| 19:07 Uhr

Stadtentwicklung
Trierer Sporthalle am Mäusheckerweg: 100 Prozent Sicht von allen Sitzen

Abgeschlossen: Wann die alte Turnhalle am Mäusheckerweg abgerissen wird und der Startschuss für die neue Halle fällt, steht noch nicht fest.
Abgeschlossen: Wann die alte Turnhalle am Mäusheckerweg abgerissen wird und der Startschuss für die neue Halle fällt, steht noch nicht fest. FOTO: Frank Goebel (fgg)
Trier. Die Stadtverwaltung Trier hat die Baupläne für die neue Sporthalle am Mäusheckerweg überarbeitet. Ganz abgeschlossen sind die Optimierungen allerdings noch nicht. Von Christiane Wolff
Christiane Wolff

Die Kritik von Sportfunktionären, Vereinen und den Stadtratsfraktionen war hart: Die Entwurfsplanung für den Neubau der Sporthalle am Mäusheckerweg seien überdimensioniert. Von der Galerietribüne wäre vom Handballfeld ein Randstreifen von 5,20 Metern Breite für die Zuschauer nicht sichtbar gewesen. Vom Basketballfeld fehlten ebenfalls  2,70 Meter Sicht. Auch die lange Rampe, die Rollstuhlfahrer vom Parkplatz bis zum Zuschauerbereich der Halle überwinden müssen, sei zu lang und zu steil.

„Die Kritik an der Tribüne war berechtigt – da musste nachgebessert werden“, räumte Frank Simons, Leiter des städtischen Amtes für Gebäudewirtschaft, am Donnerstag bei einem von der Stadt einberufenem Pressegespräch ein. Andere Elemente der Halle seien allerdings wie geplant notwendig – wenn auch an einigen Stellen optimierbar:

Galerietribüne Die drei hintereinander aufsteigenden Sitzstufen auf der in knapp drei Metern Höhe umlaufenden Galerie sind ein gutes Stück weit nach hinten gerückt worden. Außerdem sind die Stufen steiler angeordnet worden als ursprünglich geplant und ragen damit höher hinauf. „Der Blickwinkel auf das Spielfeld wird dadurch steiler“, erklärt Simons. Von allen 500 Sitzplätzen der Galerietribüne habe man dadurch eine „hundertprozentige Sicht auf alle Spielfeldabmessungen“, versicherte Simons. Zur Verbesserung des Sichtfelds beigetragen hat auch, dass man die Spielfelder insgesamt weiter zur gegenüberliegenden Längswand gerückt hat und damit weiter weg von der Tribüne.

Mobile Tribünen Vom Erdgeschoss der Halle wurden von Räumen, die als Lagerflächen zum Beispiel für Stühle vorgesehen waren, zwei 1,20 Meter tiefe Taschen abgezweigt. In diese könnten zusätzliche, ausfahrbare Tribünen mit 170 Sitzplätzen untergebracht werden. Von diesen mobilen Tribünen, die sich von der Ebene des Spielfelds nach oben erstrecken würden, hätten Zuschauer einen direkteren, parallelen Blick auf das Geschehen auf dem Spielfeld. „Die Vorkehrungen für die Anschaffung solcher mobilen Tribünen haben wir geschaffen. Ob sie tatsächlich angeschafft werden, ist allerdings noch offen“, betonte Baudezernent Andreas Ludwig. Rund 170 000 Euro zusätzlich zu den 10,2 Millionen Euro Baukosten müssten dafür eingeplant werden.

Parkplatz Wäre die Halle bloß saniert worden, hätte der alte, auf der anderen Seite des Mäusheckerwegs liegende Schotterparkplatz ausgereicht. Bei einem Neubau muss die Stadt allerdings laut Baugesetzgebung neue und auch mehr Stellflächen ausweisen. Auf dem neuen Parkplatz, der links neben der Halle errichtet wird, werden 71 herkömmliche und 21 breitere Behindertenparkplätze eingerichtet. Insgesamt muss die Stadt allerdings rund 170 Parkplätze nachweisen. „Das schaffen wir über den Lehrerparkplatz, der ja während Abendveranstaltungen in der Halle mitgenutzt werden kann“, erklärt Simons.

Eingänge Schüler und Sportler gelangen vom Hof des Schulzentrums aus ebenerdig direkt in die Umkleiden und weiter in die Halle. Besucher bei Veranstaltungen werden vom neuen Parkplatz aus ebenfalls ebenerdig ins Erdgeschoss der Halle geführt. Zuschauer bei Sportveranstaltungen gelangen über eine Rampen- und Treppenanlage, die zum Mäusheckerweg ausgerichtet, aber auch direkt an den neuen Parkplatz angebunden ist, auf die Galerietribüne. Auch Rollstuhlfahrer müssen vom Parkplatz aus diese Rampenanlage nutzen. „In der Entwurfsplanung war diese nur rudimentär geplant. In der Ausführungsplanung optimieren wir die Anlage“, verspicht Simons. Länge und Steigung der Rampen entsprächen dann den Empfehlungen des Behindertenbeirats entsprechen und seien für Rollstuhlfahrer gut zu bewältigen.

Veranstaltungen „Die Halle ist nicht überdimensioniert!“, betonte Baudezernent Ludwig. Die auf rund 1150 Gäste ausgelegte Belüftungsanlage sowie die auf Veranstaltungen dieser Größe ausgelegte Bestuhlung, Toiletten und der Cateringbereich seien notwendig. „Das Schulzentrum hat insgesamt 920 Schüler, rechnet man die Lehrer dazu, sind wir schon bei der angedachten Besucherzahl“, erklärte Ludwig. Nicht nur für Schulfeste wie Abi-Bälle, auch für andere Veranstaltungen wie zum Beispiel Stadtteilversammlungen sei eine Versammlungsstätte dieser Größenordnung notwendig.

Auf die Frage, ob er die Hallenpläne in ihrer optimierten Form nun für optimal halte, erklärt Baudezernent Ludwig: „Der Prozess läuft noch, wir sind noch nicht fertig, sondern noch auf dem Weg zu einer optimalen, letztendlichen Ausführungsplanung. Aber ich bin mir sicher, dass wir die beste Lösung zum Wohl aller Nutzer finden und eine gute Halle bauen werden!“ Ende des Monats sollen die Planungen so weit sein, dass der Bauantrag eingereicht werden könne.