| 16:07 Uhr

Trierer Blues-Rock-Band gewinnt TV-Online-Voting – Two and a half Strings eröffnen das Tefftival in der Tufa

Trier. Sie sind jung, sie haben den Blues und sie sind die Sieger. Die Sieger des diesjährigen Band-Contests für den heißbegehrten Auftritt beim Tefftival in der Tufa Trier: Die Blues-Band Two and a half strings konnten 154 von 198 eingegangenen Stimmen für sich gewinnen. Das Voting wurde vom Trierischen Volksfreund und dem Musiknetzwerk Trier organisiert. Stefanie Braun

Wen man sich einen Blues-Sänger vorstellt, denkt man an lebens- und leidenserfahrene Sänger, mit einem tiefen Bass in der Stimme, der aus einer voluminösen Leibesfülle dröhnt. Er singt von den Untiefen des Lebens, von unerfüllter oder verlorener Liebe, von Momenten bitter-süßer Tristesse.

Wer sich beim Auftritt der Trierer Blues-Band Two and a half strings auf den Anblick eines beleibten, betagten Bluessängers freut, wird wohl enttäuscht werden. Frontmann und Gitarrist Fabian Klimasch ist zarte 18 Jahre alt, von schlanker Gestalt und trägt eine eckige Brille. Seine Kollegen sind nur unwesentlich älter und schwerer, sein Bruder Sebastian (Gitarre) ist 23, Bassist Tobias Faust 24, der Schlagzeuger Benjamin Hoffmann ist 21 Jahre alt, die Sängerin Hanna Landwehr 26 Jahre. Wer aber kommt um Songs über Heuchelei, Liebesaus und die Ironie des Lebens zu hören, bekommt was er ersehnt. Die fünfköpfige Band spielt Songs aus ihrem ersten Album "Hypocrites ain't loyal", das im März 2015 erschienen ist. Die Songs sind, wie sie selbst sagen "handgemacht", die Texte stammen vom 18-jährigen Fabian.

Gerade volljährig und schon den Blues haben, passt das denn zusammen? "Warum sollte man nicht auch als junger Mensch mal den Blues haben", fragt Fabian. Wenn es um Emotionen geht, sei es egal ob man 18, 25 oder 60 Jahre alt ist, jeder Mensch geht auf seine Art mit ihnen um. "Es gibt Situationen über die man nicht sprechen will, da kann die Musik eine Möglichkeit sein, Dinge zu verarbeiten", sagt er.

Vom Vater haben die beiden Brüder die Liebe zum Blues, er ist selbst Fan und hat Fabian und seinen Bruder Sebastian an die Musik herangeführt. Mit neun Jahren erwachte bei Fabian dann die Lust aufs Gitarrespielen, sein Bruder und er haben es sich autodidaktisch beigebracht. Durch die anderen Bandmitglieder kamen weitere musikalische Einflüsse hinzu: Rock, Pop, Jazz und Funk mischen im Stil der Bluesband kräftig mit. "Wir wollen dem Blues eine neue Generation geben, mit neuen Ideen und einem neuen Stil", sagt Bassist Tobias Faust. Dass so viele Menschen für sie gestimmt haben, gibt der jungen Band einen besonderen Aufwind: "Dass es so eine "klare Entscheidung" war, hat uns sehr gefreut." Aufgeregt sind sie vor ihrem großen Auftritt am Mittwoch, 23. Dezember, nicht, meint Faust: "Es ist eher eine positive Unruhe, wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk."

Drei Fragen an… Michael Kernbach, Musiknetzwerk Trier

Was sagen Sie zum Stil der Gewinnerband "Two and a half strings"? Haben sie verdient gewonnen?
Michael Kernbach: Ich fand alle Einsendungen auf ihre Art spannend, wobei ´Two and a half strings´ zusätzlich eine wirklich hochwertige Produktion eingereicht haben. Ich denke, dass das, neben dem Songwriting und der der klasse musikalischen Umsetzung, am Ende den Unterschied gemacht haben könnte. Toll auch zu hören, das sich eine doch rechte junge Band so einem traditionellen Genre wie dem Blues verschreibt.

Bedeutet ein Auftritt beim Tefftival und das Gewinnen eines Contestes mehr als eine Chance für eine aufstrebende Band?
Kernbach: Wir als Musiknetzwerk haben den Band - O - Mat ´Contest´ nie als einen Leistungswettbewerb aufgefasst, sondern verstehen das als einen Weg, einer uns als Verein unbekannten Band ein Podium bei unserem Festival zu geben. Der Weg in die Professionalität als Musiker führt nun mal über Auftritte. So viele Auftritte wie möglich, vor so vielen Zuschauern wie möglich. Wir hoffen darum , über die Schiene ´Tefftival´ noch vielen relativ unbekannten Gruppen ein Forum vor einem größeren Publikum bieten zu können.

Welchen Tipp haben Sie für die Band oder auch andere Nachwuchsbands?
Kernbach: Freude haben, an dem was man tut und gut sein, in dem was man tut. Und das beides jeden Tag ein bisschen mehr, dann bleibt man dem Publikum niemals für immer verborgen. Wo das dann endet, kann man mit keinem Fleiß und keiner Freude der Welt beeinflussen. Also, weiter, immer weiter!