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Blaulicht
Schwerer Unfall in Trier: 27-Jähriger soll Unfall bewusst verursacht haben

FOTO: Klaus Kimmling / TV
Trier. Gegen den 27-jährigen Fahrer des Wagens, der am Donnerstag den schweren Verkehrsunfall in der Güterstraße in Trier verursacht hat, hat die Staatsanwaltschaft Trier ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet.

Im Verlauf der Unfallaufnahme hätten sich Hinweise ergeben, die darauf hindeuteten, dass der Fahrer sein Fahrzeug absichtlich in den Gegenverkehr gelenkt und den Unfall vorsätzlich herbeigeführt habe, teilt der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen mit. Die Beamten fanden im Fahrzeug des Unfallverursachers demnach einen Brief, dessen Inhalt auf mögliche Suizidgedanken des Verfassers schließen lassen. Bei den anschließenden Ermittlungen des Fachkommissariats der Zentralen Kriminalinspektion Trier verdichtete sich der Verdacht eines bewusst herbeigeführten Unfalls.

Aufgrund der bisher vorliegenden Ermittlungsergebnisse hält die Staatsanwaltschaft Trier folgenden Ablauf für wahrscheinlich: Der Beschuldigte fuhr am Donnerstagvormittag mit einem Mercedes durch die Güterstraße in Trier aus Richtung Gartenfeld in Richtung Trier-Kürenz. Dort wechselte er mit seinem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn, um einen Frontalzusammenstoß mit dem dort entgegenkommenden Auto, einem VW-Golf, zu verursachen.

Da es der Fahrerin des Golf, einer 32-jährigen Frau aus Trier, nicht mehr gelang auszuweichen, prallten beide Fahrzeuge in Höhe des Hauses Nummer 55 seitlich versetzt frontal aufei-nander. „Angesichts des Unfallhergangs besteht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass der Beschuldigte dabei billigend in Kauf nahm, dass die Fahrerin des unfallbeteiligten Fahrzeugs durch den Aufprall tödliche Verletzungen erleidet“, teilt der Leitende Oberstaatsanwalt mit.

Die Fahrerin des VW Golf wurde bei dem Unfall erheblich verletzt und wird im Krankenhaus behandelt. Es bestehe jedoch keine Lebensgefahr. Der Unfallverursacher, der bei dem Zusammenprall ebenfalls verletzt wurde, leidet nach den bisherigen Erkenntnissen an einer schweren psychischen Erkrankung, mit der die Tat in Zusammenhang stehen dürfte.

Der Beschuldigte wurde am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt. Dieser ordnete die einstweilige Unterbringung des 27-Jährigen in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus an.

Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zu den Hintergründen dauern an. Ein technischer Sachverständiger ist mit der Rekonstruktion des Unfallgeschehens beauftragt worden. Im Rahmen der weiteren Untersuchungen wird auch die Frage der Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu klären sein.

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(red)