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Kriminalität
Trierer Prostitutionsprozess: Zeugin belastet Angeklagten schwer

FOTO: Friedemann Vetter / TV
Trier. Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den Vorwurf der Zwangsprostitution vor dem Landgericht Trier gesteht eine Zeugin am Dienstagmorgen, der 20 Jahre alte Hauptangeklagte habe sie gegen ihren Willen zum Sex gezwungen. Sie habe bisher aus Angst geschwiegen und auch der Polizei nichts gesagt. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Auch für Richter Günther Köhler und Staatsanwalt Matthias Juchem kam diese Aussage offenbar unerwartet. In einer Verhandlungspause sagt Juchem auf Anfrage des TV, es müsse in einem getrennten Verfahren geklärt werden, ob es sich um sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung handle.

Der 20-Jährige wird beschuldigt, eine Frau - nicht die besagte Zeigin - zur Prostitution in zwei Bordellen in Düsseldorf und Trier gezwungen zu haben (volksfreund.de berichtete). Er bestreitet den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, seiner Darstellung nach habe sie alles freiwillig und aus Liebe zu ihm getan.

Das mutmaßliche Opfer hat am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Die am Dienstag vernommene Zeugin hatte laut eigener Aussage ebenfalls ein kurzes Verhältnis mit dem Angeklagten, das durch Druck und Zwang geprägt gewesen sei.

Der Prozess läuft weiter, es stehen noch Vernehmungen weiterer Zeugen an. Der nächste Prozesstermin ist der 8. Mai.