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Trierer Alkoholverbot an Weiberfastnacht soll saarländischen Landtag beschäftigen

Trier/Saarbrücken. Das Alkoholverbot auf Straßen und öffentlichen Plätzen in der Trierer City an Weiberdonnerstag könnte demnächst Thema im saarländischen Landtag werden. Das kündigen die saarländischen Piraten an, die dort im Parlament vertreten sind.

Die saarländischen Piraten fordern laut einer Pressemitteilung eine bessere Aufklärung Jugendlicher über die Folgen von Alkoholmissbrauch, lehnen aber ein Alkoholverbot wie in Trier ab. "Wir müssen dringend etwas gegen das Phänomen des Komasaufens unter Jugendlichen tun. Aufklärung in den Schulen und im Elternhaus ist dazu unerlässlich. Ein Alkoholverbot nützt uns jedoch gar nichts, da Jugendliche dann stets einen anderen Weg finden werden. Wir müssen statt dessen das Problem nachhaltig lösen", fordert Jasmin Maurer, jugend- und gesundheitspolitische Sprecherin der Piratenfraktion im saarländischen Landtag. Trier übe sich mit dem Verbot lediglich in Symptombekämpfung, zumal dort in Gaststätten getrunken werden dürfe. Die Piraten, heißt es in der Pressemitteilung weiter, wollten das Problem zum Thema im Landtag machen. Die Trierer Piraten begrüßen das Vorgehen ihrer saarländischen Kollegen. Thomas Heinen, Vorsitzender des Kreisverbandes Trier/Trier-Saarburg: "Es geht doch darum, dass dieses Alkoholverbot eine Bankrotterklärung der Jugendarbeit in Trier ist. Die Stadt Trier und deren freie Träger sind in der Pflicht dafür zu sorgen, dass junge Menschen ganzjährig die Möglichkeit haben, sich in vernünftigem Rahmen auszuleben. Ohne solche Angebote ist es nicht verwunderlich, dass es mitunter zu Exzessen kommt, da die Jugendlichen keinen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol erlernen können. Sie werden sich selbst überlassen und schlagen dann über die Stränge.” Auch die Jungen Liberalen in Trier sind mit dem Alkoholverbot nicht einverstanden. Unter dem Motto "Narrenfreiheit! Nein zum Alkoholverbot" kündigen sie für den morgigen Donnerstag eine Protestaktion an, die in der Nähe des Allencenters in der Ostallee stattfinden soll. "Die Entscheidung, ob man Alkohol trinkt oder nicht, sollte jeder erwachsene Mensch selber treffen und keine selbsternannten Erziehungsbeauftragten im Stadtrat", heißt es in einem Protestflyer. Und: "Das Fehlverahlten Einzelner darf nicht die Begründung für die Kriminalisierung einer Mehrzahl von verantwortungsbewussten Karnevalisten sein". mic

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