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Jugendkultur
„Trier ist nicht Barcelona“: Musikduo feiert seine Heimatstadt

 Das rockt: Franco Piccolini erklimmt fürs Musikvideo das Marktkreuz auf dem Trierer Hauptmarkt. Der Sänger ist perfekt gestylt mit Trainigsanzug, weißen Tennissocken, Turnschuhen, Pepsi-Shirt und Stirnband.
Das rockt: Franco Piccolini erklimmt fürs Musikvideo das Marktkreuz auf dem Trierer Hauptmarkt. Der Sänger ist perfekt gestylt mit Trainigsanzug, weißen Tennissocken, Turnschuhen, Pepsi-Shirt und Stirnband. FOTO: Jonas Eiden
Trier. Franco Piccolini und Luigi Ferrari wollen Spaß und geben Gas. Der TV verrät, wie Lied und Video entstanden sind. Von Marcus Hormes
Marcus Hormes

So verrückte Künstler hat Trier vielleicht noch nie hervorgebracht: Franco Piccolini und Luigi Ferrari heißen die heißesten Geheimtipps der Szene. Die beiden 24-jährigen Trierer haben eine Hymne an ihre Heimatstadt geschrieben, das Lied aufgenommen und ein Video gedreht. Der Trailer zum Titel „Trier ist nicht Barcelona“ läuft erst seit Dienstag auf ihrer Facebook-Seite, wurde aber schon mehr als 4700 Mal aufgerufen.

Zum Inhalt des Trailers, dem am Donnerstagabend das Video folgte: Luigi denkt sich zu Hause am Keyboard einen Beat aus und spielt ihn seinem Kumpel Franco übers Handy vor. Der marschiert schnurstracks in den Supermarkt in der Trierer Brückenstraße und kauft ein paar Flaschen Pepsi und Whisky. Im Palastgarten mixt er die Getränke, zieht mit einer Plastikflasche tanzend durch die Stadt und singt das Lied (siehe Info). Weder Porta Nigra noch Karl-Marx-Statue, Hauptmarkt oder Zurlauben sind vor ihm sicher.

 So sehen Cover-Models aus: Luigi Ferrari (links) und Franco Piccolini erinnern optisch an die Video­spielfiguren Super-Mario-Brothers.
So sehen Cover-Models aus: Luigi Ferrari (links) und Franco Piccolini erinnern optisch an die Video­spielfiguren Super-Mario-Brothers. FOTO: Jonas Eiden

Franco und Luigi sind Kunstfiguren mit riesigen Schnauzbärten, Sonnenbrillen und Wuschelmähnen. Wer dahinter steckt, ist streng geheim. Und irgendwie verschwimmen die Grenzen der realen und ausgedachten Identitäten.

Im Gespräch mit dem TV erklärt Franco Piccolini: „Wir hatten die Schnapsidee, ein Karnevals- und Liebeslied an die Stadt Trier zu schreiben. Text und Instrumental entstanden in kürzester Zeit. Alles, was wir für die Produktion brauchten, haben wir uns von Freunden ausgeliehen und im Internet gelernt.“ Das Duo nahm den Song mit Ohrwurm-Potenzial in Eigenregie zu Hause auf. Tobias Ney kümmerte sich um die technische Abrundung. Das Video drehte der Trierer Intermedia-Designer Jonas Eiden, dessen Film „Project: Gambia” kürzlich im Broadway-Kino lief.

Das ist der Song: Trier ist nicht Barcelona

Musikalisch liegt das Lied irgendwo zwischen Schlager, Disco und Techno, im Stil von Ballermann-Hits mit eingängigem Refrain zum Mitsingen. Der Titel ist nicht zu kaufen, sondern wird kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Luigi: „Wir fühlen uns sehr wohl in Trier und geben mit dem Lied und dem Musikvideo auf unsere Art ein bisschen was an die Stadt zurück.“

Auftritte sind in der aktuellen Karnevalssession nicht geplant, dafür war das spontane Projekt zu kurzfristig. Wer Franco Piccolini und Luigi Ferrari irgendwann engagieren will, kann sich über die Facebook-Seite Franco Piccolini (Musiker/Band) oder per E-Mail
franco.piccolini.official@gmail.com an die Künstler wenden.