| 18:26 Uhr

Bildung
Eine Schule, die Spaß machen soll

Wollen, dass Kinder mit Freude gut lernen: Barbara Zeltinger, Olga Conrad, David Thieser, Sandra Möller, Frank Thihatmar und Luise Thieser vom Verein Freie Montessori-Schule Trier.
Wollen, dass Kinder mit Freude gut lernen: Barbara Zeltinger, Olga Conrad, David Thieser, Sandra Möller, Frank Thihatmar und Luise Thieser vom Verein Freie Montessori-Schule Trier. FOTO: Katja Bernardy
Trier. Eltern gründen eine Freie Montessori-Einrichtung in Trier, die bis zumAbitur führen soll. Sie hoffen, im kommenden Schuljahr starten zu können. Von Katja Bernardy

Die Schullandschaft in Trier wächst: Neben Eltern, die eine freie alternative Schule gründen (der TV berichtete), plant eine weitere Gruppe die Gründung einer Freien Montessori-Schule.

Idee dieses pädagogischen Konzepts, benannt nach der italienischen Ärztin Maria Montessori, ist, dass Erwachsene das Kind begleiten, es nicht unter Druck setzen, nicht werten, es ausprobieren, eigene Fehler machen und beheben lassen. Das Motto dazu: „Hilf mir, es selbst zu tun“.

Seit vielen Jahren wünschen sich Trierer Eltern, dass ihre Kinder nach
dem Besuch der Montessori-Kinderhäuser in Trier-Euren oder auf dem Petrisberg auch in der Schule nach dem Konzept der Italienerin lernen können.

Engagierte Eltern und Vertreter zweier Vereine – dem Trierer Arbeitskreis für Montessori-Pädagogik und des Zusammenschlusses Eine Schule für Alle in der Region Trier – wollen diesen Wunsch nun Wirklichkeit werden lassen.

Mitte Juni dieses Jahres haben sie den Verein Freie Montessori-Schule Trier gegründet. Vorsitzender ist David Thieser. Der Vater von zwei Kindern, 3 und 6 Jahre alt, erklärt, was zum Schuljahr 2019/20 passieren soll: „Die Schule soll zunächst als inklusive Grundschule mit rund 20 Kindern starten.“ Ziel sei eine Schule, die bis zum Abitur führe.
Das pädagogische Konzept steht. Dazu gehört beispielsweise, dass die Schüler in sogenannten Freiarbeitsphasen selbst bestimmen, was sie lernen möchten, montessori-typisch in altersgemischten Klassen.

Die Nachfrage nach einem Schulplatz sei groß, sagt Thieser. Gespräche mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung Trier und des Bildungsministeriums in Mainz seien positiv verlaufen. Die Stadt etwa habe angeboten, gut
erhaltene, ausrangierte Möbel aus Grundschulen zur Verfügung zu
stellen.

Aktuell laufen Bewerbungsgespräche mit Lehrern mit Montessori-Diplom. Und zwei Gebäude am Zurlaubener Ufer und auf dem Petrisberg kommen infrage.

Was fehlt? Geld. Der Vorsitzende, der immer wieder betont, dass viele
gemeinsam das Projekt stemmen, sagt: „Die Gründung einer Schule in
freier Trägerschaft ist eine enorme Herausforderung.“ Die Schule müsse sich anfangs selbst finanzieren und solle offen für alle Kinder aus der Region Trier sein. Konkret: In den ersten drei Jahren muss der sogenannte Schulträgerverein sämtliche Kosten selbst aufbringen, im ersten Jahr mehr als 200 000 Euro.

Mit zunehmender Schülerzahl steigt diese Summe. Laut Thieser ist ab dem vierten Jahr eine Anerkennung als Ersatzschule möglich. Das bedeutet: Zuschüsse vom Land. Bis dahin sind die Mitglieder des Vereins auf Sponsoren angewiesen. „Wir sind auf Spendensammeltour und hoffen, Stiftungen und Unternehmen für unsere Schulgründung gewinnen zu können.“ Die Antwort auf die Frage, warum er neben Vatersein und Job als Jurist viel Freizeit in das Projekt investiert, kommt spontan: „Weil wir davon überzeugt sind, dass es richtig ist“, sagt Thieser.

Montessori-Pädagogik sei ein guter Ansatz, mit viel Freude gut zu lernen. Und eine weitere Schule sei ein Gewinn für die gesamte Region.