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Soziales
Trierer Künstler singen für den guten Zweck

Initiatorin Tanja van der Heyde greift beim MS-Benefizkonzert auch selbst zum Gesangsmikro.
Initiatorin Tanja van der Heyde greift beim MS-Benefizkonzert auch selbst zum Gesangsmikro. FOTO: Daniel Prediger / Daniel Prediger Fotografie
Trier. Beim siebten MS-Benefizkonzert kamen über 4800 Euro an Spenden zusammen. In der Tufa herrschte Gänsehaut-Atmosphäre.

Der Einsatz der Triererin Tanja van der Heyde für Menschen, die wie sie selbst an Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind, trägt weiter Früchte. Beim siebten Benefizkonzert in der ausverkauften Tufa hielt Schirmherrin Malu Dreyer eine sehr emotionale Eröffnungsansprache. Die Ministerpräsidentin ist ebenfalls von MS betroffen.

Es folgte ein Feuerwerk an toller Musik. Die Crème de la Crème der Trier Musikerszene verzichtete wieder auf Honorare für die Auftritte. Die Initiatorin bewies Gespür, mit abwechslungsreichen Bands und Styles ein breites Publikum anzusprechen und jeden Geschmack zu treffen. Alle Stilrichtungen von Klassik über Jazz, Blues und Rock waren vertreten.

Wolfgang Prinz brachte die 200 Zuhörer innerhalb kurzer Zeit von 0 auf 100. Alle klatschten die Hits laut mit.

An die Newcomer des vergangenen Jahres, Rose Valley aus Bonn, konnten sich viele Besucher noch gut erinnern. Die Gruppe mit der tollen Stimme der Leadsängerin Katharina Kastner wurde mit großem Applaus empfangen.

Es ist schon eine Tradition, dass bekannte lokale Künstler am Abend des Benefizkonzerts Bilder für den guten Zweck zur Verfügung stellen. Auch diesmal konnten Besucher unter dem Motto „Music meets Art“ (Musik trifft Kunst) zwei Bilder der Künstlerinnen Birgit Fettes und Waltraud Schuster ersteigern. Der Zuschlag für das Bild „Bon Fire“ von Birgit Fettes ging an Ulli Krugmann. Er überreichte das Werk mit einer Dankesrede an Tanja van der Heyde als Dankeschön für ihre bisherige Arbeit.

Als Novum präsentierte die Opernsängerin Miriam Möckl unterstützt von Maria Franzke am Flügel eine geballte Ladung Klassik mit einem Hauch Blues.

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als Thomas Esch sang. Bekannt für seine Solo-Auftritte mit Accousticgitarre, trug er mit seiner wohltemperierten Stimme den John-Lennon-Klassiker „Imagine“ am Flügel virtuos vor.

Das Duo Wollman & Brauner versprühte mit dem Blues der aktuellen CD Südstaaten-Flair. Nicht nur wegen der steigenden Temperaturen in der Tufa wurden die Zuhörer durch die beiden Ausnahmekünstler scheinbar in eine Bluesbar nach Memphis versetzt. Mit Swing leitete die Blues & Jazz Company zu Lokalmatador Steff Becker über, der mit seinen eigenen deutschen Liedern das Publikum begeisterte.

Viele zückten Taschentücher, als die Gastgeberin Tanja van der Heyde und Leadsänger Danny Geib von der Band Timeless zu der Schmuseballade „I don‘t wanna talk about it“ von Rod Stewart und den Saxophonklängen von Musiker Laszlo Anducska ansetzten. Timeless setzten als Aushängeschild des MS-Benefizkonzerts das Ausrufezeichen des Abends. Um 0.30 Uhr gab Leadsänger Danny Geib die letzte Zugabe zum Besten.

Das Benefiz ist auch für nächstes Jahr bereits gesichert. Die Tufa Trier hat ihre professionelle Unterstützung zugesagt. Tanja van der Heyde stellte erfreut fest: „Ohne die große Hilfe dieser Institution, die sich mit Recht Kulturfabrik nennt, würde ein wichtiger Stein in der ehrenamtlichen sozialen Unterstützung für MS-Betroffene in Trier wegfallen.“

Durch die Spenden können Betroffene zum Beispiel dank Fahrdiensten an Ausflügen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Mit den bisher erzielten rund 28 000 Euro des Konzertprojekts „Musik hilft“ wurde einiges bewirkt.Musiker, Helfer, Sponsoren, Publikum und Initiatorin Tanja van der Heyde tragen zum Erfolg bei.

Am Donnerstag teilte Tanja van der Heyde mit, dass das jüngste Konzert inklusive Versteigerung die stolze Spendensumme von 4821 Euro ergeben hat. Das Geld wird erneut lokalen MS-Gruppen zugutekommen.

(red/cus)