| 17:48 Uhr

Infrastruktur
Das ändert sich bei der Müllabfuhr im Kreis Trier-Saarburg

Es gibt viele Neuerungen bei der regionalen Abfallentsorgung. TV-Foto: Friedemann Vetter
Es gibt viele Neuerungen bei der regionalen Abfallentsorgung. TV-Foto: Friedemann Vetter FOTO: vetter friedemann
Trier. Mehr Geld müssen die Bürger in Trier und im Landkreis zumindest in den nächsten zwei Jahren nicht für die Müllabfuhr bezahlen. Dafür gibt’s weniger Abholtermine. Von Christiane Wolff
Christiane Wolff

Die gute Nachricht: Anders als im Vulkaneifelkreis und in Wittlich (siehe Info) müssen die Bürger in Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg zumindest in den kommenden beiden Jahren nicht mehr Geld für das Abholen von Gelben Säcken, Altpapier, Restmüll und anderem Abfall zahlen.

Sperrmüll und Grünschnitt werden künftig allerdings seltener kostenlos abgeholt. Wer will, kann auch seine Restmülltonne weniger oft leeren lassen – und im Gegenzug mit einer Gebührensenkung rechnen.

Der Abfallverband ART hat über die Änderungen am Donnerstagabend abgestimmt, die Sitzung war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. Der TV nennt die Einzelheiten des „ART-Logistikonzepts 2020“:

Computerkennung Alle Abfalltonnen werden zum 1. Januar 2019 mit Computerchips ausgerüstet. So sollen die Behälter eindeutig einem Haushalt zugeordnet werden können. Halterungen für die Computerchips sind an den jetzigen Tonnen bereits vorhanden, die Elektronikteile werden einfach nachgerüstet. Neue Tonnen gibt es nicht.

Restmüll Die schwarze Restmülltonne wird auch künftig alle zwei Wochen – beziehungsweise 26 Mal pro Jahr – geleert. Wer möchte, kann sich ab 2020 allerdings von diesem 14-täglichen Rhythmus abmelden und seine Tonne nur noch dann rausstellen, wenn sie wirklich voll ist.

Vorteil: Der ART rechnet die Gebühren pro Leerung ab. Möglich machen das die neuen Computerchips, die jede Leerung registrieren. Etwa zwei bis drei Euro kann der sparen, der seine Tonne zu einem Abholtermin nicht rausstellt.

Nachteil: Wer an dem neuen System teilnimmt, muss selbst dafür sorgen, dass die Restmülltonne rechtzeitig zum gewünschten Termin am Straßenrand steht und hinterher wieder weggerollt wird. Für diejenigen, die beim alten System mit 26 Leerungen bei vollem Gebührensatz bleiben, erledigen das weiterhin die ART-Mitarbeiter.

Dass das neue System Bürger dazu verleitet, ihre Mülltüten in die Natur oder öffentliche Abfallbehälter zu werfen, befürchtet ART-Chef Max Monzel nicht. „In Wittlich und Bitburg gibt es das System schon, und dort hat die illegale Müllentsorgung nicht zugenommen“, sagt der 45-Jährige. Ganz ausgeschlossen werden könne allerdings nicht, dass Einzelne ihren Müll anderswo entsorgen, um ein paar Euro zu sparen.

Sperrmüll Bislang können Bürger bis zu 13 Mal pro Jahr ihren Sperrmüll vor der Haustür abholen lassen. Ab 2020 werden in den Müllgebühren nur noch vier kostenlose Abfuhrtermine inklusive sein. Gegen eine Extra-Gebühr können zusätzliche Abholtermine vereinbart werden. Diesen Service hat die ART auch bislang schon angeboten: Wer etwa eine neue Küche geliefert bekommt, kann die alte Küche zum Wunschtermin und gegen eine Gebühr von etwa 40 Euro an der Straße abholen lassen.

Grünschnitt Noch im Sommer gab es Überlegungen, dass die ART in Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg die Abholung von Grünschnitt ganz einstellt. Gartenbesitzer hätten dann ab 2020 selbst zusehen müssen, wie sie ihre Gartenabfälle zu einer der regionweit etwa 80 Sammelstellen bringen. Von diesen Plänen hat der Zweckverband sich verabschiedet. Aber statt bis zu 26 Mal pro Jahr können Haushalte ab 2019 nur noch 13 Mal ihren Grünabfälle zur Abholung anmelden. Wer häufiger Hecken und Bäume zurückschneidet, kann gegen einen Extraobulus von acht Euro zusätzliche Abholtermine vereinbaren – letztlich beschlossen ist dieser Zusatzservice allerdings noch nicht.

Elektroschrott Nicht mehr inklusive in der normalen Abfallgebühr ist ab 2019 das Abholen von alten Kühlschränken, Waschmaschinen oder Fernsehgeräten.„Das Gesetz sieht im Sinne des Wertstoffkreislaufes vor, dass die Händler diese Geräte wieder zurücknehmen müssen – und zwar nicht bloß im Austausch gegen ein neues Gerät“, sagt ART-Verbandsdirektor Monzel. Das Gesetz gibt es schon länger, mit des Einstellen der Elektroscrott-Abholservice reagiert der ART nun darauf. Wer seinen Kühlschrank oder seine Waschmaschine nicht selbst zum Händer zurückbringen kann, kann allerdings weiter die ART damit beauftragen – gegen eine Zusatzgebühr von etwa 20 Euro.

Biotüte Die wohl größte Änderung bei der Abfallentsorgung tritt schon in gut drei Wochen in Kraft: Ab dem 1. Januar 2018 gibt’s in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg die Biotüte (der TV berichtete mehrfach). In der Woche vor Weihnachten verteilt der ART seine jährliche Abfallfibel an alle Haushalte. Darin sind Coupons, gegen die es im Bürgeramt des Trierer Rathauses, in der Kreisverwaltung und in allen Verbandsgemeindeverwaltungen einen Zehn-Liter-Behälter gibt, in die die Biotüte eingehängt werden können. Die Tüten gibt’s kostenlos im Zehnerpack dazu.

Darin sollen die Bürger künftig ihre Küchenabfälle – etwa Obst- und Gemüsereste – sammeln. Abgeholt wird die Biotüte nicht. Jeder muss selbst sehen, wie er seinen Biomüll zu einer der rund 60 Sammelstellen der ART in Stadt und Landkreis befördert. „Ich hoffe sehr, dass die Bürger die Biotüte nutzen“, sagt Monzel. Tun sie es nicht, könnten Stadt und Landkreis dazu verpflichtet werden, braune Biotonnen einzuführen, wie es sie in den Nachbarlandkreisen längst gibt.

Die Standorte der 68 Abgabestellen finden sich auf einer Karte in der Abfallfibeln. Die Sammelstellen sind auch auf der Internetseite des Zweckverbands (www.art-trier.de) und auf der Volksfreund-Homepage (www.volksfreund.de/extra). Nach ART-Angaben sollen die Sammelbehälter so aufgestellt werden, dass die kompostierbaren Tüten rund um die Uhr eingeworfen werden können.