000 Menschen vertrieben, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Mindestens 21 Zivilisten, darunter Kinder, starben am Mittwoch in Ost-Aleppo durch Artilleriebeschuss. Dutzende wurden verletzt. Die Menschenrechtler und Aktivisten machten das Regime für den Angriff verantwortlich. Syriens Partner Russland bot unterdessen an, Hilfsorganisationen den freien Zugang nach Ost-Aleppo zu gewährleisten. dpa