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Konferenz
Triererin mit Prinz und Präsident auf der Weltaidskonferenz in Amsterdam

Die Studentin Melina Kohr ( Fünfte von links) mit anderen Jugendbotschaftern der Organisation One auf der 22. Weltaidskonferenz in Amsterdam.
Die Studentin Melina Kohr ( Fünfte von links) mit anderen Jugendbotschaftern der Organisation One auf der 22. Weltaidskonferenz in Amsterdam. FOTO: Melina Kohr
Trier. Bei der 22. Weltaidskonferenz ging es um die Bekämpfung des HI-Virus. Die Trierer Studentin Melina Kohr war als Jugendbotschafterin mit dabei. Sarah Enzweiler

Ende Juli fand die 22. Weltaids­konferenz in Amsterdam statt. Die 27-jährige Studentin Melina Kohr, die momentan in Trier lebt, war als Vortragende mit dabei. Die Weltaids­konferenz findet jedes Jahr statt und ist laut Kohr die größte internationale Konferenz zu allen globalen Gesundheitsfragen dieser Welt. Dieses Jahr sollen circa 18.000 Besucher da gewesen sein, um sich auszutauschen, zu informieren, sich zu vernetzen und „gemeinsam an dem Ziel zu arbeiten, Aids und HIV ein Ende zu setzen“.

Das Treffen stand unter dem Motto „Breaking Barriers! Building Bridges!“. Unter die Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft, Forschung und Zivilgesellschaft mischten sich dieses Jahr beispielsweise auch Prinz Harry, Elton John und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.

Melina Kohr war als eine von 60 Jugendbotschaftern der entwicklungspolitischen Lobby- und Kampagnenorganisation One  dabei und hielt auch einen Workshop mit dem Titel „Take the reigns for an aids free world - the power of youth activism“.

Dazu sagt sie: „Wir wollen Jugendaktivismus stärken und gezielt junge Menschen ansprechen, Möglichkeiten aufzeigen und eine Plattform des Austauschs für die Teilnehmer bieten. Außerdem wollen wir als Jugendbotschafter eine junge Stimme und Perspektive im Kampf gegen Aids und HIV darstellen.“

One setzt sich neben der Bekämpfung von Aids unter anderem auch für die Bekämpfung extremer Armut ein. Das Jugendbotschafterprogramm gibt es seit 2011 und läuft immer ein Jahr lang. Kohr sagt: „Für mich ist One eine fantastische Organisation. Sie kämpfen für globale Gerechtigkeit und bitten dabei nicht um Spenden, sondern die Jugendbotschafter sollen das Thema vertreten“.

Das Ziel der Konferenz ist es, auf Aids aufmerksam zu machen. Dazu sollen bis 2020 die sogenannten 90-90-90-Ziele realisiert werden. Die Studentin sagt: „Das bedeutet, dass 90 Prozent der Infizierten über ihre Krankheit Bescheid wissen sollen. 90 Prozent der Infizierten sollen bis 2020 in Behandlung sein, und bei 90 Prozent der Infizierten soll das Virus nicht mehr nachweisbar sein.“ Bis zum Jahr 2030 soll die Krankheit dann möglichst gänzlich ausgestorben sein.

Für Kohr persönlich steckt die Motivation, sich gerade für dieses Thema einzusetzen, darin, dass es wichtig und notwendig sei, die Leute über Aids und das HI-Virus zu informieren und sie darauf aufmerksam zu machen. Laut Kohr wäre die Krankheit nämlich eigentlich vermeidbar. Sie sagt: „Bisher sind 35 Millionen Menschen an  Aids gestorben, wahrscheinlich noch mehr. Letztes Jahr haben sich ungefähr 1,8 Millionen Menschen neu infiziert, davon 180.000 Kinder.“

Die Jugendbotschafterin beschreibt die Konferenz als riesiges Forum mit jeder Menge Workshops, Diskussionen, Lesungen und Präsentationen, aber auch Ausstellungen und Musikauftritten. Sie erzählt: „Es wurden beispielsweise neue Therapiemethoden angesprochen oder darüber geredet, wie die politische Grundsituation in den jeweiligen Ländern ist.“

Das ist auch nötig, denn die UN hat im Vorfeld der Konferenz einen Bericht veröffentlicht, der „eine alarmierende Zahl von Neuinfektionen zeigt und vor einer weltweiten Ausweitung der Krankheit und Gefährdung bislang erreichter Ziele warnt“. Die HIV-Neuinfektionen seien in 50 Ländern der Welt gestiegen und sollen sich in Osteuropa sowie in Teilen Asiens sogar verdoppelt haben.

Kohr ist froh, Teil der Konferenz gewesen zu sein, sie habe starke Persönlichkeiten treffen können, die sich sehr für die Bekämpfung der Krankheit einsetzen. Darüber hinaus gebe die Weltaidskonferenz einem die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Ihr Fazit: „Die internationale Gemeinschaft hat schon viel getan, doch noch immer muss mehr passieren, um die 90-90-90-Ziele bis 2020 und das Ende der globalen Epidemie bis 2030 zu erreichen. Mit der Konferenz allein ist es nämlich nicht getan. Alle müssen zusammenarbeiten, um dieser Krankheit endlich ein Ende zu setzen.“