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Kommunalpolitik
Hauptsache, der Netto-Markt bleibt

Trier. Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz sieht einem Globus-Markt auf Eurener Gebiet gelassen entgegen. Andere Entwicklungen regen ihn mehr auf, wie er im Gespräch zum Jahreswechsel berichtet.
Inge Kreutz

Ein Blick zurück, ein Blick voraus: Die 19 Trierer Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher skizzieren im Interview mit dem TV die wichtigsten Entwicklungen der Jahre 2018 und 2019 in ihren Stadtteilen. Heute: Hans-Alwin Schmitz (UBT) aus Euren.

 

Was waren die wichtigsten Themen des Jahres 2018 in Euren?

Schmitz: Die Johann-Herrmann-Grundschule hat endlich neue Toiletten erhalten, der Gestank im Eingangsbereich ist nun Vergangenheit. Außerdem wurde die Fassade zu den Schulhöfen hin renoviert, die Vorderfront wird folgen. Am Kinderspielplatz in der Ottostraße sind die Auflagepunkte der Hangrutsche erneuert worden, sie kann nun wieder genutzt werden. Eine Zäsur für Euren war die Verabschiedung von Monika Büchel, die mehr als 40 Jahre lang unsere Kita geleitet hat.

Die St.-Helena-Straße wurde ausgebessert und geteert – eine wichtige Maßnahme, denn dort sind viele ältere Menschen mit Rollatoren unterwegs.

Bedeutend ist natürlich auch der Grundsatzbeschluss, die Turnhalle auf der Bezirkssportanlage neu zu bauen – wobei wir mit dem Zeitplan nicht zufrieden sind: Die Halle entsteht auf dem Rasenplatz, auf dem die Kinder vom TuS Euren trainieren. Der soll erst dann an anderer Stelle neu angelegt werden, wenn die Halle steht. Wo soll der Nachwuchs solange hin?

Und dann ist noch die stadtplanerische Fehlentscheidung zu nennen, den Langenberg zwischen Euren und Zewen nur zur Ersatzfläche zu machen und das große Neubaugebiet am Brubacher Hof auszuweisen. Schließlich wurde die General-von-Seidel-Kaserne als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes geschlossen. Im Stadtteil leben jetzt nur noch Flüchtlinge in Wohnungen. Wir kümmern uns weiter um Integration, das Willkommenscafé besteht nach wie vor.

 

Was wird Ihren Stadtteil 2019 voraussichtlich beschäftigen?

Schmitz: Der Anbau am Kindergarten St. Helena wird fertig. So Gott will, muss man sagen, denn dieses Projekt hat sich wegen diverser Baumängel über viele Jahre hingezogen. Dann werden zwölf zusätzliche Krippenkinder dort unterkommen und die jetzigen mehr Platz haben. Außerdem wird die Außen-

anlage neu gestaltet, auch derzeit gesperrte Areale wie die Rutsche werden wieder hergerichtet.

Und die Eisenbahnstraße wird ausgebaut. Auch da muss man sagen: endlich! Denn eigentlich war uns das schon für 2018 versprochen worden.

Ein großes Thema, das uns in diesem Jahr begleiten wird, ist der geplante Globus-Markt auf Eurener Gebiet. Wir warten derzeit noch ab, was die Verwaltung erarbeitet. Ich vermute, der Markt wird nicht zu verhindern sein. Wenn Globus kommt, muss der Real-Markt, in dem viele Eurener arbeiten, wahrscheinlich schließen. Andererseits hat Real 20 Jahre lang nichts gemacht, und Globus will deutlich mehr Arbeitsplätze schaffen, als wegfallen würden. Wichtig für Euren ist, dass der Netto-Markt erhalten bleibt. Aber die Auswirkungen dort wären einem Gutachten zufolge gering.

 

Sind die Ortsbeiräte Ihrer Meinung nach noch zeitgemäß?

Schmitz: In den Ortsbeiräten sitzen Leute, die den Stadtteil gut kennen und in der Regel besser als die Verwaltung wissen, wo die Probleme vor Ort liegen. Kämen alle Anrufe, die beim Ortsvorsteher und den Ortsbeiratsmitgliedern eingehen, in der Verwaltung an, müssten die dort etliche Leute mehr einstellen. Deshalb sind die ehrenamtlichen Ortsbeiräte absolut sinnvoll.

Aber ihre Kompetenzen müssen gestärkt werden. Wer auf dieser Ebene etwas erreichen will, braucht derzeit einen verdammt langen Atem. Viele engagieren sich mit falschen Vorstellungen und ziehen sich dann frustriert zurück.

Mit Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz sprach Inge Kreutz