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Bistum
Christlicher Lehrertreff in Trier

Trier. 60 Pädagogen aus ganz Europa tauschen sich über Glauben und Schule aus.

60 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Europa haben sich in Trier zur Jahrestagung der Europäischen Föderation Christlicher Lehrerinnen und Lehrer (SIESC) getroffen. Vorträge beleuchteten das Tagungsthema Gesetz – Freiheit – Verantwortung aus pädagogischer, theologischer und politischer Perspektive. Die Organisatoren, Gisela Gerhardt und der amtierende SIESC-Präsident Wolfgang Rank, begrüßten Lehrerinnen und Lehrer unterschiedlicher Fächer und Schultypen aus der Ukraine, Polen, Rumänien, Albanien, Frankreich, Luxemburg, Italien, Deutschland, Österreich und Slowenien. Die 1954 gegründete Föderation ist eine Begegnungsplattform für Lehrende christlichen Glaubens aus ganz Europa.

Austausch mit Kollegen – das ist auch, was die 30-jährige Maryna Bilonoha aus der Ukraine zu dem Jahrestreffen nach Trier geführt hat. Sie ist seit fünf Jahren Lehrerin an einer Berufsschule im Westen der Ukraine und ist zum zweiten Mal bei einem Jahrestreffen der SIESC dabei. „Ich finde es wichtig, mich mit Kollegen auszutauschen, die ähnliche Werte vertreten, aber ihre ganz eigene Sicht mit einbringen“, erklärt die junge Mutter von zwei eigenen und einem adoptierten Kind.

Der Glaube der griechisch-orthodoxen Mehrheit in ihrem Heimatland sei eher traditionell und sehr von Ritualen geprägt: „Es werden zum Beispiel Kreuze geküsst und lange Gottesdienste gefeiert, aber was manchmal etwas fehlt, ist die persönliche Beziehung zum Glauben, dass man sich auch wirklich mit den Botschaften auseinandersetzt.“ In ihrem Unterricht will sie die Jugendlichen dazu anregen, kritisch zu denken, Dinge zu hinterfragen und die eigene Meinung auszudrücken. „Wir haben nicht diese demokratische Tradition wie in anderen europäischen Ländern, da fällt das vielen Kindern und Jugendlichen schwer. Auch die Korruption sei noch ein weit verbreitetes Problem in der Ukraine und fange oft schon an den Schulen an.

Den aus Luxemburg stammenden Gymnasiallehrer André Grosbusch bewegen indessen die Vorgänge in seinem Heimatland. 2016 hat der Staat den Religionsunterricht abgeschafft und durch das Fach „Leben und Gesellschaft“ ersetzt. Ein Fehler, findet Grosbusch. „Ich habe mich damals mit vielen Lehrern und Eltern engagiert, dass die Wahlfreiheit zwischen Religionsunterricht und Ethik bestehen bleibt. Trotz einer Petition mit 26.000 Unterschriften sei es nicht gelungen, das Fach zu erhalten, obwohl 70 bis 80 Prozent der Eltern von Grundschülern ihre Kinder regelmäßig im Religionsunterricht einschrieben.

Grosbusch unterrichtet selbst Geschichte und Bürgerkunde und versucht, den Schülern gewisse Werte durch seinen Unterricht zu vermitteln. „Ich versuche nicht, meine Schüler zu missionieren, aber ich möchte eine Haltung rüberbringen, die eben auf christlichen Werten wir Toleranz, Humanität, Solidarität fußt.“

Die strikte Trennung von Kirche und Staat ist in Frankreich schon lange Status quo. Für die 51-jährige Französin Catherine Le Coz, die in Grenoble Italienisch unterrichtet, ist es klar, dass sie mit den Schülern nicht über ihren Glauben redet, außer, sie sprechen sie privat darauf an. Das polnische Ehepaar Alexsandra (47) und Marcin (53) Sawicka widmet sich sehr persönlich der Förderung und Entfaltung ihrer Schüler: Die beiden haben eine Stiftung gegründet, die inzwischen insgesamt sechs Montessori-Schulen in Polen unterstützt. Sieben weitere Schulgründungen sind geplant.

Über das Thema der Tagung, den Gegensatz zwischen Gesetz und persönlichen – auch religiösen – Freiheiten kamen die Pädagogen auch in Diskussionsgruppen nach den Impulsvorträgen von Dr. Hans-Gerhard Neugebauer von der Universität Köln, von Professor Georg Rubel von der Luxembourg School of Religion and Society und vom Pädagogen Wolfgang Oelsner ins Gespräch.