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Strukturen in Trier und Koblenz sind sehr unterschiedlich

Einzelhandel

Zum Bericht „Ein Blick nach Koblenz zeigt, was Globus plant“ (TV vom 1. Dezember)

Was brauchen wir Gutachten oder Handelsexperten der Kammern und Verbände? Wir haben ja mit Jörg Pistorius einen Redakteur des Trierischen Volksfreunds, der sich nicht nur in seinen Kommentaren immer wieder als starker Befürworter einer Globus-Ansiedlung outet, sondern jetzt auch eine Ansiedlung von Globus in Trier als sehr ähnlich mit der in Koblenz sieht.

Dabei erwähnt er selber die beiden wichtigsten Unterschiede, die einen solchen Vergleich meiner Meinung nach geradezu verbieten. In Koblenz hat lediglich eine Verlagerung eines bereits angesiedelten Globus aus dem Zentrum in Randlage stattgefunden. Und der neue Standort ist eben nicht nur ein Gewerbegebiet, sondern, wie Ikea und Saturn zeigen, ein Einzelhandelsstandort. Darüber hinaus liegt der Globus in Koblenz gerade nicht an einer ähnlichen Straße wie der Niederkircher Straße, in deren Nähe der Tanktourismus nach Luxemburg beinahe jeden motorisierten Kunden aus den Stadtteilen von Trier führt, der dann seinen Einkauf nicht mehr in seinem Stadtteil bei dem dort vorhandenen inhabergeführten Lebensmittelmarkt macht, sondern auf dem Weg bei Globus.

Was das für die Versorgung in den Stadtteilen bedeutet, muss hier nicht weiter dargelegt werden. Die Dummen werden nicht nur die Kaufleute dort sein, sondern insbesondere ältere Bürger, die nicht motorisiert sind. Die Attraktivität dieser Versorgungszentren allgemein wird spürbar abnehmen.

Die Krönung der Berichterstattung von Herrn Pistorius ist dann das auf seiner Linie liegende positive Urteil des Pressereferenten der Stadtverwaltung Koblenz, also der Instanz, die diese Ansiedlung von Anfang an befürwortet hat.

Herr Pistorius hätte vielleicht auch mal den Betreiber des Edeka-Markts fragen sollen, der in Koblenz in der Nähe von Globus seinen Standort hat. Dessen Umsatz ist seitdem um ein Viertel zurückgegangen, wie der Betreiber in einem Vortrag bei der Industrie- und Handelskammer Trier selbst berichtet hat. Das wird uns mehr oder weniger auch in den Stadtteilen in Trier blühen. Der Autor hätte genauso gut Äpfel mit Birnen vergleichen können, denn nichts anderes bedeutet der Vergleich der sehr unterschiedlichen Einzelhandelsstrukturen von Trier und Koblenz. Aber wir werden bis zur Entscheidung des Stadtrats in dieser Frage bestimmt noch mehr von solchen Berichten lesen dürfen.