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Tag der Arbeit: Gewerkschaften informiert im Brunnenhof

Trier. Zum Tag der Arbeit am 1. Mai hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auch in Trier seine traditionelle Kundgebung abgehalten. Rund 400 Gäste hörten sich Einschätzungen von Gewerkschaftern zur aktuellen Lage an und tauschten sich aus. Frank Göbel

Trier. Rund 400 Zuschauer sind zur Mai-Kundgebung des DGB in den Brunnenhof an der Porta Nigra in Trier gekommen, die unter dem Motto "Gute Arbeit, soziales Europa" steht.
Im Vorfeld der Europawahlen am 25. Mai fanden sich auch alle Bundestagsabgeordneten aus der Region ein: Bernhard Kaster (CDU) und Katarina Barley (SPD) waren ebenso vor Ort wie Corinna Rüffer (Grüne) und Kathrin Werner (Die Linke).
Soziale Spannungen


Gewerkschaftsvertreter, etwa der IG Metall, informierten an Ständen über ihre Arbeit und boten Gelegenheit zu Gesprächen. Christian Z. Schmitz, DGB-Regionalgeschäftsführer, kritisierte, dass es bei allem Erreichtem, wie dem jetzt beschlossenen Mindestlohn, nach wie vor eine "Umverteilung von unten nach oben" gebe. Daraus resultierten soziale Spannungen, auch zwischen Jung und Alt. So warnte der Gewerkschafter davor, das Umlageverfahren bei der Rente, das lange Zeit Frieden und Wohlstand garantiert habe, infrage zu stellen: "Die, die das wollen, wollen keine Zukunftssicherheit schaffen, sondern das soziale Niveau absenken", glaubt Schmitz.
Trotz Bevölkerungsrückgang wachse die Wirtschaft, also bliebe für den Einzelnen auch mehr über. "Ob wir es schaffen, etwa über eine Erbschaftssteuer oder eine Vermögenssteuer für eine gerechtere Verteilung zu sorgen, ist nicht nur eine moralische Frage - es geht um die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft an sich!", findet Schmitz.
Aufruf zur Europawahl


Uwe Hildebrandt begrüßte als Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) den beschlossenen gesetzlichen Mindestlohn - der müsse aber ohne jegliche Ausnahmen für alle gleich gelten. Zusammen mit Hildebrandt und auch dem Oberbürgermeister ruft Schmitz dazu auf, am 25. Mai unbedingt die Europa- und Kommunalwahlen wahrzunehmen. Europa sei "eine gute Idee, die aber leider falsch umgesetzt wird": Die sozialen Themen müssten wieder mehr durchgesetzt werden im Interesse der Arbeitnehmer. fgg