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Interview
„Das neue Gesetz öffnet das Tor zur Hölle“

Daniel 
Henzgen
Daniel Henzgen FOTO: Löwen Entertainment
Was halten Sie vom neuen Glücksspielgesetz? Von Christiane Wolff
Christiane Wolff

Daniel Henzgen: Das neue Gesetz öffnet das Tor zur Hölle. Denn das Spielbedürfnis ist etwas zutiefst Menschliches. Durch das reine Eindampfen der Zahl der Spielhallen dämmt man die Suchtgefahr nicht ein. Die Menschen werden vielmehr noch stärker in die Illegalität gedrängt, zum Beispiel ins Internet. Internet-Glücksspiel ist in Deutschland zwar verboten – wird aber nicht wirkungsvoll verhindert. In diesem rechtsfreien Raum gibt es keinerlei Kontrollen. Spielhallen unterliegen dagegen strengen Vorgaben – zum Beispiel hinsichtlich des maximalen Betrags, der an einem Automaten eingesetzt werden kann. In Spielhallen gibt es zudem so etwas wie eine soziale Kontrolle: Spieler mit Problemen haben die Möglichkeit, sich sperren zu lassen oder die Mitarbeiter um Hilfe zu bitten.

Wie hätte eine Regulierung des ausufernden Spielhallen-Markts aus Ihrer Sicht sinnvoller gestaltet werden können?

Henzgen:

Die Frage, wie ernst ein Betreiber den Spielerschutz nimmt, hätte eine Rolle spielen müssen – nicht, wie weit es bis zur nächsten Jugendeinrichtung ist. Wir können uns auch eine verpflichtende Zertifizierung vorstellen, bei der höhere Standards als bisher hinsichtlich des sozial sensiblen Themas Glücksspiel erfüllt werden müssen.

Die Admiral GmbH betreibt in Trier vier Spielhallen an zwei Standorten – alle vier müssen zum 1. Juli 2021 schließen. Was bedeutet das für Sie?

Henzgen: In unseren Standorten in der Paulinstraße und der Trevirispassage fallen elf sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze weg. Deutschlandweit betreiben wir über 450 Standorte. Bleibt es bei der künftigen Regelung, müssen wir mindestens die Hälfte davon wohl schließen. Betroffen wären davon 1200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Daniel Henzgen ist „Bevollmächtigter der Geschäftsführung für Politik und Außenbeziehungen“ von Löwen Entertainment. Die GmbH mit Sitz in Bingen ist mit ihrer Marke Admiral einer der größten Spielhallenbetreiber in Deutschland. ⇥(woc)

Vor dem Aus: Spielothek an der Ecke Brot-/Hosenstraße. Foto: Roland Morgen
Vor dem Aus: Spielothek an der Ecke Brot-/Hosenstraße. Foto: Roland Morgen FOTO: Roland Morgen / Medienhaus Trierischer Volksfreund
Vor dem Aus: Spielhalle Admiral an der Ecke Paulin-/Maarstraße. Foto: Roland Morgen
Vor dem Aus: Spielhalle Admiral an der Ecke Paulin-/Maarstraße. Foto: Roland Morgen FOTO: Roland Morgen / Medienhaus Trierischer Volksfreund