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Karl-Marx-Statue wird am Freitag aufgestellt

Das Ist das Modell, das der chinesische Künstler Wu Weishan als Vorbild für die Karl-Marx-Bronze-Statue im Dezember 2016 präsentiert hat. Die Original-Statue wird am Freitag, 13. April, aufgestellt - bleibt aber vorerst noch verhüllt.
Das Ist das Modell, das der chinesische Künstler Wu Weishan als Vorbild für die Karl-Marx-Bronze-Statue im Dezember 2016 präsentiert hat. Die Original-Statue wird am Freitag, 13. April, aufgestellt - bleibt aber vorerst noch verhüllt. FOTO: - / dpa
Trier. Das Bronzedenkmal bleibt allerdings weiter gut verpackt – bis zum großen Enthüllungstermin am Samstag, 5. Mai. Von Christiane Wolff
Christiane Wolff

Zwar lagert die Statue schon seit Anfang März an einem geheimen Ort in Trier. Wann das riesige Denkmal aufgestellt wird, das in den vergangenen 1,5 Jahren für heiße Diskussionen in der Stadt gesorgt hat, war bislang allerdings unbekannt. Nun steht fest: Am Freitag, 13. April, wird die 4,40 Meter hohe Figur auf ihren 1,10 Meter hohen Sockel am Simeonstiftplatz montiert. Gegen 10 Uhr soll der Tieflader mit der noch gut verpackten – und daher nicht erkennbaren – Figur am Siemonstiftplatz anrollen.

Wie lange es anschließend dauert, die auf einer Bronzeplatte stehende Statue auf dem gestuften Betonpodest festzuschrauben, könne nicht vorhergesagt werden, erklärt Rathauspressesprecher Michael Schmitz. Dass das Monument schon jetzt aufgestellt wird, habe praktische Gründe: „Nur, wenn die Figur steht, kann das Podest mit den vorgesehenen Basaltplatten passgenau verkleidet werden“, sagt Schmitz.

Die Bronzefigur ist ein Geschenk der Volksrepublik China an Trier zum 200. Geburtstag des größten Sohns der Stadt. In Gänze zu Gesicht bekommen hat die fertige Statue bislang in Trier noch niemand.

Die rund 2,3 Tonnen schwere Figur wird auch nach ihrer Aufstellung am Freitag weiter in ihrer Verpackung bleiben – vorrangig zum Schutz, schließlich sind die Steinmetzarbeiten am Sockel noch nicht abgeschlossen.

Enthüllt wird der Bronze-Marx erst am Samstag, 5. Mai, Karl Marx’ 200. Geburtstag. Dann wird einiges los sein auf dem Simeonstiftplatz: Sechs Delegationen aus China haben sich zu dem Termin angemeldet. Eingeladen sind außerdem jede Menge Ehrengäste. Der Redereigen beginnt um 11.30 Uhr. Anschließend wird das rote Tuch gelüftet, mit dem die Statue dann verhüllt sein soll.

Auch Wu Weishan, der die Plastik geschaffen hat, wird dabei sein. Wu ist 56 Jahre alt, Leiter der Kunsthochschule der chinesischen Stadt Nanjing und Direktor des Nationalen Kunstmuseums Chinas. In seiner bis dato 20-jährigen Künstlerkarriere hat er rund 500 Statuen historischer Persönlichkeiten geschaffen. Seinen Stil bezeichnet er als „freehand sculpting“ – Freihand-Bildhauerei –, bei der traditionelle chinesische Elemente in moderne, innovative Kunstformen einfließen, zwischen realistischer Darstellung und abstrakter Kunst.

Bereits im Dezember 2016 hatte Wu ein Modell seiner Statue für Trier vorgestellt: Karl Marx hat den Blick in die Ferne gerichtet. Augenbrauen und Stirn wirken gerunzelt und geben dem Gesicht einen nachdenklichen und – in Kombination mit dem leicht vorgestreckten Kinn – einen leicht eigensinnigen Ausdruck. Die linke Hand hält ein Buch, Zeichen der großen Schriftgelehrtheit des Philosophen. Die rechte Hand greift zum Revers des Gehrocks, in den eine leichte Windbö gefahren zu sein scheint. Die Oberfläche der Statue ist leicht zerschrunden. Der historische Marx ist in der Figur klar zu erkennen.

Obwohl der Philosoph zweifellos der größte Sohn der Stadt ist: Die größte Statue, die Trier zu bieten hat, wird das Bronzewerk aus China nicht sein: Die Marienfigur der Mariensäule auf dem Markusberg misst sieben Meter – und steht auf einem 23 Meter hohen Turm. Der Pranger in der Grabenstraße ist dagegen nur etwa 3,80 Meter hoch – aber keine Skulptur. Mithalten kann auch nicht die Konstantin-Figur am Barbara-Ufer: Die thront zwar auf einer etwa neun Meter hohen Säule, misst selbst allerdings nur rund zwei Meter.

Koblenz, die Stadt, die immer wieder als Vergleichsgröße für Trier herhalten muss, läuft in dieser Kategorie übrigens völlig außer Konkurrenz: Das 1992 neu errichtete Kaiser-Wilhelm-Standbild am Deutschen Eck ragt samt Sockel 37 Meter in die Luft.

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