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Infrastruktur in Trier
Strandfeeling an der Mosel

Umgestaltung_noerdlichen_Moselufer.pdf
Umgestaltung_noerdlichen_Moselufer.pdf FOTO: TV / Eltges, Stefanie
Trier. Das Flussufer in Trier-Nord wird bis Sommer 2019 zur Liegewiese mit Steg und Sitzsteinen. Von Christiane Wolff
Christiane Wolff

Ein Hang mit so viel Gefälle, dass es fast unmöglich ist, dort gemütlich zu sitzen. Und hüfthohes Gras, das die Aufenthaltsqualität auch nicht besser macht: Bislang lud das nördliche Moselufer nicht wirklich zum Verweilen, Picknicken oder einfach nur Faulenzen ein.

Das soll nun anders werden: 35 000 Kubikmeter Erde – das sind etwa 250 000 durchschnittliche Badewannen voll – werden in den nächsten Wochen und Monaten zwischen Cusanushaus/Jugendherberge und der Wohnsiedlung östlich des Nordbads (siehe Grafik) abgetragen.

Die Arbeiten dazu haben mit einem Schreckmoment begonnen: Am Montag hatte ein Bagger eine Panzermine aus dem Zweiten Weltkrieg ans Tageslicht befördert – bei der allerdings der Zünder fehlte und so keine Explosionsgefahr bestand (der TV berichtete).

Aus dem steilen Hang wird mit den Baumaschinen eine Terrasse mit mehreren Ebenen modelliert. Und auch das Moselufer wird nicht nur besser erreichbar, sondern zum Erholungsort: Fünf Buhnen – aus großen Steinen angehäufte Stege – werden vom Ufer acht Meter hinaus aufs Wasser gebaut. Betreten erlaubt!

Zugänglich gemacht wird alles über eine neue, große Freitreppe und einen neuen Weg zum Wasser.

Möglich macht den Moselstrad eine Förderung des Landes (siehe Infobox). Hier die Details des Projekts:

Neuer Seitenarm Parallel zum Flussufer wird auf 250 Metern Länge eine etwa zehn Meter breite und ein bis zwei Meter tiefe Mulde ausgehoben. Sobald der Pegel über Niedrigwasser ansteigt – was an durchschnittlich 115 Tagen pro Jahr der Fall ist – läuft die Mulde voll und wird von der Mosel durchströmt. Der Seitenarm – inklusive Tier- und Pflanzenwelt – ist das zentrale Element des Projekts, das vorrangig der Verbesserung des ökologischen Zustandes der Mosel dient.

Überschwemmungsfläche Hauptsächlich wird der Hang zwischen Deich und Ufer abgetragen, um der Mosel bei Hochwasser mehr Platz zu verschaffen und so die Folgen der Fluten möglichst einzudämmen. Durch die flachere, in mehrere Ebenen aufgeteilte Gestaltung der Wiese – die dann auch regelmäßig gemäht werden soll – können die Ebenen in Nicht-Hochwasserzeiten allerdings auch als gemütliche Liegewiesen genutzt werden.

Buhne Weiter moselabwärts, in Nähe des Nordbads, werden große Steine zu Dämmen aufgeschüttet, die acht Meter weit in die Mosel hineinreichen. Oben sind die Steinhaufen abgeflacht, so dass man auf ihnen trittsicher bis hinaus auf den Fluss laufen kann.

Sandmulden Die Buhnen werden vom Ufer schräg gegen die Strömung gebaut. „Dadurch entstehen Verwirbelungen im Wasser, durch die sich hinter den Buhnen Sand anhäufen wird“, erläutert Christoph Heckel, Geschäftsführer der BGHplan, das Trierer Büro für Umweltplanung und Landschaftsarchitektur, das die Umgestaltung des Moselufers im Auftrag von Stadt und Land geplant hat und auch für die Umsetzung verantwortlich ist. Die Sandmulden sollen so groß sein, dass sie von Moselstrandbesuchern auch als Liegeflächen genutzt werden können.

Steg Parallel zum Ufer – etwa auf Höhe der neuen Steinbuhnen – wird zusätzlich ein Holzsteg gebaut, der ebenfalls als Sitzfläche direkt am Moselufer genutzt werden kann.

Zuwegung Dort, wo der Weg von der Peter-Lambert-Straße aus (in Verlängerung der Zeughausstraße) zum Moseldeich führt, entsteht eine neue große Stufenanlage. Die Freitreppe – die auch zum Sitzen einlädt – ist oben schmal und weitet sich nach unten auf bis zu 60 Meter Breite aus. Von dort wird ein etwa zwei Meter breiter Pflastersteinweg angelegt, der bis zum Holzsteg und den Buhnen am Moselufer führt. Für Rollstuhl- und Rollatornutzer werden spezielle Rampen angelegt.

Bauarbeiten Die Baggerarbeiten haben bereits begonnen: Insgesamt werden auf dem knapp 600 Meter langen Uferstreifen rund 57 000 Kubikmeter Erde bewegt, um den Wiesenhang zur Terrasse umzugestalten. 35 000 Kubikmeter davon werden als überschüssiges Material abtransportiert.

Das gesamte Gelände vom Cusanushaus bis kurz hinter das Nordbad wird dafür zur Baustelle – und zunächst bis Herbst 2018 komplett abgesperrt. Auch der Weg auf der Dammkrone kann so lange nicht benutzt werden. Über die Winterpause wird der Fuß- und Radweg dann wieder freigegeben, bevor im Frühling 2019 die Arbeiten weitergehen. „Im Sommer 2019 soll dann alles fertig sein“, kündigt BGHplan-Geschäftsführer Christoph Heckel an.