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Triers Erzbischof und die britische Krone

Rosemarie Dostert. TV-Foto: Roland Morgen
Rosemarie Dostert. TV-Foto: Roland Morgen
Eine Stadt und tausend Fragen. Der TV hat eine Kettenreaktion ausgelöst: Wer eine Frage beantwortet, darf dem nächsten Leser eine Frage seiner Wahl stellen. Ob die Frage nun todernst ist oder gäggisch, ob sie an den Bischof geht oder an den Postboten - der Volksfreund wird versuchen, bis zum folgenden Samstag eine Antwort zu bekommen.

Die Frage: Kein Fach findet Martin Schüttö spannender als Geschichte. Ein Interesse, das der 16-jährige aus Gusterath schon seit Kinderzeiten hat. Für die Volksfreund-Leser hat er sich eine interessante Frage überlegt: "Welche Umstände brachten die englische Krone für einige Jahre in den Besitz des Erzbischofs von Trier?" Wer noch nie davon gehört hat, dürfte sich sehr darüber wundern, dass die Krone überhaupt in Trier war. Immerhin ist so eine Krone nicht nur ein extrem wertvoller Schatz, sondern auch ein Zeichen der Macht. Welcher König würde dieses Zeichen seiner Herrschaft schon einfach weggeben? Und dann auch noch so weit weg? Heute lagern die britischen Kronjuwelen ja auch nicht in Trier, sondern im gut bewachten Tower von London. Was also war da los?


Die Antwort:
"Das mit der Krone ist schon eine Kuriosität", sagt die 75-jährige Triererin Rosemarie Dostert, die sich intensiv mit der Geschichte des Trierer Kurfürsten Balduin beschäftigt hat und daher auch das Kronenrätsel lösen kann: König Eduard III. von England brauchte dringend Geld, um im Hundertjährigen Krieg gegen die Franzosen kämpfen zu können. Recherchen von TV-Leser Thomas Lehnart zufolge ging es um einen Betrag von 50 000 Gulden, den Eduard sich 1339 bei seinem Bundesgenossen Erzbischof Balduin von Trier auslieh. Eigentlich sollte die Krone nur kurz in Trier bleiben. Doch Eduard ließ sich mehrere Jahre Zeit, so dass Balduin, der mittlerweile zu den Franzosen übergelaufen war, sogar damit gedroht haben soll, die Krone zu verkaufen. "Das muss man sich mal vorstellen", sagt Rosemarie Dostert.

Und Rosemarie Dosterts Frage ist ebenfalls historischer Natur (was angesichts von "Milljuunen" Jahren Trierer Geschichte verständlich ist. Die Kettenreaktion ist generell aber auch für Fragen biologischer, etymologischer, fiskaler, lokalpolitischer, privater, sexualtherapeutischer, handwerklicher oder frecher Natur offen oder kurz: für alle Fragen, die etwas mit Trier und seinen Leuten zu tun haben und nebenbei spannend sind.) Dostert wüsste gerne: "Warum nennen die Trierer den südlichen Turm des Domes Greifenklauturm?"

Wer die Antwort kennt und selbst eine brennende Trier-Frage hat, kann sich an Marek Fritzen wenden: m.fritzen@volksfreund.de oder ab Montagvormittag per Telefon: 0651/7199-476. Mehr dazu lesen Sie kommenden Samstag. Katharina Hammermann

Martin Schüttö. Foto: privat
Martin Schüttö. Foto: privat