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Täter unbekannt

Vermeidbarer Schandfleck: In der Wilhelm-Deuser-Straße in Feyen kann der Sperrmüll gar nicht schnell genug weggeräumt werden. Unbekannte sorgen für kontinuierlichen Nachschub. Foto: Miguel Castro
Vermeidbarer Schandfleck: In der Wilhelm-Deuser-Straße in Feyen kann der Sperrmüll gar nicht schnell genug weggeräumt werden. Unbekannte sorgen für kontinuierlichen Nachschub. Foto: Miguel Castro
FEYEN. Sperrmüll fällt immer an. In einem solchen Fall greift man als Betroffener zum Telefon und bittet um Abholung. In einer Straße in Feyen ist diese Selbstverständlichkeit aber anscheinend außer Kraft gesetzt – hier leiden die Anwohner unter einer "Dauerdeponie". ARRAY(0x105b97c8)

Auf der einen Seite ziehen sich mehrstöckige, mit Balkonen verzierte Appartmentblocks entlang, gegenüber stehen Einfamilienhäuser. Die Wilhelm-Deuser-Straße ist Teil einer schmucken und ruhigen Wohnanlage unterhalb der Bundesstraße 268 Richtung Saarbrücken in Feyen. Ärgerlich nur, dass sich dieser Platz zu einer Dauerdeponie für Sperrmüll zu entwickeln scheint. An zwei Zugängen zu den Mehrfamilienhäusern stapeln Unbekannte regelmäßig ihren Sperrmüll - ohne ihn anzumelden. "Es hat sich irgendwann eingebürgert", sagt Marco Hillgärtner, Prokurist der Bräuer-Hausverwaltung aus Konz, die drei der Wohnblocks seit dem Jahr 2000 verwaltet. Da finden sich beispielsweise auseinandergebaute Schränke, zwei Sofas und ein Computermonitor auf den Rasenflächen vor den Zugängen. Die Gegenstände lehnen an den Steinen und Sträuchern. Jemand hat einen Karton mit Plastikdosen, einer zerfledderten Handtasche und den Nachdruck einer alten Stadtansicht von Augsburg abgestellt. Zerknickte Milchtüten und Plastikbehälter finden sich nebenan. Die Urheber sind größtenteils unbekannt. Doch ob Anwohner oder Ortsfremde, die hier schnell ihren Sperrmüll entsorgen: "Wir glauben, dass nur die wenigsten dies aus Böswilligkeit tun. Vielmehr steckt Bequemlichkeit dahinter", ist Hillgärtner überzeugt. Der Dauerzustand verleite zum Gedanken, dass es normal sei, hier den Müll zu deponieren. "Irgendeiner wird es schon abräumen", sei die gängige Vorstellung. Bei einem Auszug bringe jemand seinen Sperrmüll herunter, dann legt der nächste was dazu, bis sich kurze Zeit nach Abholung ein neuer Berg gebildet hat. "Alle zwei bis drei Wochen muss der Müll abgeräumt werden", sagt Frank Bräuer, Geschäftsführer der Hausverwaltungsfirma. Ein paar Mal habe man jemanden ertappt, den Fall übernahm das Ordnungsamt. Beabsichtigt ist zudem eine Videoüberwachung an einem der Zugänge, sagt Bräuer. Verurteilen wollen die Hausverwalter keinen, es wäre aber ein Ärgernis für Hausbesitzer, Mieter und die Hausverwaltung selbst: "Es liegt im eigenen Interesse, dass man es vor der eigenen Haustür sauber haben möchte." Auf Anfrage erklärt der für die Sperrmüllabholung zuständige Zweckverband Abfallwirtschaft A.R.T., man habe im vergangenen Jahr in der Wilhelm-Deuser-Straße "viermal widerrechtliche Abfallablagerungen abgetragen". Zusätzlich zu den üblichen Abholterminen kämen noch Sperrmüllanmeldungen seitens der Hausverwaltung und von Anwohnern. Die Straße sei nicht das einzige Problemfeld dieser Art in der Stadt. Kein Einzelfall, aber eklatant, sagt auch das Presseamt der Stadt Trier. Unnötige Kosten entstehen

Von "unnötigen Kosten" spricht die Pressestelle - insbesondere dann, wenn außerplanmäßige Abholfahrten notwendig sind und der Müll sich auf öffentlichem Eigentum ansammelt. Ein solches ist etwa die Rasenfläche vor einem der Häuser. Allein 152 Wohnungen gibt es in den von Bräuer verwalteten Wohnhäusern. Menschen sind auf der Straße kaum zu sehen. Hier kenne keiner seine Nachbarn, sagt ein Anwohner, aber den Müll am Hauszugang, den habe man ständig. Wer das mache, wisse er nicht. Die Aussagen wiederholen sich - egal, wen man fragt. Auch Anwohner Fabian Mertes erzählt vom Dauerzustand. "Jedesmal, wenn mich Freunde besuchen, bekomme ich zu hören: Was, schon wieder Sperrmüll bei euch?" Info: Sperrabfall kann unter der Telefonnummer 0651/9491414 angemeldet werden. Ebenso ist die kostenpflichtige Abgabe in der Deponie Mertesdorf möglich.