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Trierer Psychologin stellt neuen Lebensratgeber vor

Trier. Zwischenmenschliche Beziehungen ein wenig bessermachen, das ist das Ziel von Stefanie Stahl. Die in Hamburg geborene Wahltriererin arbeitet seit 1993 als Psychotherapeutin in Trier und veröffentlicht ihr bereits drittes Buch "Leben kann auch so einfach sein!"

Trier. Sie arbeitet als Gerichtsgutachterin, Psychotherapeutin, reist gern in den Orient und schafft es auch noch, Bücher zu schreiben. Inzwischen sind es drei Titel, mit denen sie das alltägliche Miteinander von Menschen, ob in der Beziehung, am Arbeitsplatz oder in der Familie, ein wenig bessermachen will. "So bin ich eben", erschienen 2005, handelt von einer Typenlehre, das Buch "Jein!" (erschienen 2008) behandelt Beziehungsprobleme, und ihr aktuelles Buch "Leben kann auch einfach sein!" will helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken.
Auf rund 230 Seiten führt Stefanie Stahl den Leser anschaulich und strukturiert zu sich selbst, zu seinen Stärken und seinen Schwächen und erläutert die Mechanismen, die aus mangelndem Selbstwertgefühl Konfliktherde machen. Im ersten Kapitel "Bewusst selbst sein", gibt sie Tipps, wie man sich selbst einmal auf den Prüfstand hebt, seiner Stärken, Schwächen und Ängste bewusst wird.
Im zweiten Kapitel "Warum bin ich nur so unsicher?" geht es auf Ursachensuche. Und im letzten Kapitel "Ich will da raus!" werden Strategien geboten, aus der Krise herauszufinden. Stahl bringt viele Beispiele, was die komplexen psychologischen Zusammenhänge besser nachvollziehbar macht.
Woher kommt diese Motivation, Lebensratgeber zu schreiben? "Ich bin Psychologin aus Leidenschaft," sagt Stahl im Gespräch mit dem TV. "Ich mache mir eigentlich immer Gedanken, was zwischen Menschen passiert." Auch ihr neues Buch habe sie nicht als Fachbuch geschrieben, sondern es richte sich an psychologisch interessierte Laien. "Selbstwertgefühl ist ein Steckenpferd von mir," erläutert sie. Dieses Gefühl sei, wenn es labil oder potenziell labil sei, die Ursache für viele psychische Probleme.
Es gebe aber auch die "Pseudostarken", die häufig gute Strategien haben, ihr mangelndes Selbstwertgefühl zu verdrängen. "Mangelnde Offenheit in der Kommunikation kann vieles anrichten", bemerkt Stahl. Ihr roter Faden in all ihren Büchern sei: "seine permanente Angst zu überwinden, nach Werten zu handeln: Was ist sinnvoll?, was ist anständig?" sind ihre Leitlinien. Wichtig sei immer: Je früher Konflikte angesprochen werden, umso gelassener könne man dies tun. Anständiges und sinnvolles Handeln in der Gemeinschaft sei gefordert, anstatt sich nur um sich selbst Sorgen zu machen. Bei allen Konflikten zwischenmenschlicher Natur gehe es nicht ums Gewinnen oder Verlieren, sondern um Konsens und Verständnis. Ein selbstsicherer Mensch unterscheide sich vor allem vom selbstunsicheren Menschen dadurch, dass er sich mit seinen Schwächen akzeptiere. Letztlich sei es klüger und weiser, im Sinne der Gesellschaft zu handeln.
Und vor allen Dingen, so Stahl: "Es ist nicht schlimm, unsicher zu sein, aber man darf keine falschen Strategien verwenden, um damit klarzukommen." Wie schafft die emsige Psychologin es, neben der beruflichen Routine Bücher zu schreiben? "Eigentlich ist Bücherschreiben eine Zumutung", sagt sie.
Man kämpfe sich von Kapitel zu Kapitel. Das sei ihr nicht leicht gefallen, es sei eine bitterernste Knochenarbeit, und sie habe es mit einem klaren Zeitplan geschafft. Eines war ihr aber dabei heilig: "Das Wochenende habe ich mir immer freigehalten", erzählt sie - denn dann ist Skatrunde. hpl