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Kolumne Trierisch balaawern
Keine Fahrt mit Naosefaord

De Naos scheint ein Wort mit unendlich scheinenden Verwendungsmöglichkeiten zu sein. Neben den Redewendungen finden sich im Trierischen verschiedene Wörter für dieses menschliche Organ. Weshalb soll der Trierer sich auch hinter dem Hochdeutschen verstecken? Von Josef Marx

Antenn, Baddi, Blaff, Gromber, Gurk, Haorzkocher, Knoll, Kolwen, Rie­scher, Rieschkolwen, Rössel, Zöngken sind Bezeichnungen, die salopp und scherzhaft die Nase beschreiben.

Wendet man sich Wörtern zu, bei denen die Nase bemüht wird, so finden sich bei Zusammensetzungen alle Schattierungen vom netten Aussehen bis zum Tadel: Stubbsnaos, Hömmelfaortsnaos, Schnudelnaos, Dröbbsnaos, Rotznaos, Bröllennaos.

Übertragen verwendet man Naosebotzen für einen Tadel, Naosewärmer für eine kurze Pfeife oder einen Oberlippenbart.

Wörter, in denen die Nase nicht mehr direkt benannt wird, jedoch mit ihr in Verbindung stehen, sind der Nasenbohrer, als Baogenhanni und Nasenschleim mit Rotz, Gingkel, Schnuudel, Gloggesaal, wenn er zum Mund hinunter läuft, Baogen, Baozen, Baotzen sobald er sich verfestigt hat.

Im Trierischen veraltet und heute kaum noch zu hören ist en Naosefaord für einen Karnevalsumzug, bei dem als Maskerade nur Nase und Mütze getragen wurden.

Vielleicht sind dem Leser weitere Wörter zur Naos und deren Ableitungen bekannt, die gerne zur Erweiterung der Sammlung entgegen genommenwerden...

Die besten Kolumnen von Josef Marx und Horst Schmitt sind in dem Buch „Milljunen Leit – mindestens drei“ nachzulesen, das im Trierer Verlag Michael Weyand erschienen ist. Das Buch ist für 11,95 Euro im Trierer Handel erhältlich und im Internet unter www.volksfreund-shop.de