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Urgestein des Straßenbaus

Eine Urkunde und viele Geschenke: Die Trierer Dienststellenleiterin des Landesbetriebs Straßen und Verkehr, Edeltrud Bayer, überreicht Hans-Hermann Palm einen Bildband.Foto: Wolfgang Lenders
Eine Urkunde und viele Geschenke: Die Trierer Dienststellenleiterin des Landesbetriebs Straßen und Verkehr, Edeltrud Bayer, überreicht Hans-Hermann Palm einen Bildband.Foto: Wolfgang Lenders
TRIER. Mit Hans-Hermann Palm geht einer der dienstältesten Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen und Verkehr in den Ruhestand. Fast 40 Jahre lang kümmerte sich der Ingenieur um die Straßen der Region. Sein Lieblingsprojekt war der Neubau des Nürburgrings in den 80er Jahren. Von unserem Mitarbeiter <br>WOLFGANG LENDERS

Straßen kennt Hans-Hermann Palm zur Genüge: Ob Landstraße in der Eifel oder Uferstraße an der Mosel - Palm war an der Planung beteiligt und hat die Arbeiten beaufsichtigt. Zu danken haben ihm auch Formel 1-Fans: Von 1982 bis 86 leitete er das Projekt zum Ausbaus des Nürburgrings zu einer modernen Rennstrecke. "Der Nürburgring war für mich eine Lebensaufgabe", berichtet Palm. "Mein Herz hängt heute noch daran. Man bekommt selten eine solche Aufgabe als Ingenieur."Bereits vor dem Neubau ist Palm am Ring aktiv gewesen. "Ich bin den alten Ring jedes Jahr abgegangen", erzählt er. 23 Kilometer musste der Ingenieur laufen - gerade einmal 4,5 Kilometer lang ist die neue Strecke.Auslöser für den Neubau des Nürburgrings waren eine Reihe von schweren Unfällen, vor allem der Unfall von Niki Lauda. 78 Millionen Mark standen für den Neubau zur Verfügung, außerdem zwei Millionen für den Bau von Grünanlagen. Noch heute ist Palm stolz, dass er mit dem Geld ausgekommen ist.Beim Bau der Rennstrecke wurden die gleichen Techniken verwendet wie im normalen Straßenbau. Die Hierarchien auf der Baustelle aber unterschieden sich. "Das Sagen hatte nicht der Straßenbauer, sondern der Sportfunktionär", berichtet Palm. "Es war aber interessant, das Umfeld des Motorsports kennenzulernen." Ein weiteres Geschäftsfeld lernte der Ingenieur einige Jahre später kennen: Mit "Rock am Ring" kam die Musikbranche auf die Rennstrecke in der Eifel.Abwechslung hat der Nürburgring in des Leben Palms gebracht, trotzdem durfte er seine regulären Aufgaben nicht vernachlässigen. Zu den großen Projekten, die er betreute, gehört die Befestigung von rutschenden Böschungen im Moseltal bei Zeltingen und bei Kröv - ein sehr aufwändiges Projekt. Auch die Zufahrt zum Erbeskopf wurde unter seiner Regie gebaut. Palm: "In diesem Winter ist erstmals die Zu- und Auffahrt zu dem Wintersportgebiet möglich. Das war ein Ziel von mir.""Eine Ära geht zu Ende"

Am 1. Juli 1965 trat der 1940 geborene Ingenieur in den Dienst der Straßenverwaltung Rheinland-Pfalz. Beim Straßenbauamt Trier bereitete er sich für den gehobenen technischen Dienst vor, anschließend ging er zum Straßenbauamt Cochem und leitete die Straßenmeisterei Polch. Im Innendienst arbeitete er als Sachgebietsleiter und Hauptsachgebietsleiter Straßenbau/Bauhaushalt.1986 versetzte die Behörde Palm nach Trier. Dort leitete er bis 1993 die Straßenmeisterei, anschließend arbeitete er im Innendienst.In großer Runde Kollegen, Weggefährten und Verhandlungspartnern feierte der Ingenieur nach fast 40 Jahren seinen Abschied. "Für die Straßenverwaltung geht eine Ära zu Ende", sagte Dienststellenleiterin Edeltrud Bayer. "Sie sind ein Urgestein des Straßenbaus."