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Geschichte
Eine Heimkehr nach 100 Jahren

Restaurator Henning Wirtz (Zweiter von links) erläutert Kulturdezernent Thomas Schmitt, OB Wolfram Leibe, Katharina Popanda (Geschäftsführerin Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur) und Museumsdirektorin Elisabeth Dühr (von links) den Zustand der Tietz-Statuen.
Restaurator Henning Wirtz (Zweiter von links) erläutert Kulturdezernent Thomas Schmitt, OB Wolfram Leibe, Katharina Popanda (Geschäftsführerin Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur) und Museumsdirektorin Elisabeth Dühr (von links) den Zustand der Tietz-Statuen. FOTO: Amt für Presse und Kommunikation der Stadt Trier
Trier. Die Stadt Trier hat Rokoko-Sandsteinfiguren des berühmten Bildhauers Ferdinand Tietz zurückgekauft, die einst den Palastgarten schmückten. Die Statuen befanden sich zuvor in Privatbesitz. red

Durch Vermittlung des Auktionshauses Sotheby’s konnte die Stadt Trier vier Skulpturen von Ferdinand Tietz erwerben, die zur ursprünglichen Ausstattung des Trierer Palastgartens gehören. Nach einer 100-jährigen Odyssee kehren die Rokoko-Sandsteinfiguren (datiert um 1760) jetzt an ihren Entstehungsort zurück. Ferdinand Tietz lebte von 1707 bis 1777 und gehört zu den bedeutenden Bildhauern des Rokoko. Als Hofbildhauer wirkte er ab 1754 in Trier und hinterließ zahlreiche bildhauerische Meisterwerke, die sich heute unter anderem im Dom, im Kurfürstlichen Palais, in Sankt Paulin und in den Trierer Museen befinden.

Zu seinen wichtigen Projekten unter den Kurfürsten Franz Georg von Schönborn und Johann Philipp von Walderdorff gehört der Hochaltar von St. Paulin, das Treppenhaus des Kurfürstlichen Palais und die Skulpturenausstattung für den Palastgarten. In Zusammenarbeit mit Baumeister Johannes Seiz prägte Tietz maßgeblich das kurtrierische Erscheinungsbild in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nach einer sechsjährigen Wirkungszeit in Kurtrier zog Ferdinand Tietz weiter nach Bamberg und Würzburg.

Im Gefolge der Säkularisierung unter Napoleon gerieten zahlreiche Skulpturen in Privatbesitz. So auch die vier nun von der Stadt Trier angekauften Figuren: Bis Ende des Ersten Weltkriegs standen sie in einem Garten in der Petrusstraße, danach verliert sich ihre Spur. Über 100 Jahre galten die Figuren, die zwei Musikanten, eine Tänzerin und einen Tänzer zeigen, als verschollen.

Im Frankfurter Auktionshaus Sotheby’s wurden die vier Skulpturen im Sommer 2018 zum Verkauf eingeliefert. Durch die Vermittlung des Auktionshauses konnte die Stadt Trier die vier Figuren aus Privatbesitz für die städtische Kunstsammlung erwerben und mit dem heutigen Tag an ihren Ursprungsort zurückführen. Zukünftig werden die frisch restaurierten Meisterwerke im Empfangs- und Veranstaltungssaal Beletage im Palais Walderdorff aufgestellt sein. „Die Skulpturen sind ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes der Stadt Trier“, erklären Kulturdezernent Thomas Schmitt und Museumsdirektorin Elisabeth Dühr. „Wir freuen uns, dass durch gemeinsame Anstrengungen diese Meisterwerke jetzt wieder an ihren Ursprungsort zurückkehren“.

Gekostet haben die Figuren 93 000 Euro, unterstützt wurde der Ankauf durch die Stiftung für Kultur Rheinland-Pfalz mit 10 000 Euro, wie das Presseamt der Stadt auf TV-Nachfrage mitteilt.

Noch sind die Tietz-Figuren sicher verpackt, demnächst sollen sie in der Beletage des Kurfürstlichen Palais zu sehen sein.
Noch sind die Tietz-Figuren sicher verpackt, demnächst sollen sie in der Beletage des Kurfürstlichen Palais zu sehen sein. FOTO: Stadtmuseum Simeonstift
Tietz-Figuren Sandsteinfiguren Palastgarten Sotheby's Tänzerin
Tietz-Figuren Sandsteinfiguren Palastgarten Sotheby's Tänzerin FOTO: Stadtmuseum Simeonstift
Tietz-Figuren Sandsteinfiguren Sotheby's Palastgarten Fagott-Spieler
Tietz-Figuren Sandsteinfiguren Sotheby's Palastgarten Fagott-Spieler FOTO: Stadtmuseum Simeonstift
Tietz-Figuren Sandsteinfiguren Palastgarten Sotheby's Tänzer
Tietz-Figuren Sandsteinfiguren Palastgarten Sotheby's Tänzer FOTO: Stadtmuseum Simeonstift