| 00:15 Uhr

Kolumne
Trierisch für dunkle Tage

Für sein neues Büchlein „Nure nött naodeln“ hat Trierisch-Experte Josef Marx 24 Adventsgeschichten in Mundart geschrieben .TV-Fotos (2): Roland Morgen
Für sein neues Büchlein „Nure nött naodeln“ hat Trierisch-Experte Josef Marx 24 Adventsgeschichten in Mundart geschrieben .TV-Fotos (2): Roland Morgen FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"
Trier/Düsseldorf. Mundart-Spezialist und TV-Kolumnist Josef Marx widmet sich wieder dem Thema Advent. Sein neues Büchlein heißt "Nure nött naodeln". Roland Morgen

Trier/Düsseldorf Josef Marx ist der Mann für alle Fälle, wenn es um trierische Mundart geht. Der 76-Jährige stammt aus St. Matthias in der Südstadt und ist mit Trierer Platt aufgewachsen. Auch als er ins Rheinland "auswanderte" und in Düsseldorf Realschulrektor wurde, blieb er dem Trierischen treu: "Ich verschlinge alles: von Trier-Literatur bis hin zum Internetangebot des Volksfreunds." Und er betätigt sich schriftstellerisch.
Seine wohl größte Tat: das in Co-Produktion mit Horst Schmitt erarbeitete und 2011 veröffentlichte "Trierer Wörterbuch" mit mehr als 12 000 Wörtern (Trierisch - Hochdeutsch), Beispielsätzen, Grammatikteil plus CD zur Sprachklangvermittlung (Trier-Verlag Franz-Josef Weyand, Butzweiler). Marx und Schmitt sind den TV-Lesern zudem als Autoren der wöchentlichen Kolumne "Trierisch balaawern" bekannt.
In die Rubrik "Klein, aber fein" fällt Marx' jüngster Streich. "Nure nött naodeln" (Nur nicht nadeln) ist der Titel des frisch erschienenen Büchleins.
Inhalt: 24 Geschichten mit adventlichem und weihnachtlichem Bezug - für jeden Tag eine, vom 1. Dezember bis Heiligabend. Ein Adventskalender in Schriftform. Und eben auf gut Trierisch. Denn, so Marx: "Die Trierer Sprache befindet sich im Aufwind. Sie zu verstehen und zu sprechen gilt inzwischen als cool. Man darf wieder mit Stolz sagen: Eich sönn en Trierer."
Mit dem Thema Advent/Weihnachten hat Marx als Mundart-Schriftsteller beste Erfahrungen gemacht. Beide Auflagen von "Liewer ä Mädschi", die das biblische Weihnachtsgeschehen in die Gegenwart übertragen, waren kurz nach Erscheinen 2015 und 2016 ausverkauft.
Eigentlich wollte er es dabei bewenden lassen, zumal der Aufwand in keiner Relation zum Ertrag steht: Der Verkaufserlös deckt gerade die Herstellungskosten. Aber: "Die Leute haben mir keine Ruhe gelassen und um eine Zugabe gebeten", schmunzelt der Immer-noch-Düsseldorfer, den es aber mindestens einmal im Monat zum Heimatbesuch drängt.
"Nure nött naodeln" ist nostalgisch ("Ich beschreibe, wie Kinder den Advent in früheren Zeiten erlebt haben"), besinnlich ("Ich weise auf den christlichen Ursprung der Tage von St. Martin bis Weihnachten hin"), fröhlich ("Ich will natürlich auch Unterhaltung bieten"), aber auch kritisch ("Ich setze mich mit Zeitgeist und Kommerz auseinander"). Die 24 Geschichten mit Titeln wie etwa "Dän aale Nikloas", "Ebbes Klaanes fir den Hals" oder "Zömmermaans Jupp" basieren allesamt auf realen Erlebnissen, versichert der Autor.
Trierer und solche, die es werden wollen - schwierige Begriffe wie Dielebraddscheler (Schwätzer) oder Dschipiäss (globales Navigationssatellitensystem GPS) werden im Anhang übersetzt - dürften ihre Freude an "Nure nött naodeln" haben. Joesf Marx ist ein Herzerwärmer für dunkle Tage gelungen.
Nuren nött naodeln" (56 Seiten) von Josef Marx ist erschienen im Trier-Verlag Franz-Josef Weyand (Butzweiler) und für fünf Euro erhältlich in den Trierer Buchhandlungen Stephanus (Fleischstraße 16), Mayersche Interbook (Kornmarkt 3) sowie in de' Bücherladen (Simeonstraße 22).

FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"