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Trierer AfD-Politiker nach NSU-Vergleich in der Kritik

Trier. Der Internet-Post eines Trierer AfD-Politikers sorgt für Irritationen. Er hatte darin die Forderung nach einer lebenslangen Haftstrafe für Beate Zschäpe in Zusammenhang mit der Bundestagswahl gebracht. Rolf Seydewitz

Ein inzwischen wieder gelöschter Internetbeitrag des Trierer AfD-Politikers Mario Hau hat teils heftige Reaktionen hervorgerufen. Hau, der als Beisitzer dem AfD-Landesvorstand angehört, hatte die Forderung der Bundesanwaltschaft nach lebenslanger Haft für die im sogenannten NSU-Prozess angeklagte Rechtsextremistin Beate Zschäpe auf seiner Facebookseite mit den Worten kommentiert: "Wer es für Zufall hält, dass für Zschäpe kurz vor der Bundestagswahl lebenslang gefordert wird, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten."

Die Äußerungen des 38-jährigen AfD-Politikers waren in Dutzenden Kommentaren unter anderem als Schlag ins Gesicht der Opferangehörigen kritisiert worden. Auf Anfrage von volksfreund.de bestätigte Mario Hau, dass er den Beitrag selbst verfasst und später gelöscht habe. Er habe nicht den NSU verharmlosen, sondern auf die Omnipräsenz des Themas Rechtsextremismus hinweisen wollen. Dass Gerichte in Deutschland politisch gesteuert seien, glaube er nicht.

Mario Hau wird auf der Trierer AfD-Internetseite auch als stellvertretender Kreisvorsitzender geführt. Von diesem Posten sei er aber schon vor einiger Zeit zurückgetreten, sagte Hau volksfreund.de