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Trierer Comedy-Slam: Constantin Preis geht an Kölner Manuel Wolff

Trier. Zum achten Mal hat das Trierer Publikum über den lustigsten Komödianten abgestimmt. Acht Bewerber waren im Rennen – einer hat es geschafft: Manuel Wolff aus Köln. Hans-Peter Linz

Es scheint, als sei studentische Mittagspause in der Mensa der Fachhochschule Trier am Weisshauswald. Studierende schlendern in die Halle, bezahlen Eintritt, stellen sich in die Schlange vor der Theke, kaufen ein Bier oder auch zwei, die Stimmung ist entspannt.

Aber an diesem Samstagabend gibt es keinen Mittagstisch sondern Comedy vom Feinsten. Rund 500 Zuschauer kommen, um den besten Comedian des Abends zu küren. Dazu erhält jeder Besucher drei Chips, die er nach zwei Vorrunden und der Endrunde in umhergetragenen Becher seines Favoriten werfen kann. Der Gewinner hält dann den Constantin-Preis der Stadt Trier, mit 500 Euro dotiert und von der Kulturstiftung der Stadt gefördert.

Acht Bewerber haben sich auf den Weg nach Trier gemacht. Yves Mack spielt mit akrobatischen Einlagen einen Arbeitslosen, der von seinem in Zeitlupe agierenden Betreuer zum Erzieherberuf bekehrt wird. Sülo Karazin aus Bochum sinniert über den Burnout von islamischen Selbstmordattenttätern und denkt sich "Wenn der Bart das wichtigste wäre, dann dürften Ziegen ja auch predigen" - zudem entdeckt er Ähnlichkeiten zwischen Bushido und dem Papst: Beide tragen Goldkettchen und machen Sprechgesang.

Christoph Köhler aus Köln führt Zauberstücke vor, bei denen ein von einem Zuschauer geliehener 10-Euro-Geldschein fast, aber nur fast, verloren geht.

Alica Held aus Hamburg beindruckt nicht nur mit langen Beinen und hohen Absätzen, sondern spielt auch überzeugend den Geschlechterkampf - Männer gröhlen nun mal, Mädchen singen.

Philipp Tullius aus Kaiserslautern setzt sich ans E-Piano und rappt die drei großen B der deutschen Musik. Bach, Beethoven und Bushido mit dem Refrain: "Bruder, reiß dich zusammen, beweg Deinen Arsch".

Joachim Hahn aus Berlin erzählt von einer Hochzeit, bei der ein Zauberer zum Unterhaltungsprogramm gehörte: Leider hat er die Braut wirklich in zwei Teile zersägt, denn er war ihr Exmann, und nun habe der Erzähler nur noch eine Halbschwester. Außerdem hasse er den Haushalt, besonders den Abwasch, weil die Pappteller solange zum trocknen brauchen.

Manuel Wolff aus Köln becirct besonders die Damen mit Pianoeinlagen. Dabei sucht er - inspiriert von Amelie von Yann Tiersen, die acht Takte für einen Pianisten, mit denen er jede Frau rumkriegen könne. Darauf bittet er eine Frau aus dem Publikum zu ihm auf die Bühne. Birgit lässt sich nicht lumpen und singt mit ihm ein Duett - mit viel Tuchfühlung und erhält als Dankeschön seinen Hotelschlüssel.

Schließlich kommt der Wolli aus Hamburg mit Reisekoffer auf die Bühne und verblüfft das Publikum mit einer 23läufigen Blockflöte und einer Ramstein-Persiflage "Um Mitternacht bei Mondenschein gebärt Oma nen Galleinstein…"

Nach viereinhalb Stunden Dauer-Comedy ist sich das Publikum sich einig und wählt in der Endrunde Manuel Wollff zum Sieger des Abends. Seine Gesangs- und Pianoeinlagen haben das Publikum überzeugt - und auch jene Birgit, mit der er in der ersten Runde gemeinsam gesungen hatte - die wollte ihm die Hotelschlüssel nämlich nicht so leicht wieder zurückgeben .