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(Update) Zehn Verletzte bei Brand in Trierer Einrichtung für Asylsuchende - Bewohner soll Feuer mit brennende Zigarette verursacht haben

FOTO: Sven Eisenkrämer
Trier. Bei einem Zimmerbrand in der Trierer Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in der Dasbachstraße sind am Donnerstagmorgen, 30. Oktober, zehn Menschen leicht verletzt worden. Laut Polizei soll ein Bewohner für das feuer verantwortlich sein. Er hatte eine Zigarette geraucht und war dabei eingeschlafen. Sven Eisenkrämer/Joachim Engbrocks

Ein Bewohner der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) Trier hat nach Polizeiangaben in seiner Vernehmung eingeräumt, für den Zimmerbrand vom frühen Morgen verantwortlich zu sein. Auf die Spur des Mannes kam die Polizei durch einen Hinweis aus der AfA selbst an die Einrichtungsleitung und die dortige Ermittlungsgruppe Migration der Polizeiinspektion Trier. Der Mann wurde festgenommen.

Er soll in den frühen Morgenstunden eine Zigarette in dem Zimmer geraucht zu haben. Offenbar ist er dabei eingeschlafen, sodass die brennende Zigarette herunterfiel und die Matratze in Brand setzte. Als der Mann durch das Feuer geweckt wurde, rannte er aus dem Zimmer um Hilfe zu holen.

Die Aussage des Tatverdächtigen deckt sich mit den gesicherten Spuren und Erkenntnissen. Die strafrechtliche Verantwortlichkeit müsse aufgrund der Krankengeschichte des Mannes abschließend überprüft werden.

Nach Angaben der Polizei hatte ein Wachmann den Zimmerbrand im ersten Stock eines Gebäudes im hinteren Teil der Trierer Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) gegen 6.20 Uhr bemerkt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Das Ausmaß des Brandes und die Brandursache waren zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Zwei Wachleute und ein Bediensteter brachten mehrere Menschen aus ihren Zimmern ins Freie. Das Gebäude wurde komplett evakuiert. Eine vierköpfige armenische Familie, die das Zimmer über dem Brandherd bewohnte, konnte wegen des starken Rauchs jedoch nicht durch das Treppenhaus flüchten.

Die Löschzüge 1 und 2 der Trierer Berufsfeuerwehr sowie die Löschzüge Kürenz und Ruwer waren inzwischen vor Ort, ebenso ein Großaufgebot an Rettungsdiensten und Polizei. Mit einer Drehleiter wurden der Armenier, seine Frau und seine beiden Kinder gerettet. Sie wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Neben der Familie wurden drei weiter Bewohner der AfA durch Rauchgas leicht verletzt, zwei von ihnen wurden vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Bei der Evakuierung und dem Versuch, die Eingeschlossenen zu retten wurden zwei Mitarbeiter des Wachdienstes und ein Polizeibeamter ebenfalls durch Rauchgas leicht verletzt.

Die Löscharbeiten in dem Zimmer waren schnell erfolgreich, ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäudeteile konnte die Feuerwehr verhindern. Das Zimmer wurde vom Brand komplett zerstört, auch das darüber liegende Zimmer der armenischen Familie wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Rest des Gebäudes blieb unversehrt und wird nach Polizeiangaben im Laufe des Tages wieder bewohnbar sein. Die Aufnahmefähigkeit der AfA sei nach wie vor sichergestellt, teilte die Pressestelle des Integrationsministeriums am Mittag mit.

Die Schadenshöhe steht noch nicht fest. Der Brandherd war die Matratze eines Etagenbettes in dem Zimmer, das zu dieser Zeit nicht mit Asylbegehrenden belegt war.

Am Nachmittag macht sich Integrationsministerin Irene Alt zusammen mit Polizeipräsident Lothar Schömann, Bürgermeisterin Angelika Birk und Dagmar Barzen, Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, vor Ort ein Bild vom Geschehen.

(sve/j.e.)

FOTO: Sven Eisenkrämer