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Umwelt
Trierer Unverpackt-Laden zieht in Top-Lage

Janet K. und Tochter Nura kommen aus Luxemburg zum Einkauf im Unverpackt-Laden.
Janet K. und Tochter Nura kommen aus Luxemburg zum Einkauf im Unverpackt-Laden. FOTO: Alexander Krist
Trier. Der Unverpackt-Laden ist jetzt für die meisten Trierer leichter zu erreichen. Möglich macht das ein ungewöhnlicher Vermieter. Von Alexander Krist

Die Käufer bringen ihre eigenen Gläser und Boxen mit, wiegen diese leer, füllen sie mit den gewünschten Produkten und zahlen an der Kasse: Das Konzept des Trierer Unverpackt-Ladens zielt darauf, Plastikmüll zu vermeiden – und damit die Umwelt weniger zu belasten. 2016 eröffnete das Ehepaar Sebastian Würth und Stephanie Lampe in der Trierer Paulinstraße den neunten Unverpackt-Laden in Deutschland. Seit Samstag ist ihr Geschäft nun in der Simeonstraße zu finden.

Den Umzug in die Top-Lage ermöglicht Vermieter Sascha Kaurisch, indem er Würth und Lampe bei der Miete entgegenkommt. „Es ist wichtig, solche grandiosen Ideen zu fördern und zu unterstützen“, sagt der 40-Jährige. „Sebastian Würth und sein Team haben ein tolles Konzept, das längst überfällig war.“

Merlin Vaterrodt, der seit rund einem Jahr im Unverpackt-Laden arbeitet, beklagt den „Plastikwahn“ in den Supermärkten: „Die Natur sorgt bei den meisten Produkten wie Bananen oder Gurken ohnehin für einen ausreichenden Schutz.“

Für den Unverpackt-Kunden Wieland Steinfeld ist es wichtig, lose Ware einkaufen zu können. „Die größeren abgepackten Mengen in den Supermärkten passen fast nie zu meinem Bedarf, sodass am Ende viel zu viel übrig bleibt und weggeschmissen wird.“ Außerdem gefalle ihm der direkte Kontakt zu den Lebensmitteln. „Ich sehe, ob die Ware tatsächlich frisch ist.“

Janet K. kommt mit ihrer Tochter Nura aus Luxemburg in den Unverpackt-Laden.

„Die Welt geht mittlerweile im Plastikmüll unter“, sagt die Stammkundin. „Ich versuche, so einzukaufen, dass kein Plastik anfällt. Sebastian Würth und Stephanie Lampe haben Unterstützung verdient.“

Die Kunden, erzählt Würth, kämen aus allen gesellschaftlichen Schichten. „Vom typischen Öko über Studenten bis hin zu Leuten mit viel Geld ist alles dabei.“ Wen der Transport der Einkäufe vor Probleme stelle, den beliefere „Unverpackt“ im Trierer Stadtgebiet auch per Lastenrad zu Hause.

Beim Umzug in die Simeonstraße geht es Würth und Lampe, die so regional wie möglich einkaufen, nicht vorrangig um eine Umsatzsteigerung. Wichtiger, sagt Würth, sei es, die Idee des plastikfreien Einkaufs bekannter zu machen und ins Bewusstsein der Trierer zu rufen.