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Sport
Wieder neue Pläne für Mäusheckerhalle in Trier

FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Statt einer umlaufenden Galerietribüne, soll es in der Sporthalle nur noch an einer Längsseite Sitzplätze geben – von denen aus die Sicht dann gut sein soll. Die neuerlichen Umplanungen verzögern allerdings die Bauarbeiten. Von Christiane Wolff
Christiane Wolff

Es ist die Umplanung der Umplanung: Noch im April hatte die Stadt zum großen Pressegespräch eingeladen, um zu erklären, wie die ursprünglichen Pläne für den Bau der Tribüne in der neuen Mäusheckerhalle – von der große Teile des Spielfelds nicht einsehbar gewesen wären – verbessert werden sollen (der TV berichtete). Nun sind diese Optimierungen schon wieder Makulatur. „Ja, es stimmt, wir haben noch einmal umgeplant“, bestätigte Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) entsprechende TV-Informationen.

Statt einer Tribüne auf einer an drei Hallenseiten entlang laufenden Galerie auf etwa 2,70 Höhe wird es Sitzplätze nur noch an einer Längsseite geben. Drei Reihen davon sollen auf der erhöhten Galerie unterkommen. Weitere sechs Sitzreihen werden durch eine mobile Tribüne bereitgestellt, die unter der Galerie ein- und ausgefahren werden kann. Die unterste Sitzstufe erhebt sich damit direkt vom Hallenboden-Niveau, die weiteren Reihen steigen dahinter auf (siehe Info).

Im April hatte die Stadt eine solche ausfahrbare Tribüne noch als „optionales, zusätzliches“ Element vorgestellt. Nun ist sie im Gegenzug für den Wegfall der Galerietribünen an den kurzen Stirnseiten der Halle fix eingeplant.

Der Vorteil: Bei Kinderturnieren etwa können Familien und Geschwisterkinder nah am Spielgeschehen dabei sein, statt von der abgesperrten Galerie nur von oben zuzugucken. Auch Rollstuhlfahrer werden nicht auf die Galerie verbannt, von wo sie einen sehr schlechten Blick auf die Bühne gehabt hätten. Stattdessen können die Rollis direkt am Spielfeldrand sitzen, denn die unterste Sitzstufe der mobilen Tribüne kann unabhängig von den anderen Reihen eingefahren werden. Da die Halle vor allem für den Trainings- und Spielbetrieb der Trierer Rollstuhlbasketballer Doneck Dophins gedacht ist, sind die guten Rolli-Zuschauerplätze besonders wichtig.

Aber auch von nahezu allen anderen Sitzplätzen soll sich durch die neue Tribünenkonstruktion die Sicht verbessern.

Dass die anfängliche Tribünenplanung, bei der Zuschauern mehr als fünf Meter vom Handballfeld und 2,70 Meter vom Basketballfeld verborgen geblieben wären, missraten war, hatte Baudezernent Ludwig bereits im Frühling eingeräumt. Die Pläne stammten von einem externen, auf die Planung von Sporthallen spezialisierten Architekturbüro. „Wir haben die Planungsfehler erkannt und nachgebessert“, sagt Ludwig. Allen, die sich dafür engagiert haben – dem Trierer Bauingenieur Herbert Schuhmacher war die Fehlkonstruktion aufgefallen, viele Vereine hatten sich seiner Kritik angeschlossen – sei er dankbar für den fruchtbaren Dialog, der nun zu einem guten Ergebnis geführt habe.

Die Umplanungen verzögern allerdings den Zeitplan: Statt wie im Frühjahr seitens der Stadt zugesagt – und mit dem Land vereinbart, das den 10,2 Millionen Euro teuren Neubau mit vier Millionen Euro bezuschusst – wird die Halle nicht bis Frühjahr 2020 fertig. Baudezernent Ludwig: „Wir rechnen jetzt damit, dass wir die neue Halle nach den Sommerferien 2020 einweihen können.“